Die Frauen
Aus dem Amerikanischen von Kathrin Razum und Dirk van Gunsteren |
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| Hajo Steinert /
Die Welt / 15. Mai 2009 |
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| Jetzt ist es, gerade rechtzeitig zu dessen fünfzigstem Todestag, der nicht minder weltberühmte Architekt und Lebemann, Workaholic und Erotomane Frank Lloyd Wright (1867-1959), den Boyle aus dem Promi-Viertel im Himmel herunterholt, auf einen Sockel stellt und sodann von diesem hinabstürzt. T.C. Boyle reibt sich mit Spottlust an diesen amerikanischer Ikonen des zwanzigsten Jahrhunderts auf. Der literarische Aufwand ist erheblich. Und führt zu keinem erhebenden Ergebnis. (...) Die Handlung gibt Turbulenz vor, tritt aber auf der Stelle. Ein kaltes Romanpersonal. Ein seltsam seelenloser Roman. Über die Bigotterie und Prüderie der amerikanischen Gesellschaft wurden schon bessere Romane geschrieben. (...) Die Gedenkfeier zum fünfzigsten Todestag ist gestört. Der irdische Rummel neulich auf T.C. Boyles Deutschland-Tournee täuscht darüber nicht hinweg. Der Autor hat Vergötterung so wenig verdient wie einst sein literarischer Held. |
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| Irene Binal /
Neue Zürcher Zeitung / 14. Mai 2009 |
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| Boyle klagt in seinem Roman auch eine Gesellschaft an, die nicht willens ist, den Einzelnen nach seiner Façon glücklich werden zu lassen, eine Gesellschaft aus Moralaposteln und Kleingeistern. (...) Selten zuvor ist T.C. Boyle ein so eindringliches Porträt gelungen, selten zuvor kam er seiner Hauptfigur so nahe: Mit Die Frauen hat er Frank Lloyd Wright ein nachhaltiges, berührendes, fesselndes und beeindruckendes Denkmal gesetzt. |
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| Heimo Mürzl /
Wiener Zeitung / 02. Mai 2009 |
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| Nach der Lektüre seines aktuellen Romans, Die Frauen, kann man Mr. Boyle nur den Rat geben, sich möglichst rasch in Sicherheit zu bringen, denn dieses Buch zählt zu seinen schwächsten. (...) Während Mr. Wright letztendlich als gesellschaftlicher Nonkonformist dargestellt wird, wirken die Frauenfiguren – affektiert, drogensüchtig, überspannt und liebestoll – nicht gerade sympathisch und sind wohl (zu) weit weg von den realen Vorbildern. Nicht nur diese sehr einseitige, männliche Erzählhaltung stört beim Lesen, sondern auch die recht aufgesetzt und (allzu) bemüht wirkende Romankonstruktion. (...) Boyle hat das Publikum schon mit vielen grandiosen Büchern verwöhnt, mit seiner überbordenden Fabulierlust und seinem nie zu versiegen scheinenden Ideenreichtum begeistert, doch mit dieser Dekonstruktion eines amerikanischen Mythos liefert er leider nur literarische Dutzendware. |
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| Pia Reinacher /
Frankfurter Allgemeine Zeitung / 30. April 2009 |
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| Nervöse Formulierungslust und unkontrollierte Redseligkeit halten sich im neuen Roman des amerikanischen Bestsellerautors T. C. Boyle die Waage. Dieser Zwiespalt grundiert das Leseerlebnis von der ersten Seite an. Einerseits wird man sofort ins Labyrinth des exaltierten Lebens seiner Hauptfigur geschleudert und mitgerissen. Andererseits folgt man den Irrwegen und Höhenflügen des porträtierten Stararchitekten mit leisem Vorbehalt. (...) Der Roman gehorcht einer demokratischen Scheinstruktur, die von T. C. Boyles Erzählphantasie immer wieder überwuchert wird und ohne genaue Linienführung oft mehr verwirrt als aufklärt. Ein Einfall jagt den nächsten, ein Porträt neutralisiert das folgende, der Repetitionsfaktor des Erzählten ist einigermaßen groß. (...) Das Porträt des berühmten Architekten dagegen verschwimmt dem Schriftsteller unter den Händen. Seine Konturen bleiben unscharf, das Geheimnis, das dieses abhängige Muttersöhnchen zu Höchstleistungen antreibt, im Verborgenen. |
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| Michael Freund /
