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	<title>Las Vegas Archive - www.tcboyle.de</title>
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	<description>Die deutschsprachige Website über T.C. Boyle</description>
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	<title>Las Vegas Archive - www.tcboyle.de</title>
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		<title>What&#8217;s New? 11/07/2016</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-11-07-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2016 21:33:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viele von Euch durch den begleitenden Twitter-Account wissen werden, bin ich erst kürzlich von meiner ersten Autofahrt quer durch das Land seit mehr als einem Vierteljahrhundert zurückgekehrt. Der Anlass? Ich habe meinen Sohn in seine neue Wohnung in Cleveland gebracht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-11-07-2016/">What&#8217;s New? 11/07/2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2026/07/news_204i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-8668" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2026/07/news_204i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2026/07/news_204i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Wie viele von Euch durch den begleitenden Twitter-Account wissen werden, bin ich erst kürzlich von meiner ersten Autofahrt quer durch das Land seit mehr als einem Vierteljahrhundert zurückgekehrt. Der Anlass? Ich habe meinen Sohn – und sein Auto, vollgepackt mit seinen Sachen – in seine neue Wohnung in Cleveland gebracht, wo er jetzt mit dem Medizinstudium anfängt. Also eine Vater/Sohn-Reise. Frau B. blieb zurück, genau wie der Hund. Wir haben uns Zeit gelassen, durch die große Weite Amerikas zu rollen, legten so um die 550 km am Tag zurück, und außer einer Panne in Glenwood Springs, Colorado (die von einem Engel namens Charlie behoben wurde, der dort eine Werkstatt für ausländische Autos betreibt) kamen wir ohne Zwischenfälle voran (keine Begegnungen mit Sheriffs oder Autobahnpolizisten, keine Frontalzusammenstöße oder Todesfälle und abgetrennte Gliedmaßen).<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der erste Halt, bei 45 Grad Hitze, war in Las Vegas, wo uns Freunde zum Essen in ein Kasino einluden, das wie eine unendliche borgesianische Bibliothek wirkte, aber mit Geldspielautomaten statt Büchern. Und ich? Ich würde nicht mal ans Spielen denken, es sei denn, mir gehörte das Kasino, aber mir gefiel alles gut, ich schüttete billige Drinks in mich hinein und beobachtete, wie die Besessenen ihre Andachten verrichteten. Am nächsten Abend waren wir in Green River, Utah, wo wir direkt am Fluss übernachteten und es mir gelang, jede Menge Mosquitos zu ernähren. Danach ging es weiter nach Denver, wo eine Stunde vorher ein Gewitter mit Hagel gewütet hatte und die unerträgliche Hitze nachzulassen begann. Danach dann Grand Island, Nebraska, ein größtenteils menschenleeres Städtchen (genau wie Städte meiner Meinung nach sein sollten), wonach wir in Iowa City hineinfuhren, wo ich in den 1970er Jahren fünfeinhalb Jahre gelebt und die Seminare für meine Masterarbeit und meine Promotion besucht hatte. Ich mochte die warmen Sommerabende dort sehr, schlenderte durch die vertrauten Straßen und traf alte Freunde in George’s Bar. Am folgenden Abend machten wir Halt in South Bend, Indiana, wo gerade das Erster-Freitag-im Monat-Stadtfest im Gange war und wir ausgelassen mitfeierten, bevor wir morgens zu unserem Ziel in Ohio weiterfuhren. Alles in allem war es eine herrliche Reise, wobei die Eintönigkeit der Landstraße durch das neueste Hörbuch von Atul Gawande und alle gut zwanzig CDs von <em>Moby Dick</em> gemildert wurde, letzteres von Anthony Heald genial vorgelesen, was für den ganzen Hin- und Rückweg gereicht hätte (tut mir leid, Herman, wir mussten ein bisschen vorspulen, wir hatten genug vom kochenden Walspeck). Und so sahen wir Wüsten, Berge und Ebenen, während wir das wütende Meer und einen noch wütenderen Flossenfüsser heraufbeschwörten.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jetzt bin ich wieder zu Hause und überarbeite die elfte der neuen Kurzgeschichten, <em>Sind wir nicht Menschen?