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»Ich hab letztes Semester einen Kurs für Gebärdensprache gemacht, aber ich bin noch ziemlich unbeholfen.« (Bridger Martin)
 
Talk Talk
Gesprochen von Jan Josef Liefers
 
Rezensionen
 
Jörg von Bilavsky / Die Berliner Literaturkritik / 04. Januar 2007
Diesmal keine skurrilen Charaktere, keine schrägen Plots und keine sensationelle Sprachakrobatik. Diesmal eine hochintelligente Gehörlose, ein hochaktueller Plot und ein hochempfindlicher Sprachduktus: T.C. Boyle, der Bestsellerautor mit dem untrüglichen Gespür für Außenseiter, spürt in seinem elften Roman die Ängste und Aggressionen von Betrogenen wie Betrügern auf. (...) Die Verfolgsjagd kann also beginnen. Und Boyle weiß sie erzählerisch grandios zu beobachten. Fortlaufend wechselt er zwischen der Perspektive von Opfer und Täter. (...) Allerdings hält sich der psychologische Tiefgang des Romans in Grenzen. Boyle opfert das Psychogramm seiner Figuren der Thriller-Dramaturgie. Dabei hätte das brandaktuelle Sujet durchaus zu scharfsinnigeren Betrachtungen über das wechselvolle Verhältnis von Geld und Identität eingeladen. (...) Der an der University of Southern California lehrende Professor für »Creative Writing« hat auf Spannung und ein überraschendes Finale gesetzt. Zu diesem führt in der gekürzten Hörbuchfassung Jan Josef Liefers, der sich auf den momentan so angesagten Ton amerikanischer Bestsellerautoren bestens versteht. Das hat er bei der Lesung von Paul Austers und Ian McEwans Romanen mehrfach bewiesen. Liefers bekommt die mentalen Schwankungen der verbissen agierenden Dana Halter stimmlich ebenso gut in den Griff wie die des scheinbar coolen Schurken Wilson. Aber auch mit dem slawischen Akzent von Wilsons russischer Lebensgefährtin balanciert er gekonnt auf der Schneide zwischen Ironie und Ernst. Schließlich ist es seiner Sprecherleistung zu verdanken, dass Boyles Figuren schärfer konturiert erscheinen als in der Romanvorlage. Und nichts weniger als das macht die Faszination und Qualität dieses exzellent artikulierten Hörbuches aus.
 
 
Frank Dietschreit / Märkische Allgemeine / 11. November 2006
Dass Boyle [in seinem Roman] einige Nebenhandlungen hätte verknappen oder ganz streichen können, beweist die auf vier CDs komprimierte Hörbuch-Fassung: Jan Josef Liefers liest Boyle, als wäre er ein Seelenverwandter des Autors. Großartig.
 
 
Manfred Schiefer / Der Schallplattenmann / 18. September 2006
Der Sprecher Jan Josef Liefers macht gute Miene zum langweiligen Text und tut so, als ob die Geschichte nicht überwiegend zum Gähnen wäre. Er liest akzentuiert, ohne durch unnatürliche Übertreibung mehr aus der Geschichte herausholen zu wollen als in ihr steckt. Da freut man sich über Kleinigkeiten wie dem hübschen Akzent, den er Helena verpasst – und fände es am Ende gar nicht schlimm, wenn »Talk Talk« nur eine Kurzgeschichte wäre, über die auf den restlichen Scheiben ein paar bessere Boyle-Texte hinwegtrösten würden.
 
 
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