Der Standard / 8. April 2009 |
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| Wo Boyles Fantasie beginnt, wissen wir nicht. Aber es wird nebensächlich. Die Personen des Dramas schlagen einen in den Bann, sie agieren auf der Bühne des puritanisch ländlichen Amerikas (zwischendurch auch in Japan), legen ihre Ambitionen und Ängste bloß, treiben die Handlung selbst dann atemlos voran, wenn sie nichts als Ruhe in einem abgelegenen Winkel suchen. Wie in seinen früheren Werken ist das der Sprache Boyles zu danken, ironischen Beiläufigkeiten und »Bildern von übernatürlicher Präzision«, wie der New Yorker über Die Frauen befand. Mit ihnen trifft er das Innenleben der Beteiligten und die Spannungen, die die Konstellationen im Umfeld des Architekten erzeugten. (...) Dass die Lektüre funktioniert, ist umso erstaunlicher, als Boyle (...) seinen neuen Roman noch komplizierter strukturiert als frühere Bücher. |
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| Walter van Rossum /
Deutschlandfunk / 05. April 2009 |
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| Nach 560 bis zuletzt ungeheuer spannenden, bewegenden Seiten wissen wir immer noch nicht, was wir von Frank Lloyd Wright halten sollen. Ganz wie sein Chronist, Sato Tadashi, sind wir von ihm gleichermaßen fasziniert und abgestoßen. Mit keiner Zeile versucht T. C. Boyle, die Ambivalenz dieser Figur zu mildern oder wenigstens zu analysieren. Man könnte sogar sagen: Er macht jede Eindeutigkeit zunichte und hält das weite Feld der sogenannten Widersprüche unter Spannung. Doch sind es überhaupt Widersprüche? Und da genau liegt der »Erkenntnisgewinn«: Nach und nach dämmert uns, dass Größe und Niedertracht, Geist und Dreistigkeit, Anmut und Plumpheit Teile eines Ganzen sind. |
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| Erich Demmer /
Die Presse / 03. April 2009 |
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| In Die Frauen, seinem formal wohl avanciertesten Werk, wendet sich Boyle dem genial-egomanischen US-Architekten FLW (1867 bis 1959) zu. (...) Boyles Rezept, Denkmäler eitler Gockel vom Sockel zu stoßen, dunkle Flecken hinter strahlenden Fassaden ans Licht zu zerren und den Spießer im Genie zu dekuvrieren, ist bewährt. |
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| Birgit Nüchterlein /
Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung / 14. März 2009 |
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| Boyle (...) konstruiert seinen Roman so akribisch und überlegt wie Wright seine Bauwerke - was dem Plot übrigens nicht schadet. Der Autor leistet sich den Kniff, die Geschichte vom Ende her aufzurollen und den Leser durch geschickt gesetzte Andeutungen heiß zu machen auf den Anfang. Dadurch bleiben Spannung und Leselust auch über langatmigere Textstrecken hinweg bis zum ungeheuren Showdown erhalten. (...) Boyle liefert keine differenzierte Innenschau seiner Figuren, er schaut ihnen lieber beim Handeln zu. Dabei darf es auch mal wildromantisch oder melodramatisch wie in einer Doku-Soap zugehen. Und er zeichnet gleichzeitig ein Panorama der erzkonservativen amerikanischen Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Leser genießt dabei ein süffiges Stück Literatur, auch wenn es sicher nicht Boyles bestes ist. |
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| Christian Mückl /
Nürnberger Zeitung / 10. März 2009 |
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| In seinem neuen Buch (...) wird aus der Perspektive zweier japanischer Gehilfen des großen Architekten erzählt. Mit Gefühl verfasst und mit Humor veredelt werden Landschaften beschrieben, als seien sie Kunstwerke; Liebeleien, als sei man hautnah dabei; Groteskes löst Glamouröses ab. Überhaupt gelingt es Boyle, gesellschaftliche Tabus und Umbrüche, die in Wrights Lebensjahre fallen, Reizwörter wie »Feminismus« oder »menschenfreundliche Architektur«, unterhaltsam einzubinden, ohne dabei je lexikalisch zu werden. So funktioniert gute Literatur.