</em>, die in die nächste Sammlung aufgenommen werden soll (<em>The Relive Box and Other Stories</em>; deutscher Titel <a href="https://www.tcboyle.de/werke/sind-wir-nicht-menschen/"><em>Sind wir nicht Menschen</em></a>), die ich bald meinem Lektor bei Ecco übergeben werde. Diese Geschichte ist ziemlich abgedreht und knüpft an die fantasievollen Geschichten meiner ersten Sammlung, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/tod-durch-ertrinken/"><em>Tod durch Ertrinken</em></a>, an, aber, wie Ihr sehen werdet, ist sie nicht sehr weit von der Wirklichkeit entfernt, wenn man bedenkt, was wir mit der CRISPR/Cas-9-Technologie in die Welt setzen. Ich werde Euch Bescheid geben, wann und wo sie erscheinen wird, sobald das feststeht. In der Zwischenzeit enthält die Ausgabe des <em>New Yorker</em> vom 4. Juli meine Geschichte <em>Der Flüchtling</em>, die ebenfalls in der neuen Sammlung enthalten ist, und mein Lektor hat mich gebeten, einem kurzen Essay zu schreiben, der sich in der August-Ausgabe des <em>Esquire</em> befindet und der sich mit dem Einfluss von Muhammed Ali auf mein Leben befasst. Der Essay trägt den Titel <em>10000 Miles From Home</em>. Viel Spaß damit.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im Moment hoffe ich, abgesehen davon, dass ich wie besessen twittere und alle paar Tage mit meinem Kajak aufs Meer hinausfahre, auf eine weitere Kurzgeschichte, bevor ich mich der Recherche für den nächsten Roman widme, die ich, zumindest vorläufig, in den nächsten zwei Monaten oben in den Bergen durchzuführen hoffe. Und natürlich bereite ich mich schon sowohl auf die amerikanische wie auch auf die deutsche Tournee für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/die-terranauten/"><em>Die Terranauten</em></a> vor, was im Oktober hier und in Deutschland im Januar erscheinen wird. Dafür werde ich sicherlich meine ganze Kraft brauchen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und so wünsche ich Euch allen das Allerbeste für die langen und beschwingten Tage des Sommers (das heißt, falls Ihr dies auf der Nordhalbkugel lest) und grüße Euch zum Abschied, von der Reise ermattet, bis zum nächsten Mal ganz lieb.) Ciao.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 11. Juli 2016 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-11-07-2016/">What&#8217;s New? 11/07/2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>What&#8217;s New? 31/10/2010</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-31-10-2010/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 10:45:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Halloween also. Ich dachte eine Weile, dass ich als Long John Silver gehen müsste, aber zum Glück wird mein Kostüm viel einfacher sein: Ich werde als ein Mensch gehen, der kein gebrochenes Bein hat. Natürlich neige ich schon zu begrifflichen Kostümen, wie zum Beispiel in dem Jahr ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-31-10-2010/">What&#8217;s New? 31/10/2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2020/10/news_137i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-5012" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2020/10/news_137i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2020/10/news_137i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Halloween also.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich dachte eine Weile, dass ich als Long John Silver gehen müsste, aber zum Glück wird mein Kostüm viel einfacher sein: Ich werde als ein Mensch gehen, der kein gebrochenes Bein hat. Natürlich neige ich schon zu begrifflichen Kostümen, wie zum Beispiel in dem Jahr, in dem ich eine Rückenflosse aus Pappe anzog und verschiedenfarbige Punkte in mein Gesicht und auf meine Hände sprühte: »Was bist du?« fragten die Leute. Meiner Meinung nach hätte es offensichtlich sein müssen: ein Bachsaibling. Oder letztes Jahr – oder war das vorletztes Jahr? – als ich eine riesige Schraube mit schwarzem Isolierband an meiner Stirn befestigte. Die Interpretation davon werde ich all jenen unter Euch überlassen, die hier weiden.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jetzt zu den eigentlichen Neuigkeiten, die dieses Mal leider kurz ausfallen müssen, da ich wie verrückt an dem neuen Roman, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a>, arbeite, bevor ich mich auf den Weg zu dem Auftritt in Las Vegas nächsten Mittwoch mache (7:00 pm, Student Union Ballroom, UNLV Campus), aber es sind prägnante Neuigkeiten. Warum? Weil meine Verlegerin, die gefürchtete und stets geschickte Holly Watson, mir die Städte verraten hat, durch die ich auf meiner anstehenden Lesereise für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/wenn-das-schlachten-vorbei-ist/"><em>Wenn das Schlachten vorbei ist</em></a> touren werde. Hier gibt es einige Überraschungen, Leute, und ich sehe, dass sie bzw. Viking mich an Orte schickt, die ich eine Weile nicht gesehen habe (oder nie gesehen habe), und daher, überraschenderweise, kein Boston, kein Philly, kein Miami, kein Chicago, kein San Diego, kein Mogadishu und auch kein Bagdad. Hier ist die Liste, und ich muss einen unserer aktivsten Diskussionsteilnehmer – einen der ersten Stunde – darum bitten, die Liste sehr genau zu studieren (Chester, hörst du mir zu?):</p>
