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	<title>Arizona Archive - www.tcboyle.de</title>
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	<title>Arizona Archive - www.tcboyle.de</title>
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		<title>What&#8217;s New? 01/03/2022</title>
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		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2022 22:21:34 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-01-03-2022/">What&#8217;s New? 01/03/2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
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<p>Nun, in der Zeit zwischen diesem Moment und meinem letzten Eintrag wurde die Dürre hier zu einer Megadürre erklärt, wobei die letzten beiden Jahrzehnte die trockensten Bedingungen seit 1.200 Jahren darstellten, jeder Strauch und jeder Baum schreit nach dem Regen, den unsere regenlose Regenzeit nicht brachte, und ich fange an, mich wie Tutanchamun in seinem Grab zu fühlen (ohne den Vorteil, tot zu sein). In der Zwischenzeit verwüstet der böse KGB-Zwerg namens Wladimir Putin mit der begeisterten Zustimmung eines gewissen Ex-Präsidenten von Amerika eine europäische Demokratie mit dem Ziel, sie zu einem Sklavenstaat zu machen. In der heutigen Zeitung war auf der Titelseite ein Bild von toten russischen Soldaten zu sehen, die dort, wo sie gefallen sind, ausgebreitet liegen, bedeckt von einem leichten Schneestaub, Söhne von Müttern, die auf dem Altar der Laune eines Diktators geopfert wurden. Das ist tragisch, aber nichts im Vergleich zu den verheerenden Folgen für die Bürger der Ukraine, die es gewagt haben, ihr Recht auf ihr eigenes Land einzufordern und nicht als Vasallen Putins zu leben. Das Schlimmste steht noch bevor, und soweit ich sehen kann, gibt es wenig Hoffnung. Zehntausende werden sterben. Die Ukraine wird fallen. Putin ist nicht aufzuhalten, denn er hat Atomwaffen, und die Ukraine, die ihre eigenen Atomwaffen aufgab, als der Eiserne Vorhang fiel, hat keine. Ende der Geschichte.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Was für eine Welt. Wie könnte ein Romanautor sie auch nur ansatzweise begreifen? Allein die Geschichte von Zelensky ist unglaubwürdig: ein Anwalt, der zum Komiker wurde, ein Schauspieler, der im Fernsehen den Ministerpräsidenten seines Landes spielte und es bis zum Ministerpräsidenten brachte, nur um dann von Trump unter Druck gesetzt und jetzt von Putin tödlich bedroht zu werden. Er ist ein Held unserer Zeit. Ich kann nur hoffen, dass er nicht als Märtyrer enden wird.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aber hier bin ich, noch unberührt von Omikron, Trump oder Putin, und versuche täglich, dem Sinnlosen auf einem leeren Blatt einen Sinn zu geben. Hier sind meine Neuigkeiten: In der vergangenen Woche konnte ich endlich für ein paar Tage das Haus verlassen, selbst als sich Putins Invasion auf der anderen Seite der Welt abspielte. Meine Frau und ich machten eine Autoreise, um Mitglieder ihrer Familie an zwei Orten zu besuchen, die noch trockener sind als Santa Barbara: Palm Desert und Yuma, Arizona. Es war&#8230; erfrischend, nach all der Zeit, in der ich auf mein Haus und meine Umgebung beschränkt war, etwas anderes zu sehen (zumindest redete ich mir das ein &#8211; aber, mein Gott, es gibt so viele Menschen auf der Welt, nicht dass ich sie nicht alle begrüßen würde, vor allem diejenigen, die meine Bücher kaufen, aber die Bevölkerung Kaliforniens scheint sich vervierfacht zu haben, und jeder ist ständig überall). Nichtsdestotrotz bin ich geschwommen, gewandert, habe gegessen und getrunken, habe beinahe einen Roadrunner auf Film gebannt und bin einen staubigen Pfad entlang des Mighty Colorado River in der Nähe von Yuma gewandert. Alles gut, oder? Jetzt sitze ich wieder hier und starre auf ein leeres Blatt, der neue Roman &#8211; <em>Blue Skies</em> &#8211; ist geliefert, und die nächste Geschichte ist nur ein Kondensstreifen in den entferntesten Bereichen der Atmosphäre.