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Drop City
Aus dem Amerikanischen von Werner Richter |
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| Leserkritik |
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| Sabine aus Bayern - 08/2006 |
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| Ich habe mir »Drop City« gekauft,
weil Boyles Idee mit dieser Kommune auch ein uralter Traum von
mir ist. Es gibt viel zu wenig Bücher über diese Thematik, und
gut finde ich deshalb, dass Boyle sich gern damit befasst. Wie
auch in Grün ist die Hoffnung. Ich wählte seine Bücher
also deshalb, weil außer Boyle kaum jemand über diese Thematik
schreibt. Kritisieren möchte ich allerdings, dass Boyle mit
diesem Thema so schrecklich negativ und deprimierend umgeht.
Er schreibt zu gerne über alles Negative an dieser Thematik,
über Dinge, die nicht klappen, die schiefgehen, letztendlich
beschreibt er lauter Träume, die kaputtgehen, und sich zerschlagen
haben. Und das kreide ich Boyle an. Denn es macht das Lesen
seiner Lektüre zu etwas Deprimierendem. Wir alle wissen, wie
das Leben ist und wie die Realitäten sind - dazu muss ich keine
Bücher lesen. Ich lese Bücher, weil ich hoffe, dass wenigstens
in den erfundenen Geschichten von Autoren ein bißchen »heile
Welt« und Träume zu finden sind, die sich erfüllen. Autoren
und Schriftsteller haben eben die Macht, etwas zu erschaffen,
was es nicht gibt, schönere Welten zu erschaffen in ihren Geschichten
und Büchern, oder erfüllte Träume zu erschaffen. - Warum tun
Sie es nicht, T.C.? Die Kunst der Schriftstellerei ist eben nicht,
die allzu bekannten Realitäten zu wiederholen, sondern liegt
eben gerade darin, etwas Wunderbares zu erschaffen, was die
Welt noch nicht kennt. Warum so negativ, Boyle? Hat das Leben
Sie schon so sehr geschlagen, dass Sie nicht einmal in der Phantasie
noch Glück oder erfüllte Lebensträume für möglich halten? Von
»Drop City« bin ich sehr enttäuscht, denn es war ein gutes
Thema, an sich, aber Sie haben ein deprimierendes, desillusionierendes
Chaos draus gemacht. Ich war so enttäuscht, dass ich es nach
dem Lesen in den Papiermüll geschmissen habe. Sie haben natürlich
Recht, diese Geschichten mit den Kiffer-Kommunen oder Hippies
gehen im echten Leben immer schief - siehe Christiania und viele
andere. Aber das wollen die Leser nicht, Boyle! Die Leser wollen
das in Büchern lesen, was es im Leben nicht gibt. Schreiben
Sie uns doch endlich mal einen ganz und gar glücklich erfüllten
Traum! Das ist es, was ich mir wünschen würde. Das Leben ist
negativ genug, die Menschen auch - was ich brauche, ist ein
Gegengewicht dazu, und das suche ich eben in den Büchern, die
ich lese. Ich hatte gehofft, es in »Drop City« zu finden.
- Fehlanzeige. Sie sind so schrecklich deprimierend, Boyle!
Das war jetzt schon das zweite Buch von Ihnen, das ich gelesen
habe, und das ein schlechtes, unbefriedigendes Ende hatte. Ich
werde kein drittes mehr lesen von Ihnen! Ich würde gerne sämtliche
Autoren der Welt zu einem Wettkampf einladen oder auffordern,
Thema: wer schreibt die schönste Happy-End-Geschichte über eine
Kiffer-Kommune. Aber so, wie Boyle offenbar sämtliche Hoffnungen
verloren hat, hab ich den Glauben daran verloren, dass es noch
Schriftsteller gibt, die über dieses Thema positive, hoffnungsvolle
Bücher schreiben, die beim Lesen Freude machen. |
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| Holger aus Braunschweig - 08/2003 |
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| T.C. Boyle nimmt sich in »Drop City« der Hippiezeit an, und dies war wohl überfällig. Schließlich
hat er jene bewegenden Jahre, die unsere Gesellschaft nicht
unwesentlich veränderten, selber hautnah miterlebt; vielleicht
sogar mehr, als ihm lieb war, wenn man mal einen Blick auf seine
Biographie wirft. Deshalb scheint sich der Autor auch wie Zuhause
zu fühlen, wenn er von den Prioritäten der Hippiegeneration
schreibt, von der freien Liebe, von Drogenparties, vom Lebensgefühl
und dem Soundtrack jener Zeit. Seine Sprache passt auf jeden
Fall bestens zu diesem Thema, besser als zu jedem anderen Roman,
den er bisher geschrieben hat. Althippies tendieren normalerweise
dazu, ihre bewegende Jugend zu verklären. T.C. Boyle nicht, und
das war wohl auch von vornherein nicht zu erwarten. Er lässt
seine Protagonisten in gewohnter Manie durch die Geschichte
stolpern, was dazu führt, dass weniger die positiven Grundgedanken
und Ansätze, die die Hippiegeneration hatte, sichtbar werden,
sondern vielmehr ihre naiven und selbstzerstörerischen Seiten.
Wie schon der Klappentext verrät, lässt Boyle in »Drop City« zwei völlig verschiedene Welten aufeinanderklatschen: kalifornische
Hippie-Pioniere und rustikale Einsiedler aus Alaska. Da ist
das dicke Ende vorprogrammiert; ein Ende, das einem nicht wie
in América im Regen stehen lässt, aber auch noch genug
Freiraum für eigene Gedanken und Überlegungen bietet. |
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