<ul style="padding-left: 30px;">
<li>Manhattan</li>
<li>Santa Rosa</li>
<li>Brooklyn</li>
<li>Torrance</li>
<li>Milwaukee</li>
<li>L. A.</li>
<li>Minneapolis</li>
<li>Capitola</li>
<li>Santa Barbara</li>
<li>Palm Desert</li>
<li>Seattle</li>
<li>Portland</li>
<li>Santa Monica</li>
<li>San Francisco</li>
</ul>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dabei handelt es sich immer noch nur um eine vorläufige Liste – ich werde die genauen Einzelheiten mit Ort und Zeit bekanntgeben, sobald ich sie habe. Und ich werde auch am 29. März in Purdue sein, als Ersatz für den Auftritt im September, den ich wegen meines gebrochenen Beins verschieben musste. Nachdem das gesagt ist, heißt es zurück an die Arbeit, aber nicht ohne Euch den Anhang zu hinterlassen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Essay, den ich für einen Freund geschrieben habe, der ein Buch über Essen zusammenstellt. Er hat mich gebeten, über die schlimmste Mahlzeit meiner Kindheit zu schreiben, und das habe ich getan, aber ihr werdet sehen, dass die Geschichte, obwohl es sich dabei nicht um eine Halloween-Geschichte an sich handelt (überlassen wir das <em>The Devil and Irv Cherniske</em> oder <em>The Black and White Sisters</em> oder, noch besser, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/worlds-end/"><em>World’s End</em></a>), doch an genau jenem Abend stattfindet.</p>
<ul style="padding-left: 30px;">
<li><a href="https://www.tcboyle.de/leber-und-zwiebeln/">Leber und Zwiebeln</a></li>
</ul>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 31. Oktober 2010 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-31-10-2010/">What&#8217;s New? 31/10/2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>What&#8217;s New? 30/09/2010</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-30-09-2010/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 08:08:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[What's New?]]></category>
		<category><![CDATA[Georges Borchardt]]></category>
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		<category><![CDATA[Harper's]]></category>
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		<category><![CDATA[Vance Bourjaily]]></category>
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		<category><![CDATA[Wenn das Schlachten vorbei ist]]></category>
		<category><![CDATA[What Separates Us From the Animals]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hier bin ich und werde philosophisch, im zweiten Monat meiner Genesung, ein Leser, ein Sitzender, ein Beobachter der Natur im engsten Rahmen, und was habe ich von meinen Mühen gelernt? Nichts, was ich nicht schon wusste. Ich musste einfach eine Geschichte schreiben ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-09-2010/">What&#8217;s New? 30/09/2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2020/09/news_136i1.jpg" alt="" width="300" height="198" class="alignleft size-full wp-image-4715" />Hier bin ich und werde philosophisch, im zweiten Monat meiner Genesung, ein Leser, ein Sitzender, ein Beobachter der Natur im engsten Rahmen, und was habe ich von meinen Mühen gelernt? Nichts, was ich nicht schon wusste. Ich musste einfach eine Geschichte schreiben, die <em>My Pain is Worse Than Your Pain</em> heißt, in der sich der Erzähler das Bein bricht – zweimal – und so das Schicksal herausfordern, aber meine Beteiligung an dieser Geschichte war rein theoretischer Natur und nicht körperlicher, was ihr die Art von Tiefe verliehen hätte, die ich erlebt habe, seit ich in meine eigene Zwangspause gestolpert bin. Nennt es Recherche. Wenigstens weiß ich jetzt, dass ich es vermeiden sollte, irgendeiner von meinen Figuren einen Gehirntumor aufzubürden.