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die gute Nachricht ist, dass meine COVID-19-Geschichte <em>The Thirteenth Day</em>, die ich ganz zu Anfang des Virusausbruchs geschrieben habe, der zu einer Epidemie und dann zu einer Pandemie wurde, die die ganze Menschheit heimsucht, <a href="https://www.esquire.com/entertainment/books/a38748598/the-thirteenth-day-tc-boyle/" rel="noopener" target="_blank">jetzt im <em>Esquire</em></a> erschienen ist, und dass eine andere der neuen Geschichten, die in der Sammlung <em>I Walk Between the Raindrops</em> enthalten sein werden, in der aktuellen Ausgabe von <em>The Southern Review</em> veröffentlicht wurde (<em>SCS 750</em>, eine Geschichte über eine diktatorische und reglementierte Gesellschaft, wie sie China seinen Bürgern auferlegt). Ich hoffe, sie gefallen Euch und lenken von der immer düstereren Realität ab, mit der wir alle konfrontiert sind.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ciao für jetzt.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 01. März 2022 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. Foto: Sreenshot der Kurzgeschichte auf der Website des Esquire.</span></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-01-03-2022/">What&#8217;s New? 01/03/2022</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 30/04/2016</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-30-04-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2016 21:36:22 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-04-2016/">What&#8217;s New? 30/04/2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2026/04/news_202i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-8622" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2026/04/news_202i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2026/04/news_202i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Wie diejenigen von Euch, die meinem Twitter-Feed folgen, wissen werden, bin ich gerade von einem Aufenthalt in der Wüste zurückgekehrt. Dort konnte ich über die kargen und verdorrten Geheimnisse des Lebens nachdenken und gleichzeitig eine Übung in Askese vollziehen, nämlich in der Wüste auf Dessert zu verzichten, obwohl Dessert nicht zu den Dingen gehört, vor denen ich desertiere. Allerdings bemerkte einer meiner Freunde gegenüber K., die es dann mir gegenüber erwähnte, dass ich so glücklich wirke wie schon lange nicht mehr. Das überraschte mich, aber ich schätze, wir müssen dies meinen immer ausgefeilteren schauspielerischen Fähigkeiten zuschreiben. Während ich nach außen die Rolle eines dynamischen und fröhlichen Menschen spiele, fürchte ich, dass ich innerlich verdorrt bin, emotional und intellektuell erschöpft von der Absurdität und der Heuchelei in unserem Alltag, in dem wir so leben, als würde der Tod uns niemals ereilen (»Du kannst mich die ganze Zeit von oben herab behandeln/Und du kommst vielleicht auch nie zu mir/MutterErde wartet auf dich/Es gibt eine Schuld, die du begleichen musst/Egal, wie reicht du bist/Egal, was du wert bist/Im Endeffekt musst du zurück zu Mutter Erde«). Doch wenn ich Tracy Nelson diese Zeilen singen hören, reißt mich das sofort aus diesen Gedanken. Sing den Blues. Lebe den Blues. Nimm den Blues geradewegs mit ins Grab.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tatsächlich habe ich vor einigen Tagen eine gute Freundin verloren. Ariane Fasquelle war im vergangenen Vierteljahrhundert meine Lektorin bei Éditions Grasset, und sie war eine Frau voller Anmut, Schönheit und Talent, die die Stadt der Lichter bei jedem meiner Besuche noch strahlender machte, und die Sonne heller scheinen ließ, wenn sie mich hier in Kalifornien besuchte. Ich werde sie vermissen. Und ich schätze die Stunde sehr, die wir letzten Monat in Paris miteinander verbracht haben. Wir schwelgten in Erinnerungen. Wir tranken Wein. Und wir nahmen Abschied voneinander. So sind die Tage und die Stunden und die Minuten unseres Lebens.