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Probleme beim ersten Geschlechtsverkehr führen die Kinseys
zum Arzt, der ihnen erklärt, dass solche Schwierigkeiten nicht
ungewöhnlich seien - nur würde darüber nicht laut geredet.
Kinsey kommt ins Grübeln, bietet fortan Eheberatungskurse
an und entwickelt einen dicken Interviewkatalog, um Informationen
über das Beischlafverhalten der Amerikaner zu sammeln. Finanziert
von der Rockefeller-Stiftung, bereist der Wissenschaftler
die USA, stellt 18.000 Akten über sexuelle Verhaltensweisen
zusammen, die schließlich in Buchform erscheinen.
-- VideoMarkt --
So schlüpfrig, so gewagt das Thema, so sauber, so sorgfältig
handelt Bill Condon (Gods and Monsters) es ab. Elegant,
flüssig und manchmal auch humorvoll kommen die Dialoge, während
die in warmen, gedeckten Farben gehaltenen Bilder von Kameramann
Frederick Elmes (»Der Eissturm«) die Handlung neutral
illustrieren. Groß spielt Liam Neeson als Titelheld auf, macht
die »sexuelle Revolution«, die Kinsey seinerzeit auslöste,
begreifbar. »Aufklärungsunterricht« der besonderen Art.
-- VideoWoche --
Obwohl oder vielleicht gerade weil »Das sexuelle Verhalten
des Mannes« sich häufig auf eine Minutenaffäre reduziert,
war es Alfred C. Kinsey die gleichnamige Marathon-Studie wert.
Sie und vor allem der Pionier, der sie im repressiven Klima
der Vierzigerjahre veröffentlichte, stehen im Mittelpunkt
eines Films, der sensibel und mutig den Weg eines nicht unumstrittenen
Wissenschaftlers nachzeichnet. Kinsey öffnete Amerika und
dem verklemmten Rest der Welt die Augen, war Wegbereiter der
sexuellen Revolution und bietet auch im neuen Jahrtausend
Reizthemen genug, um nach dem Kinobesuch zu diskutieren, ob
seit Kinseys Studie wirklich über 50 Jahre vergangen sind
oder die Zeit in mancher Hinsicht stehen geblieben ist.
-- Blickpunkt Film --
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