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich denke an meinen Jugendfreund Paul Delaney, der schon früh ein Bein verloren hat und den Rest seines überschwänglichen und freudigen Lebens mit einem auskommen musste, während Krücken für ihn so selbstverständlich wurden wie für den Rest von uns zwei Beine. Oder an Jamieson, der mir vor ein paar Monaten erzählt hat, dass er an die Ostküste zurückkehren musste, um seiner Mutter zu helfen, die sich den Knöchel gebrochen hatte. Ich konnte nicht ganz verstehen, was das alles sollte – wer zum Teufel braucht schon einen Knöchel? Lasst uns einfach alle mit unseren Stummeln herumhüpfen. Jetzt weiß ich es besser. Und meine Verletzung war tatsächlich noch sehr leicht – der Gips ist weg, ich treibe wieder Sport, und in einem Monat oder so sollte ich wieder laufen können, wenn alles gut geht.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich denke an Audens <em>Musée des Beaux Arts</em>. Wie sehr hat mich dieses Gedicht gerührt, als ich es während meiner Studienzeit in Iowa zum ersten Mal entdeckte, wie sehr rührt es mich immer noch, da es den Gedanken ausspricht, dass uns der Schmerz, der andere betrifft, die Art, wie jeder andere Körper außer unserem eigenen tickt, vollkommen ungerührt lässt: </p>
<blockquote><p><em>»Was das Leiden betrifft, lagen sie nie falsch, die alten Meister; wie gut verstanden sie seine Stellung im menschlichen Leben: Wie es passiert, während jemand isst oder ein Fenster öffnet oder einfach gedankenlos vorbeigeht.«</em> (<em>Sin Dolor</em>, irgendjemand?) </p></blockquote>
<p>Na gut. Genug. Aber bevor ich mich den Neuigkeiten zuwende, würde ich gerne ein paar Worte über den Tod von Vance Bourjaily verlieren, der mein Freund und Mentor in Iowa war. Vance gab seinen Studenten Unterstützung, war uns ein Vorbild (ich erinnere mich noch an die Spannung, die den Seminarraum in Atem hielt, als er uns erzählte, wie er sich fühlte, nachdem er sich für eine Karriere als Künstler entschieden hatte, und jemand fragte, womit er seinen Lebensunterhalt verdiente, und er ohne jede Verlegenheit antworten konnte: »Ich schreibe Romane«) und, was am wichtigsten ist, glaube ich, er beruhigte uns, wenn wir selbst Angst hatten oder uns über unser Können Sorgen machten. Er war eine der überragenden Größen in meinem Leben und ohne ihn wäre ich heute nicht der Schriftsteller, der ich bin. Um von etwas fröhlicherem zu sprechen, möchte ich einer der anderen wichtigen Persönlichkeiten in meinem Leben, meinem Agenten Georges Borchardt, gratulieren, der Ende dieses Monats in der französischen Botschaft in New York für seinen Beitrag zur Literatur ausgezeichnet und in die Ehrenlegion aufgenommen wird. Ich wünschte nur, ich könnte dort sein, um mit ihm zu feiern. Er hat sich für Tausende unserer besten Schriftsteller eingesetzt und unermüdlich für ihre Rechte gekämpft. Sein Verstand und seine Ehrenhaftigkeit sind unübertroffen. Als Dichter und Schriftsteller ihn letztes Jahr ausführlich interviewten, wurde er gebeten, sich zu einer Bemerkung zu äußern, die ich einmal über ihn gemacht hatte, nämlich als ich ihn als den allerbesten Menschen in der Geschichte unserer Art bezeichnet hatte. Georges sagte: »Nun ja, wie ihr wisst, neigt Tom zu Übertreibungen.« Pause. »Aber er hat oft recht.«<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Neuigkeiten? Ich habe immer noch vor, zu meinen Auftritten in Las Vegas am 3. November und in Boise am 10. zu erscheinen, selbst wenn ich krabbeln muss. Ich freue mich darauf, wieder aus dem Haus zu kommen und auf der Bühne zu stehen. Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten. Was neue Veröffentlichungen angeht, so werden viele von Euch bereits wissen, dass die aktuelle Ausgabe von Harper’s eine der sechs neuen Geschichten bringt, <em>What Separates Us From the Animals</em>. Ich habe noch keine Nachricht, wann die restlichen beiden – <em>Good Home</em> und <em>In the Zone</em> – im Playboy bzw. in der Kenyon Review erscheinen, aber ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Ich habe gerade erst die Korrekturabzüge des letzten Auszugs aus <a href="https://www.tcboyle.de/werke/wenn-das-schlachten-vorbei-ist/"><em>Wenn das Schlachten vorbei ist</em></a> an die Iowa Review zurückgeschickt (die ersten beiden sind in McSweeney’s und Orion erschienen). Mir wurde gesagt, dass der Auszug – <em>The Rat Savior</em> – im Dezember erscheinen soll.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Aber das ist alles. Jetzt muss ich wieder an die Arbeit. Ciao.</p>
<p>P.S.: Das Bild anbei ist Bruegels »Landschaft mit dem Sturz des Ikarus«, das die Inspiration für Audens Gedicht war.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 30. September 2010 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-09-2010/">What&#8217;s New? 30/09/2010</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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