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	<title>Den Haag Archive - www.tcboyle.de</title>
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	<description>Die deutschsprachige Website über T.C. Boyle</description>
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	<title>Den Haag Archive - www.tcboyle.de</title>
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		<title>What&#8217;s New? 30/09/2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2015 20:11:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viele der engagierten Messagistas und Twitterer dieser Website wissen werden, ist die große Neuigkeit hier, dass ich <em>Die Terranauten</em> vorzeitig fertig bekommen habe und es am 25. September unter Dach und Fach bringen konnte, mit einer netten zierlichen Seitenzahl von 429.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-09-2015/">What&#8217;s New? 30/09/2015</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2025/09/news_195i1-vb.jpg" alt="" width="725" height="380" class="aligncenter size-full wp-image-8358" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2025/09/news_195i1-vb.jpg 725w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2025/09/news_195i1-vb-480x252.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 725px, 100vw" /></p>
<p>Wie viele der engagierten Messagistas und Twitterer dieser Website wissen werden, ist die große Neuigkeit hier, dass ich <a href="https://www.tcboyle.de/werke/die-terranauten/"><em>Die Terranauten</em></a> vorzeitig fertig bekommen habe und es am 25. September unter Dach und Fach bringen konnte, mit einer netten zierlichen Seitenzahl von 429. Den letzen Monat habe ich in den höchsten und schwindelerregendsten Höhen verbracht, in der dünnen Troposphäre des gestalterischen Himmels. Das will heißen, ich war entrückt, und das ist genau der Grund, weshalb wir Schriftsteller überhaupt schreiben – um aus uns selbst herauszutreten und wieder Zugang zur Urenergie des Universums mit seinen sich spiralförmig nach außen bewegenden Atomen zu finden und, wenn auch nur für kurze Zeit, zu mehr als nur sterblichen Kreaturen zu werden, </p>
<blockquote><p><em>»Weise, die ihr steht in Gottes heiligem Feuer/&#8230;bringt meiner Seele neu das Singen bei./Zehrt mir das Herz auf; krank vor Verlangen/gekettet an ein Tier, das sterben muss/Kennt sie sich selber nicht; nehmt mich doch mit/Auf in das Kunstwerk für die Ewigkeit.«</em> (William Butler Yeats, Deutsch von Norbert Hummelt)</p></blockquote>
<p>Klingt das alles ein bisschen übertrieben? Na ja, das ist es ja auch. Aber gestattet mir meine kleine Feier, denn, wie wir wissen geht es von hier an nur noch bergab.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die anderen wichtigen Ereignisse dieses vergangenen Monats (zumindest für mich)  werden auf den beiden Bildern dargestellt, die ihr neben diesem Blog-Eintrag sehen könnt: meine Reise nach Holland und Belgien zur Veröffentlichung von <em>Wie storm zaait</em> (<a href="https://www.tcboyle.de/werke/hart-auf-hart/"><em>Hart auf hart</em></a>) in niederländischer Übersetzung bei Meridiaan Uitgevers und die bevorstehende Veröffentlichung der hundertsten Ausgabe von <em>The Best American Short Stories</em>, für die ich als Gastredakteur und Autor des einleitenden Essays tätig war. Zunächst nach Holland. Ich befand mich in den fürsorglichen Händen von Nelleke Geel, einer außergewöhnlichen Redakteurin und unvergleichlichen Schuh-Expertin (siehe den Twitter-Eintrag aus der ersten Woche dieses Monats); alle unsere Fahrten waren das reinste Vergnügen. Wir überquerten die Grenze, um nach Brüssel zu kommen, tauchten dann ein in die Stadt Goes (ausgesprochen Chus), die perfekt in die Serie <em>Twilight Zone</em> passen würde, und kehrten nach Amsterdam zurück, mit Abstechern nach Utrecht und Den Haag. An jeden Veranstaltungsort kamen eifrige, fröhliche und gutaussehende Leser, und ich glaube, alle hatten viel Spaß – und soll es nicht genauso sein? Schließlich ist es wirklich nicht meine Absicht, Schlaf-Seminare zu veranstalten, wenn ich mich auf eine Bühne wage, wo auch immer das sein mag.