Stets stehen »Die Frauen« im Vordergrund: (...) Die weiblichen Reize, Grausamkeiten und Widersprüche kommen ihm als Gegenpol zum genialen Macho, Lebensreformer und Schöngeist Wright gerade recht. Das fächert Boyle groß auf. Das erfordert beim Lesen zuweilen langen Atem. Dank regem Wechsel in Perspektiven und zwischen Schreibstilen wird aber immer gerade noch rechtzeitig für Frischluft gesorgt. |
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| Frank Schäfer /
taz - die tageszeitung / 07. März 2009 |
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»Addition«, heißt es einmal, sei Wrights Strukturprinzip - und genau das ist das Problem des Romans. Er ist streckenweise schlicht langweilig, weil Boyle zu oft in die Rolle des positivistischen Faktenhubers wechselt, offenbar weil er sich zu sehr beschränken lässt von den abzuarbeitenden Daten und Fakten. (...) Boyle hat immer schon mit Kolportageelementen gespielt, mit unterschiedlichem Erfolg. Bei seinem Großporträt des Cornflakes-Erfinders Kellogg, Willkommen in Wellville, dem Öko-Science-Fiction Ein Freund der Erde und zuletzt bei der wundervollen Hippie-Hommage Drop City hat das geklappt. Hier kommt er nicht richtig aus dem Knick. |
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| Frank Dietschreit /
Der Westen / 05. März 2009 |
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| Der Roman über den Egomanen und Architekten, Frauenverführer und Familienvater beruht zwar auf ausführlichen Recherchen, aber jenseits aller verbürgten Fakten und Daten ist das biografisch weit ausgreifende Buch pure Fiktion. Ein literarisches Spiel, um den Kampf der Moderne gegen ein prüdes und bigottes Amerika zu zeigen und auf der Folie einer fiktiven Biografie ein Gesellschaftspanorama zu entfalten. |
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| Thomas Hummitzsch /
textem / 06. März 2009 |
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| Alle Leser, die aus Gewohnheit oder Neugier gern zuerst die letzten Seiten eines Romans lesen, um dann auf Seite eins zu beginnen, sollten die Hände von dem neuen Boyle-Roman lassen. Für jeden »normalen« Leser ist Die Frauen von Thomas Coraghessan (T.C.) Boyle wie eine unerbittliche Treibjagd, an deren Ende den Leser ein Massaker erwartet, das seinesgleichen sucht. Cormac McCarthy oder Joseph Conrad hätten es nicht brutaler erfinden können. (...) In seinem neuen Buch beweist T.C. Boyle einmal mehr sein Talent, Charaktere zu zeichnen. Mit scheinbar beiläufigen und zuweilen in Fußnoten gepackten Informationen fügt er sorgsam und bedacht ein Puzzleteil an das nächste. Derart entsteht kein zwanghaft zusammengefügtes Bild der Hauptperson Wright, sondern ein tiefenpsychologisches Panorama, dessen Einzelheiten er für uns freilegt. (...)
Boyle legt offen, was in den Menschen vorgeht, was sie bewegt und antreibt und dringt damit in das zutiefst Menschliche vor.
