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»Seht ihr das hier, Leute? Seht her. Das ist ein Brief von meinem Onkel. Von Onkel Roy persönlich.« (Norm Sender)
 
What's New? vom 31. Mai 2009
übersetzt von Beate Walz und Karsten Weyershausen
 
Die Neuigkeit ist, dass ich der Flughäfen und Hotels ein klein wenig überdrüssig bin. Es war eine lange, erschöpfende Zeit, seit Die Frauen erschien und ich bin bereit, meine Taschen einzumotten und zu sehen, was das wahre Leben zu bieten hat. Bezüglich der Fluggesellschaften: Natürlich verfrachten sie uns, füttern uns ab und behandeln uns wie die Tiere, die wir sind. Kundendienst? Warum? Welche Alternative haben wir auch, wenn wir einen Ort am anderen Ende des Landes erreichen wollen? (Tatsächlich habe ich meinem geduldigen und sehr groß gewachsenen Lektor mitgeteilt, dass die ich die Lesereise für »Wild Child« ausschließlich zu Fuß absolvieren werde. Ich werde in Kürze zu meinen März 2010 Terminen in New York aufbrechen, nur ich, mein Hund und ein schöner stabiler Spazierstock.) Hölle, der Anschlussflug von Phoenix über New York hatte noch nicht mal Sitze - wir rollten umher und klammerten uns aneinander. Und der Pilot war seiner Stimme nach zu urteilen höchstens zwölf.

Egal. New York sollte es sein. Ich hatte etwas Spaß in Peekskill, wo 21 von uns im Capri Restaurant feierten, dann fuhr ich in die Stadt (Menschenwürdig, mit der Bahn, bevor ich den langen Weg zum Universitätsgelände an der 156sten Straße, ganz im Norden der Stadt, unternahm. Und so entfaltete sich die Aufnahmezeremonie mit all ihrem schlanken, funkelnden Glanz in voller Pracht. Wir aßen, tranken, hörten uns Reden an. So etwas soll angeblich vergnüglich sein, nehme ich an, doch das Vergnügen war nicht ohne weiteres als solches erkennbar. Ich weiß, dass ich etwas über den Anzug erwähnt habe, den ich eigens für diesen ehrwürdigen Anlass gekauft hatte, aber unglücklicherweise hat niemand, den ich kannte, daran gedacht, ein Foto für Euch zu knipsen. (Die Bar hat geöffnet? Wo ist die Bar?) Es ist eine Schande, weil ich besonders Euch Messagistas zeigen wollte, wie gut gekleidet (Wortspiel: well-suited) ich der Uni beitrat.
 
 
Natürlich endete der ganze Spaß, wie er angefangen hatte, im ganz normalen Flugzeug-Horror. Kurz davor erlebten wir einen erneuten furchterregenden Flächenbrand. Ich stand wie zuvor auf dem Dach und hackte frenetisch alle überstehenden Äste ab (als ob das gegen eine 100 Fuß hohe Feuerwand etwas nutzen würde).

Wieder hatten wir Glück. Wieder hatten andere weniger Glück. Das Tea Fire [vom 13. November 2008]  nahm 231 Familien ihr Heim. Das Jesuita Fire im Mai machte 80 weitere obdachlos. Wir müssen so etwas in Zukunft verhindern. Ich werde den Behörden, wer immer sie auch sind, vorschlagen, eine Plexiglaskuppel über die ganze Stadt zu errichten. Komplett mit eigenem Klima (viel Regen) und Notausgängen. Entweder das, oder ich verkaufe hier alles und erwerbe mit dem daraus erzielten Gewinn den Staat North Dakota.

Gut, gut, ich weiss, das Wetter in North Dakota ist nicht das Beste, aber wenigstens müssen sich die North Dakotianer nicht mit Feuerstürmen und Erdbeben herumschlagen - nicht zu vergessen den Verkehr auf den Freeways. Außerdem wäre ich ein wohlherziger Grundbesitzer, ganz bestimmt. Sicher, ich würde eine Mauer um meinen Staat errichten und den LKW-Fahrern pro Nase 100 Scheine Maut abknöpfen und es gäbe eine Menge Leute, die wegziehen müssten, doch im großen und ganzen glaube ich, dass North Dakota prima zu mir passen würde - und umgekehrt natürlich.

Ich sehe Euch dort. Ciao.
 
 
 
 
P.S. Das beiliegende Foto, das mich unglücklicherweise nicht in meinem Universitäts-Anzug zeigt, wurde von Phil Channing kurz vor Anfang der L.A.Times Buchmesse Ende letzten Monats aufgenommen. Vielleicht taucht bis zum nächsten Mal ein Anzug-Foto auf. Außerdem werde ich Euch noch in dieser Woche das Cover zu »Wild Child« zeigen können. Aber nicht heute. Heute habe ich gerade meine Arbeit beendet und bin kurz davor mich in meine Maulwurfs-Killer-Montur zu werfen, um einen Kampf mit einem Tier auszufechten, das zwar weitaus kleiner ist als ich, aber zweifelsohne - wie unzählige Male bewiesen - um etliches intelligenter. Wünscht mir Glück.
 
 
 
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