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Für mich und für diejenigen unter Euch, die mit meinen monatlichen Ergüssen vertraut sind, geht das Leben weiter, zumindest vorerst. Deshalb werde ich die Stimmung hier etwas aufhellen, indem ich Euch erzähle, wie das von der Dürre heimgesuchte Kalifornien mir nach Arizona wie der Amazonas vorkam, und wie ich dadurch neu belebt wurde und mich wieder dem Schreiben von Kurzgeschichten gewidmet habe, und ich versuche, die fünfte in der Reihe der neuen Geschichten zu finden. Bisher gibt es zusätzlich zu den fünf Erzählungen, die ich vor Beginn von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/die-terranauten/"><em>Die Terranauten</em></a> fertiggestellt habe, vier neue, die seit Januar entstanden sind: <em>Ein Tod weniger</em>, <em>Surtsey</em>, <em>Jesus der Krieger</em> und <em>Der Flüchtling</em>. Es hat mir Freude bereitet sie zu schreiben. Und ich hoffe, dass sie zu gegebener Zeit an verschiedene Zeitschriften gehen und dass Ihr sie dann gedruckt sehen werdet und Ihr Freude daran habt, sie zu lesen. So wie es jetzt aussieht, hätte ich es gern, dass noch zwei oder drei weitere auftauchen, bevor ich mich irgendwann im Laufe dieses Jahres dem nächsten Roman zuwende. Wir werden sehen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Inzwischen habe ich die Vorabexemplare von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/die-terranauten/"><em>Die Terranauten</em></a> erhalten, und das ist für mich ziemlich aufregend (siehe den Twitter-Eintrag vom 26. April, der diese Aufregung illustriert). Es sind noch sechs Monate bis zur Veröffentlichung, aber sowohl mein Lektor als auch der Pressesprecher bei Ecco sind der Meinung, dass die frühzeitige Herausgabe der Vorabexemplare ihre Begeisterung für das Buch ausdrückt, und so hoffen sie, dass diese Begeisterung an einen größeren, wenn auch ausgewählten Kreis einflussreicher Leser weitergegeben wird. Was öffentliche Auftritte angeht, so danke ich all jenen unter Euch, die Anfang dieses Monats meine Veranstaltung beim L.A Times Book Festival besucht haben, bei der ich nach einer lebhaften Einführung durch Tom Curwen aus <em>Wiedererleben</em> vorgelesen habe. Der einzige Auftritt, der noch ansteht, wird am Montag, dem 2. Mai im Newman Center for the Performing Arts in Denver sein, das 900 Plätze bietet. Ich weiß nicht, ob es noch Karten gibt, aber ihr könnt ganz sicher sein, dass zumindest ich Zutritt haben werde (das heißt, wenn die Piloten, das Flugzeug, das Wetter und das Schicksal es erlauben).<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zum Schluss möchte ich Euch über die aktuelle Ratten-Situation hier auf dem Laufenden halten, da das Einzige, was wirklich zählt, das ist, was wir der Zukunft hinterlassen (siehe meinen Brief an die Ratten der Zukunft auf der Website <a href="https://www.capradio.org/news/insight/2015/11/19/insight-111915b/" target="_blank">»Letters to the Future«</a>), und so präsentiere ich Euch dieses beeindruckende Porträt von Ratte Nr. 104, kurz vor ihrer Freilassung in den Santa Ynez Bergen. Alle einhundertundvier wurden in den letzten zweieinhalb Jahren hier auf meinem Grundstück lebend gefangen. Wie Dave LaJoy lehne ich Gift ab, das nicht nur grausam zu den betroffenen Tieren ist, sondern auch in verheerender Weise die Nahrungskette hinaufsteigt (so wurde Beispiel der in den Santa Monica Bergen lebende Berglöwe bereits zweimal betäubt und entgiftet). Jedenfalls ist Schönheit immer dort, wo du sie findest. Viel Spaß.