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»Seht ihr das hier, Leute? Seht her. Das ist ein Brief von meinem Onkel. Von Onkel Roy persönlich.« (Norm Sender)
 
What's New? vom 29. November 2008
übersetzt von Beate Walz und Alphonse Heck
 

Hier sind wir nun, schon im Sog der Weihnachtszeit, willy-nilly (ein sonderbarer Ausdruck, der bedeutet: ob Ihr wollt oder nicht, ob Ihr es mögt oder nicht, tschüss und vergesst die Bremsen, denn wir sind auf Kollisionskurs, meine Freunde).

Jedenfalls sind wir nun hier. Und ich kann nur mein Bedauern aussprechen für den armen Burschen, der gestern von entfesselten Kauflustigen zu Tode getrampelt wurde, als er im Begriff war, die Tore zur Kaufhalle für den ersten ernsthaften Ansturm der (Weihnachts-) Einkäufe zu öffnen.

Ich bemitleide auch mich, weil ich von diesen Dingen erfahren muss, und weil ich selbst unter all den materiellen Dingen begraben sehe, nicht nur jetzt, sondern während meines ganzen verrückten erwerbssüchtigen Lebens in einer Gesellschaft, die nur auf Anschaffungen aus ist (siehe Filthy with Things [Boyles Kurzgeschichte »Sammlerinnen und Jäger« aus dem Sammelband »Fleischeslust«] ).

Ein Szenario vom letztjährigen Weihnachtseinkauf schießt mir gerade durch durch die Hinrwindungen: Ich, in die Shopping Mall schleichend, zum ersten Mal seit dem Vorjahr, und in den Laden See’s Candies hüpfend, viele Frauen sind anwesend, Pralinen mampfend und ihre Auswahl treffend, ich hebe eine Augenbraue, wähle drei identische Schachteln, identisch eingepackt, schreite auf direktem Weg zur Kasse und verkünde allen Leuten im Geschäft: »Das war jetzt mein Weihnachtseinkauf.« (Obwohl, das stimmte nicht ganz, ich war zuvor noch in den Buchladen gehüpft und hatte für meine Frau ein sehr romantisches Geschenk erworben - acht oder zehn Bücher, die ich schon immer brennend gerne lesen wollte.)

Wie auch immer, wir sind ganz gewiss froh, noch hier zu sein. Warum? Weil wir ein Haus haben, Besitz, Nahrung. Und Kreditkarten, um mehr zu kaufen, und Automobile, um zum Einkaufen zu fahren. Was ich damit sagen will, ist, dass das Tea Fire [die Brände in Kalifornien] doch gefährlich nahekam (siehe auch The Tortilla Curtain and Ash Monday). Ich stand auf dem Dach, den Wasserschlauch in der Hand, während es bedrohlich über die Hügel brauste, als ob die Kraft meines lächerlichen Willens und der dürftige Strahl meines Schlauches etwas dagegen hätten ausrichten können. Und doch sind wir noch hier, in diesem Redwood-Haus, das nur einen Monat von seinem 100-jährigen Bestehen entfernt ist, und wir waren fast zu Asche reduziert worden. Reine Glückssache. Voodo. Zufall (siehe auch Chicxulub). Mein Mitgefühl gilt denen, die weniger Glück hatten, wie meine Freundin, die im Supermarkt-Feinkostladen arbeitete und stur für mich Schweizer Käse in Scheiben schnitt, einen Tag, nachdem ihr Haus, das ihr Mann 35 Jahre zuvor gebaut hatte, komplett in ein anderes Gefilde transformiert worden ist.

Ich weiß, hier sollte es um Neuigkeiten gehen, doch ich dachte, zunächst ein wenig Dampf ablassen, könne nicht schaden. News? Nun, Dank Fons und Milo, ist hier der neue Tourplan für The Women (im Anhang der vorherigen Boyle-Mitteilung) und außerdem ein neues Foto. Dank an Whitney Taylor.

 
 
Das Narrative-Magazin wird sehr bald einen üppigen Ausschnitt aus The Women veröffentlichen, sowohl online als auch zum Anfassen, also gedruckt, und die L.A.Weekly wird ebenfalls einen Auszug verlegen. Viking wird das Buch am 10. Februar 2009 veröffentlichen, und mein Anstoß zur Tour ist am Abend davor in der 92. Straße in New York. Man sieht sich dort. Falls ich die Weihnachtszeit überlebe, heißt es, und die Brände - entweder buchstäblich oder bildlich -, die uns alle eventuell braten werden.
 
 
 
 
 
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