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Was <em>Best American</em> angeht, so war es mir eine Ehre, meine zwanzig Lieblingsgeschichten aus den 120 zu bestimmen, die die Herausgeberin der Reihe, Heidi Pitlor, aus rund 3000 in Frage kommenden ausgewählt hatte. Übrigens war ich in der Vergangenheit schon mehrmals gebeten worden, einen Band dieser Reihe zu redigieren, aber ich fand einfach keine Zeit für die enorme Arbeit, die damit verbunden war. Ich versprach Heidi, dass ich es tun würde, sobald ich meine Workshops an der University of South California nicht mehr abhalten würde, und dieses Versprechen habe ich nun gehalten, da ich vor drei Jahren meine Lehrtätigkeit aufgegeben habe, um als Writer in Residence zu arbeiten (was mir erlaubt, meine Zeit an der USC auf zwei einwöchige Perioden im Herbst- und im Frühjahrssemester zu beschränken, in denen ich täglich in Einzelgesprächen den ganzen Tag mit Studierenden zusammentreffe und auch meine Arbeit öffentlich darstelle; das nächste Mal wird das in der Woche vom 19. bis 23. Oktober der Fall sein, und bei der Lesung in der Doheny Library, die für alle offen ist, am 20. Oktober).<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Noch tiefgreifendere Neuigkeiten? Ich weiß nicht. Ich habe es überlebt, ein paar Mal im ungewöhnlich warmen Pazifik zu schwimmen, der tropische Hammerhaie in unsere Gewässer gelockt hat, wodurch die Weißen Haie frustriert waren, weil ihre Beutetiere (Robben) mit deren Beute (Sardellen und Ähnlichem) nach Norden gezogen sind. Frustrierte Weiße Haie attackieren immer wieder Kajaks (ja, ich war so dumm, diesen Monat ein paar Mal mit meinem Kajak auf die hohe See hinauszupaddeln) und beißen Stücke aus Surfbrettern heraus. Was mich dieses Mal verschont hat, war abgesehen vom Schicksal meine Entschlossenheit, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/die-terranauten/"><em>Die Terranauten</em></a> fertigzustellen. Wenn man sich dem Ende eines langen Projekts nähert, neigt man dazu, abergläubisch zu werden, zu denken, dass ein verhängnisvolles Unglück sich zwischen einem selbst und der Fertigstellung des Projekts stellen könnte, das dann im Keim erstickt werden würde. (<em>»Also, ich bin ja nicht abergläubisch, aber eine schwarze Katze ist mir über den Weg gelaufen«</em>, Howlin‘ Wolf.) Zusammengefasst also: Ich lebe, Ihr lebt, der neue Roman ist fertig, und die Hammerhaie und Weißen Haie ernähren sich von etwas da draußen, das zufällig nicht ich bin. Alles ist gut.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bis zum nächsten Mal. Ciao.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 30. September 2015 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. </span></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-09-2015/">What&#8217;s New? 30/09/2015</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 12/06/2003</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-12-06-2003/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2003 21:14:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bin jetzt seit zwei Wochen zu Hause. Schön. Hier an der kalifornischen Küste erleben wir gerade unseren »düsteren Juni«, wenn kühlfeuchte Luft vom Meer hereinstömt und Nebel und tiefhängende Wolken an die Küste drängen. Ich glaube, ich habe es hier schon letztes Jahr um diese Zeit erzählt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-12-06-2003/">What&#8217;s New? 12/06/2003</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2023/06/news_52i1.jpg" alt="" width="200" height="275" class="alignleft size-full wp-image-7136" />Bin jetzt seit zwei Wochen zu Hause. Schön. Hier an der kalifornischen Küste erleben wir gerade unseren »düsteren Juni«, wenn kühlfeuchte Luft vom Meer hereinstömt und Nebel und tiefhängende Wolken an die Küste drängen. Ich glaube, ich habe es hier schon letztes Jahr um