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Riven Rock
Aus dem Amerikanischen von Werner Richter |
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| Leserkritik |
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| Mauzi aus Sangerhausen - 10/2003 |
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| »Eddie, ich möchte sterben. Eddie,
lass mich sterben.« Stanley McCormick zu seinem Pfleger Edward
O'Kane. Vorbei, ich habe es zu Ende gelesen, »Riven Rock«.
Es war stellenweise zu lesen wie ein dunkler Zuckerrübensirup,
der sich langsam vom Löffel abrollt, zäh und schwarz und dennoch
Verheißung auf einen bittersüßen, herben Genuss. Man konnte
es schon mal getrost beiseite legen, um sich anderen Dingen
zu widmen, es gab nichts, was einen unbedingt neugierig auf
den weiteren Verlauf machte, denn eigentlich war alles vorhersehbar.
Und dennoch habe ich es gerne gelesen, es war nie langweilig
oder langatmig. Ich wusste, einige Kritiker hatten das Werk
gerügt, es als nicht sein Bestes gescholten, deswegen wollte
ich mir unbedingt darüber ein eigenes Urteil bilden. Ich lese
kein Buch, wenn ich es nicht gefühlsmäßig annehmen kann. Dabei
ist es mir egal, ob der Verfasser gerade angesagt ist oder eine
prominente Persönlichkeit. Aber es war gut, gut, gut! Es hat
mich oft gefesselt, mitgenommen jedoch weniger. Nicht nachvollziehbar
war für mich das Verhalten der Katherine Dexter. Warum hatte
sie den Mann, der alle Anzeichen für seine Schizophrenie schon
ansatzweise in der fast zweijährigen Verlobungszeit aufwies,
überhaupt geheiratet? War ihr die verlogene Prüderie der amerikanischen
Gesellschaft, die Sex zum Vergnügen als unreine Handlung verdammt,
zur Falle geworden, oder nahm sie bewusst das alles in Kauf,
um letztendlich nur an das Geld des millionenschweren Erben
zu kommen? Sie hätte mit einer sicher reichlichen Abfindung
nach einer Annullierung der Ehe ein unbekümmertes Leben führen
können. Was für ein äußerst tragikomisches Schicksal. Ich habe
auf sehr unterhaltsame Weise einen Teil der amerikanischen Geschichte
und der Weltgeschichte kennengelernt bzw. gedanklich wieder
aufgefrischt. |
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