Boyle macht sich in Die Frauen auch die Verklemmtheit und Prüderie, der aufgesetzten Korrektheit und Akkuratesse des puritanischen amerikanischen Alltags der zwanziger Jahre zu nutze, einer Zeit, in der in Europa die goldenen Zwanziger toben. (...) Boyle’s Anliegen ist es, in die ikonisch aufgeblasenen Verführertypen Nadeln zu stecken, ihre menschliche Seite offen zu legen und damit der blinden Verehrung ein Ende zu machen. Mit wie viel Hingabe T.C.Boyle dieser Absicht nachgeht, beweist er in Die Frauen eindrucksvoll. Wrights Verhalten ist Boyle zufolge der Preis für das Künstlerdasein. Je heller das Rampenlicht, umso schärfer müssen die Schatten sein, die der Bestrahlte wirft. |
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| Reto Westermann /
baz.online (CH) / 02. März 2009 |
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| Selten war der amerikanische Schriftsteller T. C. Boyle einem seiner Romanhelden so nahe wie bei seinem jüngsten Werk. In Die Frauen beschreibt er teilweise fiktiv das Leben des Architekten Frank Lloyd Wright (1867 - 1959) und die Beziehung zu seinen Frauen. (...) Wenig bekannt ist auch, dass Wright eine ganze Zahl von Möbeln geschaffen hat. (...) Was die Möbel des amerikanischen Meisterarchitekten gleich noch begehrenswerter macht, ist die Vorstellung, dass Starautor T. C. Boyle in seinem Prairie-House in Montecino vielleicht gerade jetzt in einem »Barrel«-Armstuhl sitzt und den roten Faden seines nächsten Romans spinnt. |
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| Verfasser unbekannt /
titel, thesen, temperamente / 01. März 2009 |
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| Boyle macht deutlich, warum der Stararchitekt [Wright], der umzingelt war von »Jüngern«, zu Recht einen umstrittenen Ruf hatte - und zugleich ist sein Buch ein Portrait der bigotten amerikanischen Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (...) Boyle ist längst selbst eine Ikone. Ein ganz normaler, Althippie und - supererfolgreich. Vor allem: ein fantastischer Geschichtenerzähler. Er sieht immer noch genau hin - trotz Ruhm und der ganzen Sonne Kaliforniens. Vielleicht liegt das an Boyles kritischer Distanz zu solch überlebensgroßen Gestalten wie Frank Lloyd Wright. Der gerierte sich wie ein Fürst. In seinem Achterbahnleben. Das hat Boyle uns lässig erzählt – in Die Frauen. |
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| Dominik Nüse /
literature.de / 25. Februar 2009 |
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Dass Leidenschaft Leiden schafft ist eine Plattitüde, doch selten liest man darüber in solch vielschichtiger, raffinierter und hoch spannenden Weise wie in diesem Buch. Die emotionale Kraft, die Boyle beim Schreiben entwickelt, umschifft dabei sämtliche Klischees und lässt den Leser staunend und mit geöffneter Kinnlade zurück. Das alles funktioniert als Hommage an Wright – ohne dessen egomanische, zuweilen auch extrem frauenverachtenden Züge zu verschweigen - ebenso als bitterböse Satire und schonungslose Kritik an den zuweilen bigotten amerikanischen Moralvorstellungen. Warum Boyle immer noch und immer wieder in die zweite Reihe der amerikanischen Gegenwartsliteratur verwiesen wird, ist unverständlich und entbehrt eigentlich jeder Grundlage. Denn mit Die Frauen ist Boyle ein großer Roman – oder wie es so schön heißt: großer literarischer Wurf – gelungen. |
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| Sabine Strobl /
tt.com / 25. Februar 2009 |
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| (...) es wäre nicht Coraghessan Boyle, wenn er sich über die Architektur dem Stoff nähern würde. Ganz und gar nicht. Es sind seine Frauen, über die sich der Autor anschleicht und Wright als Genie, Frauenhelden, Hochstapler und Egomanen beschreibt. Eine Verneigung des Autors gibt es trotzdem. (...) Boyle kostet die Tobsuchtsanfälle von Gattin zwei, der Morphinistin aus, ebenso die Verfolgungsjagden durch die Klatschpresse. Das Sittengemälde der amerikanischen Gesellschaft bekommt Nähe zur Soap. Aber das kann jeder selbst lesen. Lust, sich mit Wright näher zu beschäftigen, macht ein ironischer Boyle in Fahrt auf alle Fälle. |
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| Stefan Maelck /
mdr Figaro / Februar 2009 |
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| Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht, der Text ist konstruiert bis in den letzten Winkel, T.C.Boyle, der selbst in einem Frank Lloyd Wright-Haus wohnt, hat einen Roman verfasst, der selbst große Architektur ist. |
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| Christian Möller /
1 Live / Februar 2009 |
