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»Amerikajin desu.« (Hiro Tanaka)
 
Der Samurai von Savannah
Aus dem Amerikanischen von Werner Richter
 
Originaltitel: East is East
1990 Viking Penguin, New York
© 1990 T. Coraghessan Boyle
Deutsche Erstausgabe: 1992 Hanser Verlag
 
 
Kurzinfo
 
Als der japanische Matrose Hiro Tanaka irgendwo vor der Küste Georgias von Bord seines Frachters springt, trägt er naturgemäß außer einem Rettungsring nicht viel Gepäck mit sich: ein paar Dollar, das verblasste Foto seines Vaters, den er nie gekannt hat, und, wasserdicht verpackt, Mishimas »Weg des Samurai«. Doch sein Kopf ist vollgestopft mit Vorstellungen von Amerika, gewonnen aus Büchern, Filmen, Popmusik. Was er mit einem Sprung ins Wasser hinter sich gelassen hat, ist ihm nur allzu bewusst: eine trostlose Kindheit und Jugend, in der er bis aufs Blut gepeinigt worden ist als Mischling, verachtet und geschnitten von seiner japanischen Umwelt. Was ihm in Amerika blüht, hat er sich freilich nicht träumen lassen. Halbtot wird er auf eine gottverlassene Insel gespült, die außer von einer Künstlerkolonie nur von ein paar schwarzen Hungerleidern und rassistischen Rednecks bewohnt wird. Es beginnt eine lange, grausame und zugleich groteske Jagd auf den illegalen Einwanderer, der nicht nur von Beamten der Immigrationsbehörde gesucht wird, sondern sich auch aufgrund grotesker Verständigungsschwierigkeiten zahlreiche Missetaten zu Schulden kommen lässt. Bis der von Männern und Bluthunden Gehetzte Zuflucht findet bei Ruth Dershowitz, die Hiro füttert, kleidet, zähmt, ihm ihr Bett überlässt und es schließlich auch mit ihm teilt. Ruth, eines der Mitglieder von Mrs. Septima Lights' Künstlerkolonie, wahrt zunächst das Geheimnis, denn Hiro verleiht ihr das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, verleiht ihr ein Gefühl der Macht. Doch dann flieht Hiro aus seinem Schlupfwinkel, verfolgt von einem abgebrühten Vietnam-Veteranen, der, Ironie des Schicksals, möglicherweise sein Vater ist. Und im überraschenden und großartigen Finale besinnt sich Hiro auf eine Weisung aus seinem Samurai-Buch.

Boyles tragikomischer Roman über die dramatische Begegnung zweier Kulturen, über die blutigen Missverständnisse, die aus Unkenntnis des Fremden, des anderen entstehen, hält den Leser bis zum Schluss in Atem. Das Gelächter der Selbsterkenntnis, der Schock, der beim unausweichlichen Ende eintrifft, ein Schock, der reinigende Wirkung hat.
 
 
Deutschsprachige Ausgaben
 
Erstausgabe 1992
Hanser Verlag, München
Gebunden, 398 Seiten, ISBN 3-446-16211-9
Umschlaggestaltung: Peter Hassiepen unter Verwendung einer Illustration von Bascove, New York [Bestellen]
 
Taschenbuch 1995
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
erschien in mehreren Auflagen mit unterschiedlichen Buchcovern, 467 Seiten,
ISBN 3-423-12009-6 [Bestellen]
 
 
Englischsprachige Ausgaben
 

Taschenbuch - UK
Titel: East is East
Bloomsbury Publishing, 2004
398 Seiten, ISBN 0-747-57278-X [Bestellen]
 

Taschenbuch - US
Titel: East is East
Penguin Books, 1991
384 Seiten, ISBN 0-140-13167-1 [Bestellen]
 
 
Hardcover
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