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vom 23. Januar 2005 |
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| übersetzt
von Beate Walz und Alphonse Heck |
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Wie Ihr sicher wisst, hatten wir
ein wenig Regen an der Küste. Ich hatte meinen Aufenthalt in
den Bergen einen Tag früher abgebrochen - schon am Donnerstag,
den sechsten Januar statt Freitag, den siebenten - weil unser
lokaler NPR [National Public Radio] für die Fresco und Bakersfield
Region einen massiven 4-Tage-Sturm vorhergesagt hatte, welcher
am Donnerstag gegen Mitternacht beginnen sollte.
Ich hatte das Gefühl, es wäre weise, von dannen zu eilen, solange
ich noch konnte. Es war eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen
sollte, auch wenn mein Hauptgrund, aus den Bergen herunterzukommen,
meine erste Lehrstunde des Frühlingssemesters an der USC [University
of Southern California] war, was jedoch unmöglich wurde - ich
hätte also bleiben und dem Schneetreiben weiter zusehen können,
es hätte keinen Unterschied gemacht.
Okay. Es schneite recht ordentlich und anhaltend während ich
auf dem Berg war - es lagen bereits sechs Fuß hoch Schnee und
der Sturm brachte, wie ich hörte, noch vier dazu [1 Fuß etwa
30 Zentimeter], und ich liebe Schnee. Insbesondere deshalb,
weil das Klima und die Topologie hier mir erlauben, ihn abzuschalten,
wann es mir beliebt, gerade so, als hätte ich Zugriff auf ein
großes Thermostat am Himmel. Du steigst herab von alpinen 7.200
Fuß in den Busch, von großen Kiefern und Mammutbäumen zu Orangenhainen
und Weingütern und einem fetten Haufen Sonnenschein, und der
Winter ist in einem Fingerschnippen vorüber.
Ich sah wegen der Gerüchte jedenfalls zu, dass ich dort wegkam
und war rechtzeitig zu Hause, um mich an der einsetzenden Regenzeit
zu erfreuen. Diese ist für manche nicht so erfreulich verlaufen.
Ich bin sicher, Ihr habt alle von der Tragödie von La Conchita
gehört, wo der Hang, der sich über der Stadt erhob, nachgab,
wie bereits 1995. Doch dieses Mal zerstörte er nicht nur Häuser,
sondern auch Menschenleben. Ich kenne keines der Opfer persönlich,
aber wir alle spüren den Verlust, denn die meisten von ihnen
waren Mitglieder der Gemeinde Santa Barbaras. Wegen des Erdrutsches
war Santa Barbara vom Süden her isoliert, und nachdem ich meinen
Montagsunterricht absagen musste, war ich entschlossen, simultane
Vorlesungen am Freitag abzuhalten, und so machte ich mich am
Donnerstagnachmittag auf den Weg nach Norden, auf der 101 nach
Santa Maria, über die 166 (hinter den Santa Ynez Mountains)
zur 5 und durch die Weinberge nach Los Angelos. Ich brauchte
dazu läppische sechseinhalb Stunden.
Die Straße - 101 - war am Freitagnachmittag wieder offen, und
die La Conchitans hatten mit den Aufräumungsarbeiten begonnen.
Der Abgang wird allerdings nicht geräumt, sondern permanent
dort bleiben (zumindest gemessen an menschlicher Lebensspanne),
als ein Puffer für die nächste Lawine.
Von den Verlagen erreichten mich zwei verschiedene englischsprachige
Versionen von The Tortilla Curtain, mit Vokabellisten
in englisch und spanisch, gedacht für die Verwendung in deutschen
Oberschulen. Die erste ist von Penguin Books, in Zusammenarbeit
mit dem Ernst Klett Verlag, Dusseldorf, Stuttgart und Leipzig.
Die zweite ist vom Cornelsen Verlag in Berlin, und ich fühle
mich geehrt, dass das Buch in das reguläre Curriculum an deutschsprachigen
Schulen aufgenommen wurde.
In der Zwischenzeit habe ich etliche Journalisten empfangen,
aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, die in Erwartung
der kommenden Veröffentlichung des Hanser Verlages von The
Inner Circle (Dr. Sex in der deutschen Edition).
Eine furchtlose Gruppe - zwei Fotografen und ein Reporter vom
deutschen Playboy - wagte sich in einer Pause zwischen den Schneestürmen
auf den Berg, und wir machten es uns bei einem feinen Spaghetti-Essen
gemütlich, das ich für sie zubereitet hatte. Denn ich wusste,
dass die Lodge geschlossen hatte und sie sonst hätten Hunger
leiden müssen. Entweder das oder Rinde von den Bäumen zu einer
harzigen Paste gekocht.
Talk Talk macht gute Fortschritte, und ich habe das Gefühl,
das Buch diesen Sommer abliefern zu können, wenn nicht sogar
eher, für die Veröffentlichung 2006, etwa ein Jahr nach dem
Erscheinen von Tooth and Claw. Was Tooth and Claw
betrifft, die korrigierte Fassung liegt inzwischen vor, und
wir suchen nun nach Layout und Cover Design. Welche Freude.
Welch unüberwindbares Entzücken. Aber das war's für heute. |
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Nur noch die Liste für die bevorstehende
Frühjahrs-Tour:
• 3. März, Pitzer College
• 18. April, Lobero for Speaking of Stories in Santa Barbara
• 23. April, L.A. Times Buchmesse in Los Angeles
• 28. April, Writers' Workshop in Iowa City
Danach folgen die Deutschland/Schweiz/Frankreich-Tourdaten im
Mai, Anfang Juni, die hier später noch genannt werden, ebenso
die Daten für die Veröffentlichung von Tooth and Claw
im Herbst.
Bleibt auf Empfang. Oder am Draht. Oder online. Oder wie immer
wir uns sprachlich festlegen wollen bei den elektronischen und
computergestützten Komplikationen dieses Forums. Ciao. |
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