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| Ein Leben zwischen Skandalen, Aufruhr und schließlich sogar einem Morddrama sind der Stoff, aus dem Boyle (...) seinen Roman baut. Zum Einstieg für Leute, die bisher nichts von ihm gelesen haben, ist das Buch nicht unbedingt zu empfehlen. Zäh läuft die Geschichte an, und die im Buch zu Recht als »die Landplage« bezeichnete Miriam nervt nach einiger Zeit gehörig. Doch wenn man sich durch die ersten 200 Seiten gewühlt hat, kann man sich der Faszination für Frank Lloyd Wright nur schwer entziehen. |
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| Heiko Strech /
St. Galler Tagblatt / 21. Februar 2009 |
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| Wright und die Frauen. Boyle fühlt sich sehr sensibel in die weiblichen Perspektiven auf den großen Künstler-Macho ein. Er lässt sich sogar derart stark fesseln von Miriams virtuos-kreativen Ränkespielen, dass er uns mit ihnen manchmal ermüdet. Bei alledem bleibt Wright die Sonne, um welche die Planeten Mamah, Miriam und Oligvanna kreisen. Samt den Monden der Mitarbeiter und Angestellten in Taliesin. (...) T. C. Boyle hat den großen kleinen Mann nicht demontiert, aber seine »Sünden« offengelegt. (...) Boyle beeindruckt mit seiner literarischen Konstruktion eines faustischen Genies in seinem Widerspruch. Wir Lesenden sind wechselnd verstört und doch immer wieder hingerissen von dieser Jahrhundertgestalt Frank Lloyd Wright – wie nur je seine Frauen. |
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| S. Läng, D. Gradenwitz /
3sat Kulturzeit / 18. Februar 2009 |
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| Boyle liefert mit seinem Roman kein tiefschürfendes Psychogramm. Es ist viel eher eine literarische Dokusoap - »Gute Zeiten schlechte Zeiten«, anekdotenreich, personalintensiv. Ein Blick in die Meisterklasse eines Exzentrikers. Und bei allen hässlichen Details, die da enthüllt werden, nicht frei von Bewunderung für die Eskapaden des »größten Architekten der Welt«. |
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| Lutz Bunk /
Deutschlandradio Kultur / 17. Februar 2009 |
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| Die Frauen ist ein großer Gesellschaftsroman der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der vordergründig in Glamour und großen Gefühlen wie Liebe, Triebe und Romantik schwelgt, tiefgründig aber die damals großen Zeitthemen »Feminismus«, »Puritanismus« und »menschenfreundliche Architektur« widerspiegelt und zeigt, wie aktuell diese geblieben sind. Was den Roman zum puren Lesegenuss macht: Boyles Beschreibungen von Landschaften, Licht, Architektur, Gerüchen und Geschmack, all das ist eine literarische Orgie der Sinne. Und natürlich nicht zu vergessen Boyles Ironie und Zynismus, speziell wenn es um Frank Lloyd Wright geht. (...) Die Frauen ist ein perfekter Unterhaltungsroman mit Tiefgang, den man sich für einen schönen Urlaub zurücklegen sollte. Ein amerikanischer Kritiker schrieb nach der Lektüre, jetzt sei es Zeit, Boyle den Nobelpreis auf einem roten Samtkissen zu überreichen. |
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| Stefan Sprang /
Stuttgarter Zeitung / 13. Februar 2009 |
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| Stark machen Boyles neuen großen Wurf Die Frauen nicht überraschende Einblicke in die extravagante seelische Verfassung eines Künstlers oder eine auf den Kopf gestellte Erzählarchitektur mit, verkürzt gesagt, metafiktionalen Kniffen aus dem Repertoire der Postmoderne. Stark machen diesen Roman die erzählerische Kraft und eine Sprache, die große Gefühle von Liebe und Leidenschaft bis Hass und Furor ineinander spielen lässt. Das ist dann immer wieder auch Musik, geronnen in Worten. Poetische Beschreibungen prägen sich ein, andere Passagen reizen zum Lachen, denn Boyle mag seine Helden, aber er erspart ihnen nicht den Spott, wenn sie ihn verdienen. Man spürt: die Außenseiter liegen ihm, die kreativen Querköpfe. Es ist wohl die »Seelenverwandschaft« (...), die den gleichfalls schrägen Boyle zu Bestform auflaufen lässt. Aber dieses Buch ist mehr als ein unterhaltsames Bündel von Anekdoten, Episoden und Tragödien. Wie Boyle den Architekten im Schicksal seiner Frauen spiegelt, so spiegelt er die amerikanische Gesellschaft der damligen Zeit in ihrem Umgang mit Wright und seinen Affären. |
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| Caro Wiesauer /
Wiener Kurier / 13. Februar 2009 |
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| Wenn sich T. C. Boyle einer Ikone nähert, dann berichtet er nicht primär über deren Lebenswerk. Die Cornflakes von Herrn Kellog waren ihm damals ja auch nur die Brocken in der Milch.
