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vom 30. Oktober 2005 |
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| übersetzt
von Beate Walz |
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Zuallererst kann ich nur sagen, wie
gut es ist, wieder zurück zu sein, rechtzeitig, um Euch allen
ein reizendes und phantasievolles Halloween zu wünschen. Was
mich betrifft, so habe ich erwogen, mich entweder als Osama
oder als George Bush zu verkleiden (vermutlich werde ich mich
für eine Doppelmaske entscheiden, Osama auf der einen Seite,
George auf der anderen).
Eines denkwürdigen Tages (denkwürdig nur für mich persönlich)
ging ich verkleidet als Fleckenforelle. Das war natürlich ein
- im wahrsten Sinne des Wortes - größeres Modell. Ich hatte
eine angeklebte Pappfinne an meinem Rücken, aufgemalte Kiemen
und eine Menge Tupfen. Und dann wäre da noch mein altes, bewährtes
Kostüm, das einfachste in meinem Repertoire: Ich gehe als ich
selbst, aber mit einem fleischfarbenen Puppenarm an meine Stirn
geheftet, befestigt mit schwarzem Isolierband. Wenn die Leute
fragen: »Als was gehst du?«, dann gebe ich die korrekte Antwort:
»Als liederlicher Esser.«
Aber genug davon. Lasst uns auf Einzelheiten eingehen. Zunächst
muss gesagt werden, dass die Tour mein Herz gepfählt hat. Obwohl
es schöne Momente gab - etwa die New-Yorker-Lesung mit David
Bezmozgis, die Miami-Lesung, bei der ein Zuhörer während zwei
Drittel von Chicxulub nur schluchzte, die Entdeckung,
noch im allerkleinsten Zeitungskiosk eines Flughafens im Nirgendwo
die Chronicles von Dylon zwischen Unlesbarem und Unerwähnenswertem
stecken zu sehen, das Interview mit dem unvergleichlichen Joe
Williams in der aparten Umgebung von St. Louis - alles in allem,
Leute, bin ich durch und durch des Reisens müde. Um ehrlich
zu sein, wünschte ich mir, gleich am Anfang meiner Karriere
den Tom Pynchon gegeben zu haben [Anmerkung der Übersetzerin:
Tom Pynchon ist ein amerikanischer, extrem medienscheuer Schriftsteller].
Mein Freunde, glaubt mir, ich habe kein Leben. Ja, ja, ich weiß.
Jemand muss das Reisen übernehmen, in trés chic Hotels
mit völliger Handlungsfreiheit übernachten, sich von Tausenden
verehren lassen, und doch hungere ich nach ein wenig Ruhe.
Und gerade dieses Wochenende fing ich an, etwas Frieden zu bekommen.
Letzte Woche, als ich eigentlich damit begonnen haben sollte,
wieder durchzuatmen, mussten wir aus dem Haus ausziehen, während
es für eine Ausräucherung in Planen gehüllt wurde. Diese Aktion
bedeutete ein Mehr an unnötigem Stress für mein Leben, jedoch
war es nichts im Vergleich, was uns auferlegt wurde von den
Termiten, Ratten, Mäusen, Motten, Flöhen, Zecken, Sandflöhen,
Springspinnen und Silberfischen. Nun sind sie kapores. Wenigstens
für dieses Mal.
Aber die Momente der Ruhe erlaubten mir gerade gestern erst,
eine weitere neue Story zu vollenden, auch wenn ich anfange,
für einen neuen Roman zu recherchieren. Ich hoffe, einige weitere
kurze Stücke zu schreiben, um mich dann für eine lange Weile
der Ruhe und des Studierens einzugraben. |
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Die neue Story heißt übrigens Balto und gehört, in
absteigender Reihenfolge, zu den Stücken La Conchita,
Hands On, The Unlucky Mother of Aquiles Maldonado
und Question 62.
Was gibt es sonst noch? Ich habe kürzlich die polnische Übersetzung
von Drop City zugeschickt bekommen, zudem die gebundene
Brigitte-Buch-Club-Neuauflage von The Tortilla Curtain
(in der deutschen Übersetzung von Werner Richter), und die
sich für Januar abzeichnende Bloomsbury-Ausgabe von Tooth
and Claw. Haltet Ausschau nach der Weihnachtsstory Three
Quarters of the Way to Hell, welche in der Dezember-Ausgabe
des amerikanischen Playboy erscheinen wird.
Unterdessen thront die fette, editierte Manuskriptkopie von
Talk Talk auf meinem Schreibtisch, noch unbesehen,
aber ich werde sie durchgehen und an Viking zurücksenden,
rechtzeitig vor all unseren kleinen Verabredungen im Zusammenhang
mit einer Veröffentlichung im Juli.
Also, fröhliches Spuken - ich werde vermutlich früh genug
von der Bar zurück sein, um vor dem prasselnden Kaminfeuer
ein paar Schokoriegel zu knabbern, während die Türglocke nicht
schellt, und die wundervollen, kitschigen alten Schwarz-Weiß-Gruselfilme
auf TCM laufen - und ja, ich sehe Euch dann alle auf der Lesung
am 16. November in Sacramento.
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| PS: Das beiliegende Bild, schauderlich
genug, wie ich annehme, sollte selbsterklärend sein. Die 25-Jahre-Jubiläums-Edition
von Water Music wird im Juli 2006 erscheinen, zusammen
mit der Taschenbuchausgabe von Tooth and Claw und dem
oben erwähnten Talk Talk. |
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