Romane | Kurzgeschichten | Illustrierte Ausgaben | Hörbücher | Schule & Studium | Anthologien | Sonstiges
 
»Nein, ich schwör's euch, der Typ sah aus wie Elmar Fudd, nur eben mit Haaren.« (Saxby Light)
 
Der Samurai von Savannah
Aus dem Amerikanischen von Werner Richter
 
Leserkritik
 
Anne aus Berlin - 04/2004
T.C. Boyle kann sehr sehr komisch und sehr sehr witzig schreiben. Im gleichen Maße ist er in der Lage, schicksalhafte Verstrickungen und Situationen, in die seine Helden geraten, so überzeugend darzustellen, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend sind. Die Pulsfrequenz steigt und das Buch geht einem nach Beendigung der Lektüre für Tage nicht aus dem Kopf. (Hiro im letzten großen Sumpf, zu Tode erschöpft, Ruth die nach ihm ruft, und er glaubt seine Mutter zu hören. Er ruft nach ihr und ruft nach ihr und ruft nach ihr ... vollkommen verzweifelt und fantasierend - und dann sein Ende.)
 
 
Mauzi aus Sangerhausen - 09/2003
»Mama! Mama!« (Hiro Tanaka im Sumpffieber-Delirium) Wieder mal ein typischer Boyle, voller Gesellschaftskritik, verpackt in boshafter Ironie, aber diesmal nicht, wie ich fand, die typische boylsche Erzählweise und man sollte die Geschichte keinesfalls an Wassermusik oder World's End messen, bei denen die Zeitsprünge in mir eine Spannung erzeugten, die mich fast unerträglich ungeduldig werden ließ. Trotzdem war es für mich eine unterhaltsame, lesenswerte Geschichte und nicht nur, weil ich so ziemlich ein kritikloser Fan des Meisters bin. Ein japanischer Matrose, Kind einer hoffnungslosen Versagerin und eines amerikanischen Besatzungssoldaten, will nur eins, weg aus Japan, denn die übermächtigen Gene seines Vaters bescherten ihm nicht gerade das Aussehen eines typischen Japaners und so wird er von seinen Landsleuten beschimpft und verfolgt. In Amerika, dem Land der Butterstinker und Langnasen will er seinen Vater suchen. Also springt er von einem Frachtschiff, auf dem er angeheuert hat, ins Meer, um schwimmend ans Festland ins gelobte Land zu gelangen, in die Stadt der brüderlichen Liebe, wo er mit seinem Hippievater wie ein Hippie leben kann. Er landet aber zunächst, wie er enttäuscht feststellen muss, auf einer Insel und findet dort Unterschlupf in einer Künstlerkolonie. Hier wird er das tragische Opfer einer übereifrigen Einwandererbehörde und gnadenlos gejagt von verblödeten brutalen Sheriffs und rassistisch fanatischen Einwohnern. Auf seiner Flucht vor ihnen verstrickt er sich immer mehr in auswegslose Situationen. Beim Lesen habe ich manchmal gedacht, warum ist er nur so unglaublich dämlich, so naiv. Er erweckte nie so die Sympathie in mir wie andere Verlierer-Figuren aus Boyles Büchern und trotzdem habe ich mit ihm gebangt und gehofft. Zum Schluss hat mich dann aber doch noch so ein Mitleid mit diesem armen Kerl erfasst, dass mir fast die Tränen kamen. Aber das war dann auch sicher wieder dieser Mutter- und Beschützerinstinkt, gegen den ich mich nicht wehren kann. Auch wenn es eine tragische Erzählung ist, habe ich sie mit Vergnügen lesen können. Allein dieser erbitterte Konkurenzkampf in der Künstlerkolonie um die Stellung der Bienenkönigin brachte mich schon zum Schmunzeln.
 
 
Hardcover
Taschenbuch
 
Buchinfo
Rezensionen
Buchausgaben
Übersicht