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 30. April 2016 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-04-2016/">What&#8217;s New? 30/04/2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 17/03/2014</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-17-03-2014/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2014 22:18:37 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-17-03-2014/">What&#8217;s New? 17/03/2014</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/03/news_177i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-7707" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/03/news_177i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/03/news_177i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Vor vierzehn Jahren, im furchterregenden Millennium-Jahr 2000 (wisst ihr noch, Y2K?) schrieb ich in <a href="https://www.tcboyle.de/werke/ein-freund-der-erde/"><em>Ein Freund der Erde</em></a> über die Fluten, die Dürren und andere Verwerfungen der Erderwärmung. In diesem Buch blickte ich, wie viele von Euch noch wissen, ein Vierteljahrhundert in die Zukunft und musste seitdem immer wieder schmerzlich eingestehen, dass ich viel zu optimistisch war, was den Zeitpunkt angeht, an dem die Katastrophe tatsächlich über uns hereinbrechen und uns in ihren meteorologischen Klauen packen würde. Nun, dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Ich kann mit Euch, die ihr im Mittleren Westen und im Osten der USA und auch in England und Europa lebt, mitfühlen, denn Ihr habt auf Grund des Einbruchs des Jetstreams einen besonders harten Winter erlebt. Für uns, die wir hier draußen unter fünfundzwanzig Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein leiden, ist die Trockenheit das Problem. In meinem kleinen Dorf, das in einem gemeindefreien Gebiet unmittelbar südlich von Santa Barbara liegt, sind wir zur Zeit verpflichtet, den Wasserverbrauch um 30 % zu reduzieren. Frau Boyle und ich baden jetzt gemeinsam, und danach verwenden wir das Badewasser zum Wäschewaschen und nutzen den Rest, um Kaffee sowie Spaghetti zu kochen und die Pflanzen im Garten zu gießen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und jetzt ist Regenzeit. Offiziell. Noch. Da kein Regen mehr in Sicht ist, müssen wir bis Dezember warten, bis wir wieder auf einen oder zwei Tropfen hoffen können. Lebt wohl, Sträucher, macht’s gut, Bäume. Den Rasen werde ich einfach grün anmalen, keine große Sache, aber wie sehr sehne ich mich nach gewundenen Flüssen und der stillen Kühle von Bergseen! Nun gut. Ich habe ja das Meer und werde dort herumtollen (nur um den Gestank loszuwerden), bis ich mit einer Salzschicht überzogen bin, aber das ist keine Lösung. Woran ich denke? Ich verkaufe alles, ziehe nach Rangun und sehe zu, wie die Schnecken und Blutegel die Fensterscheiben hinaufkriechen, während ich Gin-Tonic schlürfe und Chloroquin-Tabletten schlucke.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dies alles ist die Einleitung zu meinen Erlebnissen in Arizona Anfang dieses Monats. Der einzige richtige Sturm seit Jahren traf uns am Freitag, dem 28. Februar, gerade als ich in der Gesellschaft von zehntausend um sich spritzenden achtzehn-rädrigen Lastwagen in das ausgetrocknete Zentrum von Yuma County fuhr. Das nennt man Ironie. Zu Hause hatte ich alle möglichen Dinge getan in der Hoffnung, Regen herbeizuführen (siehe meinen <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-16-02-2014/">Blog-Eintrag vom letzten Monat</a>) und hier mit Eimern herumzurennen, wenn nicht sogar auf der überdachten Terrasse zu sitzen und der Symphonie der Tropfen zu lauschen, die von Wiederauferstehung der Natur kündet, aber stattdessen befand ich mich draußen, unterwegs auf der Straße und riskierte mein Leben. Es war heftig. Und die Lage sehr angespannt. Ich schaffte es ohne Zwischenfälle und verbrachte ein paar Tage in Yuma, inklusive einigen sehr lohnenden Stunden im Territorialgefängnis (wo ich vor vielen Jahren wunderschön den Bund der Ehe mit Frau Boyle geschlossen hatte); außerdem war ich auf dem Salat-Festival und wanderte am kanalisierten und stark geschrumpften Colorado River entlang. Dann machte ich mich auf den Weg nach Flagstaff, wo ich die Kurzgeschichte <em>Wiedererleben</em> zum ersten Mal live vor Publikum lesen sollte.