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»Seht ihr das hier, Leute? Seht her. Das ist ein Brief von meinem Onkel. Von Onkel Roy persönlich.« (Norm Sender)
 
What's New? vom 30. März 2008
übersetzt von Robin Walz
 
In dieser Jahreszeit der Wahlpropaganda will auch ich meine Wenigkeit zur Wahl stellen. Nein, ich will nicht gegen Hillary und Obama als Demokrat aufgestellt werden - ich will einfach nur an die Macht gelangen. Warum? Weil ich weiß, was alle wollen.

Schon gut, ich gebe es zu: Ich will eine »Litokratie« errichten, und das wird hart fürs Fernsehvolk, aber wir werden sie damit beschäftigen, Brücken, Schulen und was auch sonst zu errichten, einen Stein auf dem anderen. Amerika, das wunderschöne, wie du es Dir nicht vorstellen kannst, um Barry Hannahs großartige Story Testimony of Pilot zu zitieren.
 
 

Es ist wirklich einfach, Leute. Hier mein Drei-Punkte-Plan zur Wiederbelebung Amerikas:

1.) Ein Fünf-Jahreslimit auf die Nutzung fossiler Brennstoffe erheben. Wenn wir im Verlauf des Zweiten Weltkriegs schon den Sprung von Doppeldeckern zu Jets und Atomwaffen schaffen, sollte es doch wohl möglich sein, innerhalb von fünf Jahren das Wasserstoff-Auto in Auftrag zu geben. Und wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, wird die Elektrizität, die nötig ist, um H2O in seine Bestandteile aufzuspalten, in Solarzellen auf dem Dach jeder ehemaligen Tankstelle des Landes erzeugt. Du hast einen Oldtimer? Kein Problem. Wir geben Dir 3000 Dollar, um ihn in unsere Wasserstoffwerkstatt zu bringen und umbauen zu lassen. Fünf Jahre. Kein Benzin. Sag »Auf Wiedersehen« zu den Ölkriegen. (PS: Ich umging neulich die vier Dollar pro Gallone, indem ich glücklich bei 3,99 Dollar den Hahn zudrehte.)

2.) Legalisiert alle Drogen und verkauft sie bei Long's Drugs. Und besteuert sie auf Teufel komm raus, genau so wie wir Schnaps besteuern. Denn ein Verbot führt nur zu Schwarzmarkt, Gewalt und jene Verrenkungen, die damit einhergehen. Hallo Ihr Bauern der peruanischen Berge und afghanischen Hügel! Ihr fangt besser gleich damit an, Mais, Weizen und Zuckerrüben anzubauen. Und an alle Drogen verkaufenden Gangster: Vergesst es! Wir kriegen ein besseres, reineres und preiswerteres Produkt - in kontrollierten Dosen - in der Apotheke.

3.) ... werden wir natürlich das Obhutsklausel-Gesetz stärken, das seit der Depression zu schlafen scheint. Du willst einen Job? Dann komm morgen wieder und wir geben Dir einen ordentlichen Lohn und Gesundheitszuschüsse. Wir werden das Graffiti überdecken, eine neue Schule und ein paar nette Mauern bauen und eine große Menge Geld zurück in die Gemeinde pumpen. Die Kosten für all das wären vermutlich nicht höher als die Summe, die wir monatlich aufwenden, um die Hölle aus dem Irak und Afghanistan zu bomben.

Gefällt Euch mein Plan?

Wählt mich nicht, ich habe mich nicht aufgestellt. Aber seid wachsam und wartet auf das Signal. Ansonsten entschuldigt mein leeres Gerede. Das liegt an der Jahreszeit, glaube ich. And I do mean it, all of it.

Neuigkeiten? Ihr wolltet Neuigkeiten? Nun, veni, vedi, vici, mit Grüßen an die Swarthmorians. Großartige Leute, schreckliches Wetter. Hatte aber viel Spaß. Bis auf die übliche Hölle am Flughafen. Nur ein paar Tropfen über dem Mittleren Westen und dem Südosten, und was kommt dabei raus? Chaos.

Im Moment bin ich übrigens kein Schriftsteller mehr, sondern eher ein Forscher und Notizenschreiber. Der neue Roman beginnt etwas Druck auf die Überreste meines Gehirns auszuüben. Bevor ich richtig anfangen kann zu schreiben, werde ich noch zwei Monate Zeit brauchen - und ich muss noch mehrere Male den Ort der Handlung besuchen. (Das geht im Moment wegen des Wetters nicht. Falls Euch diese Nachricht jedoch fasziniert, wartet einfach die nächsten What's New ab, weil ich nach und nach alles enthüllen werde, vor allem dann, wenn ich dem eigentlichen Schreibprozess näher komme.)

Haltet in der Zwischenzeit nach The Lie im New Yorker Ausschau. Die Veröffentlichung dieser Kurzgeschichte ist für Mitte April geplant. Viel Spaß! Und ich hoffe doch, einige von Euch in der Schöneberg Hall an der UCLA anzutreffen, wo ich am Sonntag, den 27. April, ab 13:00 Uhr, meinen jährlichen Buchmesse-Auftritt absolviere und ich hoffentlich meinen Roman The Women ein wenig enthüllen kann; und, wenn es die Zeit erlaubt, auch die Story Thirteen Hundred Rats, für alle, die nach diesen Nagern schreien.

Ciao

 
 
 
 
PS: Letzte Nacht habe ich eine beeindruckende Produktion von John Patricks Shanley's Doubt im Centerstage Theater hier in Santa Barbara gesehen. Sehr kraftvoll und wunderschön gemacht.
 
PPS: Derrick hat im Message Bord [von tcboyle.com] einen Link zu YouTube bekanntgegeben, zu einem kleinem Film über mich, aus einem meiner früheren Leben. Darin plaudere ich ein wenig und trage die zwei Kurgeschichten Zapatos und Hard Shell vor. Seht Euch den Film hier an! Wie ich Derrick im Message Board schon dankend mitteilte, gehört dieser Film zu jenen Dingen, die ich gerne öfter auf meiner Website sehen würde. Andererseits: Wer will schon durch die Tonnen von alten Videobändern, DVDs und Audioaufnahmen waten, die in meinem Keller lagern? Dieser Film ist ein Anfang, immerhin, und gibt der Homepage eine kleine historische Perspektive. Viel Spaß!
 
 
 
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