diese Zeit erzählt: Ich liebe das, aber da bin ich ganz bestimmt in der Minderheit. Tatsächlich war es so, dass, nachdem ich am Unterricht meines Sohnes in der Santa Barbara Highschool teilgenommen hatte, und wir (meine Frau, meine Tochter und ich) zu Mittag in einem meiner Lieblingslokale auf der State Street gegessen haben, wir die einzigen Gäste dort waren. Ohne Sonne keine Touristen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das letzte europäische Abenteuer war ziemlich nervig (der Flug, die Hotels, die ganze Verehrung), ich habe aber in London und an einem der seltenen sonnigen Tage in Amsterdam ein paar Stunden für mich gehabt. Genauer gesagt, als am ersten Tag in Amsterdam die Interviews vorbei waren, hatte ich nichts zu tun und konnte mit einem Buch in der Hand die Kanäle entlang spazieren. Und das war, ja, entspannend, und Entspannung ist etwas, das bei mir in letzter Zeit zu kurz gekommen ist. Das war auch schön, denn Amsterdam war die erste europäische Stadt, in der ich jemals gewesen war, und ich wohnte diesmal in derselben Straße (Herengracht), und eineinhalb Ecken entfernt von der Billigabsteige, die ich vor vielen Jahren als erstes heimgesucht hatte. (Noch was zu Amsterdam: Ich habe jetzt einen neuen niederländischen Verlag, Ambos/Anthos, während ich früher von Contact verlegt wurde, und beim ersten Mal besuchte ich im Auftrag dieses Unternehmens den Verleger selbst und aß zu Abend bei ihm zuhause, einem Haus, das in den 1600er Jahren erbaut worden war; nach den Cocktails und ein bisschen Geplauder über sehr Altes, konnte ich stolz verkünden, dass ich  in L.A. im ältesten Haus der Straße wohnte, erbaut vor sehr langer Zeit, 1949.) Jedenfalls hat es mir dort gefallen, und in Dublin ebenso, wo ich mit ein paar alten Freunden aß, quatschte und einen klitzekleinen Schluck John Powers Whiskey kippte. Ah ja, und bevor ich den Boogaloo-Club in London vergesse, erwähne ich ihn hier und jetzt, wo Richard Price und ich ein gut aufgelegtes Publikum unterhielten, und auch »The Kitchen« in Den Haag, wo Louis Behre ein verrücktes und wunderschönes Publikum dazu brachte, einem Non-Stop-Monolog, einigen gut ausgearbeiteten Witzen und einer Lesung aus <a href="https://www.tcboyle.de/werke/drop-city/"><em>Drop City</em></a> zuzuhören, außerdem dem alten Dauerbrenner <em>Ende der Nahrungskette</em>.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu den Neuigkeiten: Ich habe noch einen Auftritt, bevor im Sommer alles zum Stillstand kommt und ich hinauf in die Berge eilen kann, um letzte Hand an <a href="https://www.tcboyle.de/werke/dr-sex/"><em>Dr. Sex</em></a> zu legen, das jetzt auch schon ziemlich dicht vor der Vollendung steht. Der Auftritt ist in San Diego am Montag, 16. Juni. Zuerst bin ich in der ersten Folge von »Book Club of the Air« auf KPBS um 18:30, Moderator ist Dirk Sutro. (Jawohl, ihr habt es erraten: <em>The Tortilla Curtain</em> (<a href="https://www.tcboyle.de/werke/america/"><em>América</em></a>).) Nach der Radiosendung gehe ich nach nebenan ins Backdoor, einem Club auf dem Campus der San Diego State University, wo ich ein bisschen lese und Bücher signiere. Alle San Diegoer sind eingeladen (genau wie alle anderen, die Leute aus Indiana, aus Ohio, aus Iowa und Hinz und Kunz, obwohl die Anfahrt für einige vielleicht ein kleines bisschen zu weit ist). Übrigens, eines der befriedigendsten Dinge in London war eine ähnliche Radiosendung über Bücher auf BBC, präsentiert von James Naughtie – dieses Format mochte ich wirklich. Von allen, die <a href="https://www.tcboyle.de/werke/america/"><em>América</em></a> gelesen und besprochen hatten wurden zwanzig ausgewählt, ins Studio zu kommen und mit uns an der Live-Diskussion teilzunehmen. Was war so toll daran? Der Grad der Begeisterung, die offensichtlich spannungsgeladene Atmosphäre und wie durchdacht die gestellten Fragen waren. Für mich – wie für jeden Autoren – ein kurzer Besuch im Himmel.