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»Asche zu Asche, Staub zu Staub, Eis zu Eis.« (John Pennington Frank, Dr. med, U.S. Navy)
 
Der Polarforscher
Hörspiel, gesprochen von Matthias Matschke, David Nathan, Hans Peter Hallwachs, Oliver Stritzel u.v.a.
 
Rezensionen
 
Jens Sparschuh / Tagesspiegel / 15. November 2009
Schon nach wenigen Minuten, als eine heftige Windböe dem feierlich auf der Brücke stehenden John Pennigton Frank die Kapitänsmütze aus der Hand reißt und kurz darauf eine riesige Welle ihm auch noch eiskalt eine klatschnasse Ohrfeige verpasst, weiß man, wohin die Reise in diesem Hörbuch wirklich geht: Es ist eine von abgründiger Komik untermalte Parodie auf die Gattung »Expeditionsgeschichte«. (...) Auf dünnem Eis, politisch völlig inkorrekt, schlittert diese Geschichte von allerschwärzestem Humor durch das ewige Weiß der Arktis. Dazu gibt es eine wunderliche Musik, die sich anhört wie eine Direktübertragung aus dem gluckernden Innern eines Walfischbauchs.
 
 
Anne Mayer-Gatermann / news.de / 16. Oktober 2009
T.C. Boyles düstere Erzählung »Der Polarforscher« ist jetzt als stimmungsvolles Hörbuch erschienen. Verstörende Klänge ziehen wie Eisschollen um die Erzählung. Knarzende Schiffsplanken, kreischende Möwen und knisterndes Eis bereichern Boyles beklemmendes Stimmungsbild. Klangkunstlabor hat den Sound dieses Hörbuchs beigesteuert. Regisseur Martin Heindel hat den zwei Erzählsträngen, die Käpt'n Franks Mannschaft und die Eskimos verfolgt, unterschiedliche Stimmen zugewiesen: Matthias Matschke und Hans-Peter Hallwachs. Einträge aus dem Logbuch des Kapitäns sind dazwischen gestreut. Die Stimme des Expeditionsleiters übernimmt David Nathan und verleiht der Figur mit lakonischen, blasierten oder unbedarften Tonlagen Kontur. (...) In der missverständnisreichen Begegnung zwischen Forscher und Einheimischen klingt schon an, was Boyle in seinem Roman Wassermusik meisterhaft ausführen wird: Ein naiver, »zivilisierter« Abenteurer stolpert in eine neue Welt und scheitert grandios an der Überzeugung, die vertrauten Regeln und Gewohnheiten funktionierten auch hier. In dieser Kluft entdeckt Boyle ein urkomisches Potenzial, das er beim »Polarforscher« schon andeutet und in Wassermusik voll ausschöpft. Wer Wassermusik verschlungen und dabei Tränen gelacht hat, sei hier jedoch gewarnt: Der »Polarforscher« ist eine zutiefst zynische und bitterböse Erzählung. Die Worte umschließen den Zuhörer mit unerbittlichem Griff, dass es knackt und knirscht. (...) Es empfiehlt sich, diesem Hörbuch mit heißem Tee und Wolldecke zu lauschen. Am besten an einem klirrend kalten Abend, wenn der Winter schon tief in den Knochen steckt: Danach wird man erleichtert ein Käsebrot essen und sich vornehmen, nicht mehr allzu sehr auf den deutschen Winter zu schimpfen.
 
 
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