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»Seht ihr das hier, Leute? Seht her. Das ist ein Brief von meinem Onkel. Von Onkel Roy persönlich.« (Norm Sender)
 
What's New? vom 30. September 2008
übersetzt von Robin Walz
 
Eine kürzlich ergangene Anfrage eines unserer engagiertesten, scharfsinnigsten und immer wissbegierigen Messagistas, Michael77, hatte mit Baseball zu tun. Oder eher mit der Streichung meines (bis heute) einzigen Werkes über Baseball, The Hector Quesadilla Story, aus der deutschen Übersetzung von Greasy Lake. Er wies auch darauf hin, dass Me Cago en la Leche (Robert Jordan in Nicaragua) aus der deutschen Übersetzung von If The River Was Whiskey genommen wurde, und er wunderte sich darüber.

Nun, ich gebe meinen Redakteuren durchaus die Entscheidungsfreiheit, eine Geschichte hier und da zu löschen, wenn sie das nachhaltige Gefühl haben, dass es nicht den Kundenkreis anspricht, wiewohl ich natürlich nicht besonders glücklich darüber bin, meine deutschen und französischen Leser zu berauben (in den zwei Ländern wo das geschehen ist), aber da habt ihr's.
 
 
All das jedoch ist lediglich eine Überleitung, damit ich ein paar Sätze über diesen einstmals ur-amerikanischen Sport verlieren kann, der weiterhin mein Herz anspricht, trotz Hector und seines Nachfolgers Aquiles Maldonado.

Die zwei Teams, die ich leidenschaftlich verfolge (vorausgesetzt der TV-Ton ist ab- und die Stereo-Anlage angestellt, und ich halte ein Buch in der Hand), sind die Dodgers und die Angels, die es beide in die Playoffs [Ausscheidungsspiele] geschafft haben. Ziemlich aufregendes Zeugs. Jedenfalls für mich. Andererseits erinnere ich mich an das Ereignis, als ich vor einer überfüllten Versammlung in Elliott Bay Books in Seattle nahe dem Ende der wirklich nahezu unendlichen Tour für The Tortilla Curtain auftrat und aus einem Impuls heraus entschied, The Hector Quesadilla Story zu lesen, statt aus dem Buch der Stunde, um die Seattle Mariners zu ehren, die sich am selben Abend in einem Stadion unweit des Buchladens ihren Weg zu den Playoffs freischlugen. Die Leserschaft - und ich will hier keine, in irgendeiner Form abfällige sexistische Bemerkung machen - war prinzipiell weiblich und reagierte nicht so enthusiastisch, wie ich gehofft hatte, auf diese Story, welche versucht, den Baseball zu lieben und gleichzeitig die Form der Sportgeschichte zu umgehen und neu zu erfinden.

Abschließend wollte ich wissen, ob es Fragen gab. Gab es. Und die erste, von einer irgendwie verärgert aussehenden Frau in der zweiten Reihe kommend, lautete: »Wir kamen, um The Tortilla Curtain zu hören. Warum können Sie uns nicht The Tortilla Curtain vorlesen?« Ich weiß, wann ich mich geschlagen geben muss. Freudig, dankbar, fast fiebrig, las ich von Cándidos Leid und Delaneys Vergehen. Und wenn ich auch nicht ganz einen Homerun erzielte, so habe ich an jenem Abend doch die Erste Base erreicht.

Wie dem auch sei, ich glaube, man erwartet von mir eine klitzekleine Menge an News zu liefern, und ich werde mich nicht vor der Verantwortung drücken, keinesfalls.

Erstens: Ich bin gerade mit den 135 Seiten von Teil I des neuen Romans, When the Killing's Done, fertig geworden. Teil II - die abschließende Sektion - wird doppelt so lang werden. Ich hoffe, es nächsten Sommer fertig zu haben, obwohl das ausgedehnte Touren im Februar hier und im März durch Deutschland, Österreich und die Schweiz mit Sicherheit eine Kerbe in meinem Schreibplan hinterlassen wird.

Zweitens werde ich Freitag Abend wie üblich beim New Yorker Festival auftauchen. Jedoch werde ich dieses Mal nicht auftreten, sondern gehe eher nur zum Plaudern mit Jhumpa Lahiri und Jeffrey Eugenides dorthin.

Drittens, und das sollte Euch wirklich auf Touren bringen, hat mir mein Publizist gerade die vorläufige Liste der US-Städte-Tour zur Vorstellung von The Women geschickt:
  • 09. Februar: New York City, 92nd St., Y
  • 10. Februar: Philadelphia, Free Library
  • 11. Februar: Boston, Harvard Books
  • 12. Februar: Washington D.C., Politics and Prose
  • 13. Februar: Pittsburgh, Oakmont Carnegie Library
  • 14. Februar: Princeton, Barnes and Noble
  • 16. Februar: Oak Park, IL, Unity Temple
  • 17. Februar: Chicago, Public Library
  • 18. Februar: Seattle, Barnes and Noble
  • 19. Februar: Portland, Powell's
  • 20. Februar: San Francisco, Books Inc., Opera Place
  • 21. Februar: Menlo Park, Keppler's
  • 22. Februar: Sonoma, Reader's Books offsite TBA
  • 23. Februar: Los Angeles, Skylight Books
  • 24. Februar: Santa Monica, Public Library
  • 25. Februar: Tempe, Changing Hands Books and
  • 25. Februar: Santa Barbara, TBA, Chaucer's Books.

Puh. Schon das Aufschreiben erschöpft mich. Aber hey, ich sehe Euch dort, Leute. Und für die Orte, für die Ihr Tickets braucht, holt sie Euch früh. An diejenigen, die keine bekommen, kommt früh zur Lesung. Man kann nie wissen.

Adiós, mis amigos. Hasta luego
 
 
 
 
Nachtrag am 31. Oktober 2008: Entschuldigt die Wartezeit [auf diese neuesten Meldungen]. Wir sind wieder hier. Und in Bälde werden wir den Wettbewerb der ARCs [Vorabkopien] für The Women starten und anfangen, die Vor-Kritiken zu vermerken. Doch die tatsächliche und wahre Botschaft dieses Nachtrags ist, Euch allen ein Happy Halloween zu wünschen. Es ist, wegen des Bestandteils des Absonderlichen, und mal ganz abgesehen von der Fülle an Süßigkeiten, mein Favorit in der endlosen Reihe von Ferien und speziellen Anlässen, die uns durch das Jahr zerren, ob wir wollen oder nicht – oh, wie glücklich sind Einsiedler in ihren Höhlen! Was mich betrifft, so werde ich mich verkleiden, jedoch nur minimal, und hinaus stürmen. Habt Spaß!
 
 
 
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