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als ich gerade im Begriff war, aus Flagstaff abzureisen, tauchte ein alter Freund auf und überredete mich, mit ihm zum nahe gelegenen Grand Canyon zu fahren, den ich bis zu diesem Zeitpunkt nur aus 10.000 Metern Höhe gesehen hatte und über den ich seit nunmehr über zehn Jahren eine wunderbare Idee für eine Kurzgeschichte im Kopf hatte. Es war später Nachmittag, kalt, und ein strammer Wind wehte. Da war der Canyon in all seinen Farben und seiner großen Leere. Und zwischen mir (und dir) und der Tiefe nichts als eine kleine, achtzig Zentimeter hohe Steinmauer. Was für eine Stelle für einen Selbstmord. Und einen Mord. Oh, mein Gott. Man muss nur seine Feinde da hoch locken, wie zufällig mit der Hüfte anstoßen, und weg sind sie. Da ich ich ja tatsächlich hier sitze und auf meiner Tastatur herumklimpere, dürfte klar sein, dass ich der Versuchung zu springen widerstanden habe, und die meisten meiner Feinde, ganze, wimmelnde Armeen von ihnen, sitzen zu Hause und füttern ihre Katzen. Stattdessen bin ich zitternd am Rand entlang gelaufen, bevor ich mich in das alte El Tovar Hotel mit seinen Holzbalken verzog, um einen Happen zu essen, in einer Atmosphäre, die nur durch Regen hätte verbessert werden können. Oder durch Schnee.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich möchte natürlich nicht zu viel aus all dem machen, denn wenn ich Euch im nächsten März berichte, wird alles noch viel schlimmer sein, die Dürre noch größer, die Vegetation noch toter, denn wie wir aus der Lektüre der großen Philosophen aller Jahrhunderte wissen, ist die eine Wahrheit des Lebens die, dass alles immer schlimmer wird. Wenn ich aus der brandneuen Erzählung <em>Der Fünf-Pfund-Burrito</em> zitieren darf: </p>
<blockquote><p><em>Wir durchleben unsere Zeit auf Erden in einer Anhäufung von Millisekunden, Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen und Jahren, und das Leben ist ein Weg, dem wir alle, ausnahmslos, bis zum Ende folgen müssen. Gibt es Veränderung – oder auch nur eine Hoffnung darauf? Ja, aber Veränderungen sind strapaziös, schlecht für die Nerven und fast immer eine Wendung zum Schlechteren.</em> (Übersetzung von Dirk van Gunsteren)</p></blockquote>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aber Moment mal – ist heute nicht St. Patrick’s Day? Stimmt, stimmt. Also vergesst das alles und erhebt mit mir das Glas, trinkt auf die Freude. Slainte, Leute. Bis zum nächsten Mal</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 17. März 2014 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. </span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-17-03-2014/">What&#8217;s New? 17/03/2014</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 30/05/2010</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-30-05-2010/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 May 2010 10:15:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[What's New?]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Antwort auf die Frage, die Mr. P. in seiner Nachricht im Diskussionsforum gestellt hat (»Wo ist B.?«), habe ich folgendes zu berichten: Ich war auf Reisen. Nicht zur Buch-Expo, wie Mr. P. vermutete, sondern eher zum Vergnügen, für mich wirklich eine seltene Art zu reisen. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-05-2010/">What&#8217;s New? 30/05/2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2020/05/news_132i1.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignleft size-full wp-image-3284" />Als Antwort auf die Frage, die Mr. P. in seiner Nachricht im Diskussionsforum gestellt hat (»Wo ist B.?