Er betätigt sich eher als Demonteur, der an Fassaden ein wenig Putz abschlägt.
Und, Boyle ist ein genialer Trickser: So, wie er in Dr. Sex einen Assistenten über das Wirken Kinseys berichten ließ, setzt er auch in Die Frauen einen Schüler ein: Ehrfurchtsvoll, ergeben, treu. Diese Perspektive ermöglicht kühne Untergriffe auf den Starkult, ohne dabei oberflächlich, direkt oder platt werden zu müssen. |
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| Claus-Ulrich Bielefeld /
rbb Kulturradio / 12. Februar 2009 |
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Mit viel Lust am Detail entwickelt T. C. Boyle seine Tragikomödie des Puritanismus, in der Sexualangst und Sexuallust, Hemmung und Leistungsbereitschaft, Genie und Wahnsinn, Größe und Beschränktheit sich untrennbar vermischen: Ein viel sagendes Panorama der US-Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Mythos Amerika – bei Boyle wird er demoliert und lebt doch gleichzeitig eindrucksvoll fort. |
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| Gisela Ostwald (dpa) /
Neue Osnabrücker Zeitung / 11. Februar 2009 |
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| Die Frauen ist ein packender Roman, das faszinierende Porträt eines großen Künstlers, ein eindrucksvolles Gesellschaftsbild des bigotten Amerika im frühen 20. Jahrhundert, das Ehebruch als Straftat verfolgte und den Star-Architekten Frank Lloyd Wright auf Wochen und Monate zum Untertauchen zwang. (...) Vor allem aber ist Thomas Coraghessan (T.C.) Boyles Neuling mit seiner exquisiten, messerscharfen und bildreichen Sprache purer Lesegenuss. |
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| Krischan Koch /
NDR info / 10. Februar 2009 |
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| Der Roman ist eine Abrechung mit der Doppelmoral und Prüderie der amerikanischen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Boyle inszeniert opernhafte Auftritte, grell und manchmal kolportagehaft. Wenn Frank und eine seiner Frauen in der Luxuskarosse vor dem Beverly Hills Hotel vorfahren, hat der Leser einen Hollywood-Kostümschinken vor Augen. Das ist teils sehr unterhaltsam. Doch die hysterischen Hasstiraden der drogenabhängigen Miriam, die in dem über 500 Seiten starken Romans einen allzu breiten Raum einnehmen, ermüden auf Dauer. (...) Die zahlreichen Fußnoten (...) lassen auf sorgfältige Recherche schließen. Das Buch mag Wright als Kontrollfreak und Egozentriker entlarven. Seine Bedeutung als Architekt bleibt im Dunkeln. (...) So bleibt das Porträt Frank Lloyd Wrights höchst unvollständig. Und auch in seiner erzählerischen Phantasie, die Boyle zuletzt in seinen Kurzgeschichten wieder grandios unter Beweis gestellt hat, scheint er durch das reale Vorbild gehemmt. Die herrlichen Typen, der satirische Biss und die nervös flirrende Atmosphäre werden den Fans von T. C. Boyle diesmal fehlen. |
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| Ulrich Steinmetzger /
Morgenweb / 07. Februar 2009 |
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| Nun ist er 60. Vielleicht ist er deswegen milder jetzt und nicht mehr so Slapstick-versessen. Ein großer Erzähler aber ist T. C. Boyle auch in seinem neuen Romanziegelstein, mit dem er sein Triptychon um Sonderlinge vollendet, die Amerika revolutioniert haben, um charismatische Männer, die ganz nach seinem Geschmack sind. Ihre Themen: Essen, Sex und Wohnen. Ihre Namen: Harvey Kellogg, Alfred Kinsey und Frank Lloyd Wright. |
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| Marie-Louise Zimmermann /
Berner Zeitung / 05. Februar 2009 |
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| Wie in seinem Roman Talk Talk (2006) und den Kurzgeschichten in Zähne und Klauen (2005) interessieren ihn [Boyle] vor allem die weiblichen Figuren, in die er sich überzeugend einfühlen kann. Die Geschichte der vier Lebenspartnerinnen von Frank Lloyd Wright wirkt wie das Drehbuch einer Soapopera. (...)