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Also. Mein Knie tut weh. Mein Kopf tut weh. Mein Ellbogen tut weh. Aber ich weiß ja, dass die Kniescheibe mit dem Oberschenkelknochen verbunden ist und der Oberschenkelknochen mit dem Was-auch-immer-Knochen, und das hält mich aufrecht – und so begebe ich mich hinaus in die nahen Berge, um schön in Süßwasser zu baden (man fährt hoch über den San Marcos Pass und schwuppdiwupp ist man im schönsten Sonnenschein). Ich fühle mich ein wenig besser, während ich hier sitze und von einer Abschweifung abschweife, aber ich erlebte am Montag vor einer Woche zum ersten Mal, dass ich, ausgestreckt auf der Couch in meinem Büro liegend, für gut drei Stunden am Lesen und Musikhören war, nachdem ich mich ausgezogen hatte, geschwommen war, mich wieder angezogen hatte und ein wenig gewandert war, plötzlich eine Bewegung auf meiner Haut spürte, dieser kostbaren Haut, genau oberhalb des zuvor erwähnten Hüftknochens. Möchte jemand wetten? Genau, es war der Cousin der Hirschzecke, die mich <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-15-05-2003/">letzten Monat</a> erwischt hatte, doch diese hier hatte noch nicht meinen süßen, empfindlichen Punkt gefunden, und ich beförderte sie (oder ihn?) an einen dunklen und stürmischen Ort, ich ich hoffe wirklich, um aller Parasiten willen, dass sie (er?) schwimmen kann.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ciao erstmal – ich widme mich jetzt einem guten Buch.</p>
<hr>
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 12. Juni 2003 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-12-06-2003/">What&#8217;s New? 12/06/2003</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 15/05/2003</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-15-05-2003/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2003 21:57:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Guten Abend. Während ich hier am Computer sitze und darauf warte, dass es dunkel wird und die heutige Mondfinsternis zu sehen ist (wir werden in Kürze alle nackt auf dem Rasen tanzen und den Mondgöttern allerlei Getier opfern, darunter vor allem Moskitos und Schnecken ...)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-15-05-2003/">What&#8217;s New? 15/05/2003</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2023/05/news_51i1.jpg" alt="" width="200" height="202" class="alignleft size-full wp-image-7083" />Guten Abend. Während ich hier am Computer sitze und darauf warte, dass es dunkel wird und die heutige Mondfinsternis zu sehen ist (wir werden in Kürze alle nackt auf dem Rasen tanzen und den Mondgöttern allerlei Getier opfern, darunter vor allem Moskitos und Schnecken sowohl mit als auch ohne Gehäuse), kann ich nicht umhin, an die Begegnung mit der unberührten Natur in der vergangenen Woche zu denken. Diejenigen unter Euch, die mir hier schon seit geraumer Zeit folgen, werden sich an meine Begegnung(en) mit einem Berglöwen vor zwei Sommern erinnern, als ich hoch in den Bergen die letzten Kapitel von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/drop-city/"><em>Drop City</em></a> fertigstellte; diesmal geschah es näher an meinem Zuhause. Und ich weiß wirklich nicht, wie ich es noch deutlicher ausdrücken soll als folgendermaßen: Ich war das Opfer eines unprovozierten Angriffs durch eine wilde Bestie, hier in den Hügeln von Santa Barbara. Doch lasst es mich so sagen: Am letzten Mittwoch ging ich raus in den Garten, nachdem ich bis etwa drei Uhr nachmittags am Schreibtisch gesessen hatte, und schnitt mit energischem Schwung einen Haufen heruntergefallener Äste zurecht, und danach spazierte ich in die nahegelegenen Berge und wanderte ein wenig in einem der Flussbetten entlang. Dann ging es zurück nach Hause, um heiß zu duschen und frische Sachen anzuziehen, danach zu einem Freund, wo wir Cocktails tranken und zu Abend aßen. Beim Essen bemerkte ich ein kleines Stechen in meiner rechten Brustseite. Besagtes Stechen besserte sich während der Margaritas und des guten kühlen Weißweins; als ich dann etwa um zehn nach Hause kam, fühlte es sich an, als ob ich genau an der Stelle angeschossen worden wäre. Ich musste mir wohl einen Muskel gezerrt haben, das passiert mir dauernd. »Oh, Scheiße,« und ab ins Bett. Wachte vor Schmerzen auf. Ignorierte sie. Stand schließlich im Morgengrauen auf, arbeitete bis zwei Uhr, und dann musste ich zu meinem schon lang vereinbarten Termin bei der Hautärztin. Als ich mich umzog, sah ich in den Spiegel und bemerkte, dass sich irgendwann jemand angeschlichen und mir eine Kugel vom Kaliber 44 genau neben meine Achselhöhle verpasst hatte.