«), habe ich folgendes zu berichten: Ich war auf Reisen. Nicht zur Buch-Expo, wie Mr. P. vermutete, sondern eher zum Vergnügen, für mich wirklich eine seltene Art zu reisen. Als erstes war ich auf der Hochzeit meines lebenslangen Freundes Maslovat in Chicago, wo ich die architektonische Bootstour auf dem Fluss unternommen und sorgfältig an meinem andauernden Projekt gearbeitet habe, mindestens zweimal in jede Bar in den Vereinigten Staaten zu gehen. Alles ging im Delirium gut, bis Frau Boyle und ich den Flug zurück nach L.A. nahmen und entdeckten, dass wir bis zum Abflug drei Stunden und vierzig Minuten auf der Rollbahn im Flugzeug sitzen sollten. Warum? Weil es der Fluggesellschaft gefiel, uns festzuhalten durch eine Reihe von kleineren, maschinellen Notfällen und dadurch, dass sie das Passagierverzeichnis skrupellos durcheinanderbrachten (wir mussten nicht einmal zum Gate zurück, sondern zweimal), sodass ich es nach einiger Zeit sogar mit Humor nahm, allerdings mit der Art von Humor, die man fühlt, wenn der Zahnarzt mit dem Bohrer abrutscht. Das war eine Fluggesellschaft-Vorführung in der Art, wie man sie von Samuel Beckett Air &#8211; oder noch besser, vom Lauren-und-Hardy-Flugunternehmen &#8211; erwartet.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der zweite Abschnitt meiner Reiseunternehmung vor kurzem führte mich nach Arizona, wo ich meiner Schwester in Kingman einen Besuch abstattete, und dann zu Milo, der letzte Woche in Phönix gearbeitet hat. Daran waren keine Flüge beteiligt. Nur ich und mein rechter Fuß. Die Dattelpalmen blühten, die Wüste zog am Fenster vorbei, Rennkuckucks sprangen auf meinen Befehl umher. Und mir war es vergönnt, einen Tag, einen herrlichen Tag, in einem guten Hotel nur ein paar Schritte entfernt vom Swimming- und Whirl-Pool zu verbringen und nichts tun zu müssen, außer mir erfrischende Getränke einzuverleiben, hin und wieder ins Wasser zu springen und nach Lust und Lause zu lesen, während über mir Bussarde ihre Kreise zogen und das Zwitschern der Sperlinge aus ihren Nischen in den Palmen zu hören war. Jetzt bin ich wieder da. Und dazu bereit, mir weiter Notizen zu machen, womit ich in der ersten Monatshälfte angefangen hatte, in der Absicht, die Gesichtszüge meines nächsten Romans zu entdecken.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und das bringt uns zu dem beigefügten Foto. Als ich meinen Anzug für die fantastische Maslovat-Dichtung anzog, langte ich zufällig in die Brusttasche und entdeckte einen zusammengefalteten Briefumschlag. In dem Umschlag waren vier Fotos aus der fernen Vergangenheit und mir fiel ein, dass ich ihn an dem Abend meiner Rückkehr nach Peekskill für die Vierhundertjahr-Feier letzten Herbst in dieser Tasche versteckt hatte. Die Fotos hat mir ein alter Freund gegeben, den ich seit vielen, vielen Jahre nicht mehr gesehen hatte. Er heißt Joel Lynch und teilt sich dieses Foto mit mir. Ich weiß nicht mehr genau, in welchem Jahr das war, aber die Frisur lässt auf Anfang bis Mitte der 70er Jahre schließen, und der Pullover deutet darauf hin, dass es Winter war. Was die Wohnung angeht, kann ich nur mit Sicherheit sagen, dass sie irgendwo existiert haben muss. Das ist das Wesen der fernen Vergangenheit. Wir waren dort, wir unterhielten uns und hörten Musik, und zweifellos wurden große und wichtige Dinge verbreitet und eine erstaunliche Weisheit nach der anderen geäußert, aber, ach, jetzt ist alles vorbei. Wäre es nicht toll, wenn man solche Szenen nochmal abspielen könnte, und nicht nur als Film, sondern sie im Geiste und auch im Körper nochmal zu durchleben? Aber andererseits, da wir vom Körper reden, nehme ich an, dass es gewisse ausgewählte Szenen gibt, die sich als noch anregender erweisen könnten. Na ja, wenigstens habe ich den Pulli immer noch. </p>
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<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 30. Mai 2010 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-05-2010/">What&#8217;s New? 30/05/2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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