Ausgehend von reichem Quellenmaterial, imaginiert Boyle die einzelnen Szenen so detailgenau, dass man sie erlebt wie im Film. Flüssig übersetzt, entwickelt die Geschichte trotz einiger Längen einen starken Sog.
Allerdings verliert man auch leicht den Überblick über die Chronologie der Ereignisse, weil sie der dramatischen Steigerung wegen von hinten aufgerollt werden. Und vor allem kommt neben den menschlichen Verwicklungen die kulturelle Leistung Wrights etwas zu kurz. Mehr darüber kann man in einem halben Dutzend Bücher erfahren, die dank einem wieder erwachten Interesse in den letzten Jahren in den USA erschienen sind. |
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| cs /
kulturnews.de / Februar 2009 |
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| Vor allem aber outet Boyle die Prüderie der amerikanischen Gesellschaft. Das entschädigt auch für die teilweise etwas sperrige Detailfülle, denn Die Frauen funktioniert auch als Parabel auf das amerikanische Jetzt: Knapp 50 Jahre nach Wrights Tod ist noch immer reichlich Doppelmoral übrig. |
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| Sven Boedecker /
Sonntagszeitung (CH) / 23. Januar 2009 |
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| Hier ist alles drin: Sex & Crime, Genie und Größenwahn, öffentliche Empörung und privates Fegefeuer. Das Leben des legendären Architekten Frank Lloyd Wright hat praktisch darauf gewartet, in einen Roman verwandelt zu werden. (...) T.C. Boyle erzählt Wrights Leben zwischen 1909 und 1930 anhand der Frauen des Architekten. Aus der Sicht von drei Gattinnen und einer Geliebten lernen wir einen visionären Despoten »mit ausgeprägtem Sexualtrieb« kennen, der verehrt, aber auch angefeindet wurde. (...)
Der Roman - so die Rahmenkonstruktion - wird von dem Japaner Tadashi erzählt. Der arbeitete neun Jahre lang als Schüler auf dem Anwesen Taliesin, das Wright als Rückzugsort und Kreativlabor diente. Dieses Verfahren hat neben Charme noch einen Vorteil: Weil die Architektur nicht im Mittelpunkt steht (Guggenheim und Fallingwater werden zweimal erwähnt), erfährt man so immerhin ein wenig über Wrights Arbeit. Der Roman hat allerdings einen Schönheitsfehler - und der heißt Miriam. Die zweite Ehefrau tritt auf Hunderten von Seiten auf, macht aber immer das Gleiche: Sie tobt, sie schreit, sie hetzt Wright Anwälte und Polizisten auf den Hals. Da sie jedoch eine eindimensionale Figur ist, hätte diese »Landplage« (so Tadashi) gerne früher abtreten dürfen.
Im Großen und Ganzen aber gelingt T.C. Boyle hier erneut ein unterhaltsames Sittengemälde der damaligen USA. (...) Dabei bereitet der Satiriker Boyle seinen Lesern aber auch höllischen Spaß, z. B. wenn er die Spleenigkeit seiner Hauptfigur herausarbeitet. Und deren Frechheit in Geldangelegenheiten. |
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