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und jetzt ahnt ihr es schon: jawoll, eine Zecke (genauer: eine Hirschzecke) hatte mich attackiert und ich habe, schätze ich, ziemlich stark darauf reagiert. Aber gut, ich wollte ja sowieso zur Hautärztin, und wie es aussah sollte ich lieber Antibiotika nehmen (es gibt hier gerade Lyme-Borreliose), also hören wir doch ihre Meinung dazu. Mutig führte sie ihre (wie ich vermute) erste Zeckenentfernung am Menschen durch (wie wir alle hatte sie die Biester schon bei ihren Hunden entfernt), und sie zeigte mir ein winziges Etwas in einem Fläschen Alkohol. Und dann kam meine Frau herein, konnte den Wodka nicht finden, und – doch nein. Hier endet die Geschichte. Glücklich, so weit.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nun zu den mehr prosaischen Neuigkeiten: Ich bin gerade zurück aus Stockton, wo <a href="https://www.tcboyle.de/werke/america/"><em>América</em></a> das Thema der »Eine-Stadt-ein-Buch«-Kampagne war (die beiden vorangegangenen waren <em>Die Früchte des Zorns</em> und <em>Wer die Nachtigall stört</em>) und habe alle möglichen Leute getroffen, eine Lesung gehalten, Fragen beantwortet und mich insgesamt sehr gut amüsiert. Als nächstes steht die Tournee durch Großbritannien, Irland und die Niederlande auf dem Programm. Am Samstag fliege ich nach London, und weiter unten steht das, was ich über die Auftritte auf der grünen Insel und in Dublin, Amsterdam und Den Haag weiß (eine gute Gelegenheit für diejenigen von Euch, die die deutsche oder die französische Übersetzung von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/drop-city/"><em>Drop City</em></a> herbeisehnen, schon mal einen Einblick auf Englisch zu bekommen). Eine weitere Neuigkeit: Die Korrekurfahnen der Anthologie <em>Double Takes</em> sind auf dem Weg von Heinle zu mir und wieder zurück, um im Herbst veröffentlicht zu werden, und <em>Playboy</em> hat die Korrekturfahnen von <em>Jubilation</em> fertig, das wird dann, glaube ich, in der August-Ausgabe erscheinen. Nichts Neues darüber, wann die die nächste Ausgabe von <em>McSweeneys’s</em> mit der dazugehörigen CD herauskommt und mit meiner Geschichte  <em>Geblendet</em>, deren Korrekturfahnen ich schon zurückgesendet habe. Bald, nehme ich an. Zeckenlos werde ich an diesen Orten zu Euch kommen:</p>
<ul>
<li>19. Mai 2003, 19:00 Uhr: University of East Anglia, Norwich, Norfolk.</li>
<li>20. Mai, 19:30: Brighton Festival Pavillon Theatre at Brighton Dome.</li>
<li>22. Mai, 20:30: Boogaloo Club, 312 Archway Road, London N6 (mit Richard Price).</li>
<li>23. Mai, Dublin</li>
<li>25. Mai, Hay on Wye Literary Festival, 13:00 (mit Richard Price).</li>
<li>27. Mai, 20:00, Border Kitchen, Prinses Mariestraat 34, Den Haag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der ganze Rest scheint aus Presse-Interviews und nichtöffentliche Treffen zu bestehen. Was jedoch die öffentlichen Auftritte angeht, so werde ich mein Bestes tun und euch mit einem kleinen Aus- (oder Rück-Blick) von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/drop-city/"><em>Drop City</em></a> erleuchten. Lebt wohl. Ich mache mich auf, um im Mondlicht zu tanzen.</p>
<hr>
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 15. Mai 2003 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-15-05-2003/">What&#8217;s New? 15/05/2003</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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