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		<title>What&#8217;s New? 23/11/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2014 22:22:26 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Ulrich Tepelmann</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/11/news_185i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-8012" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/11/news_185i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/11/news_185i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Um diese Zeit, um Thanksgiving herum, bin ich für vieles dankbar, aber jetzt gerade vor allem dafür, dass mein Herumreisen für dieses Jahr endlich zu Ende ist. Ich bin gestern am späten Nachmittag aus New York zurückgekommen, wo ich auf der Bühne des Symphony Space auf der Veranstaltung Selected Shorts ein paar Worte sagte, um die diesjährigen <em>Best American Short Stories</em> zu würdigen, die von Jennifer Egan herausgegeben wurden, die auch den Abend moderiert hat. Ich schlich mich dann zurück ins Publikum, um Dylan Bakers lebendige und höchst unterhaltsame Lesung meiner Kurzgeschichte <em>Die Nacht des Satelliten</em> zu erleben. Danach nahm ich an einer Party zu Ehren dieser Veranstaltung teil und hatte das große Vergnügen, nachts durch die Straßen der Upper West Side zu spazieren, bei heftigen Windböen und Celsius-Temperaturen im einstelligen Minusbereich. Am darauffolgenden Nachmittag machte ich einen kleinen Bummel von der West 79th Street zu meinem Agenten in der East 57th Street und durchquerte den Central Park, um zu genießen, wie plötzlich der Herbst in den Winter übergegangen war. Und ja, ja, ja, ich wünschte wirklich, ich wäre oben in Buffalo, um mich an den zwei Metern Schnee, die dort fielen, zu erfreuen, aber es sollte nicht sein. Nicht auf dieser Reise.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich fand jedoch die Zeit, hinüber zum Natural History Museum zu spazieren und in Erinnerungen an die vielen Schulausflüge zu schwelgen, die wir dorthin unternahmen, als ich auf der Toddville-Grundschule war, die an der Route 202 lag, knapp außerhalb der Kleinstadt am Hudson, die in meinen Büchern Peterskill getauft habe. Im Museum besuchte ich die Show im Hayden Planetarium, einem wahrhaft magischen Ort. Hier lag der Schwerpunkt auf der Entstehung des Universums und der dunklen Materie, die alles zusammenhält, und wenn ich beim Eintritt etwas unsicher über meinen (unseren) Platz im Universum war, so fühlte ich mich beim Herauskommen so völlig unbedeutend, als wäre ich unter dem Stiefelabsatz der Ewigkeit zertreten worden. Mein Vorschlag an die Leitung? Haltet draußen ein Team von Priestern, Pastoren, Rabbis. Mullahs und Psychiatern bereit, die uns einen kleinen Einblick in das geben, was der Sinn von allem  ist, und warum wir uns überhaupt die Mühe machen sollten weiterzuleben. Sagt mir doch noch mal: Was tun wir eigentlich hier?<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gut jetzt, genug der Ontologie, nicht zu reden von Klage und Mutlosigkeit. Was den Sinn  – und andere Freuden – angeht, in der Woche vor New York war ich für die Feinarbeit an den Recherchen für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/die-terranauten/"><em>Die Terranauten</em></a> in Tucson und Umgebung, ich nähere mich gerade der hundertsten Seite, und werde vermutlich irgendwo zwischen drei- und vierhundert landen. Dort, da draußen in der Wüste, begegnete ich zum ersten Mal einer Lebensform, die, wie ich mir vorstellen kann, nicht die ganze Zeit über dunkle Materie und die eigene Bedeutungslosigkeit im großen Plan nachgrübelt: dem Javelina (Nabelschwein oder Pekari). Bräunlich, mit langer Schnauze, so groß wie ein mittelgroßer Hund. Mit kleinen schwarzen Hufen, drahtigem Haar, entzündeten Augen. Es waren drei oder vier. Sie stießen Schreie aus, wühlten ein wenig im Dreck herum und verschwanden in einer Staubwolke. Ich konnte das nachvollziehen. Wieso sollte das plötzliche Auftauchen zweier großer fleischfressender Affen (Frau Boyle war bei mir) auch nicht den selbsterhaltenden Fluchtimpuls auslösen? Wenn man ein Geschöpf auf diesem Planeten ist, das zufällig gut schmeckt, musst du verzehrmäßig auf das Schlimmste gefasst sein.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eine Woche davor war ich auf meinem Berg in den Sierras, um zu schreiben und mich in den Wäldern zu tummeln. Es gab den ersten Schnee dieses Jahres, eine winzige Staubschicht von zwanzig Zentimetern, über die die Leute aus Buffalo nur gelacht hätten, aber es war besser als nichts. Dem Teich, der in dem Zeitraum zwischen meinem <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-30-06-2014/">Blog-Eintrag vom 30. Juni</a> und meinem erneuten Besuch zu Anfang dieses Monats komplett verschwunden war, half das trotzdem nicht. Tschüss, ihr Fische, macht’s gut, ihr Frösche. Viel Spaß mit der unfruchtbaren Erde, ihr Libellen und Stechmücken. Es wird interessant zu beobachten, wie es den aquatischen und amphibischen Geschöpfen ergeht, wenn der Teich sich über den Winter wieder füllt – falls er das tut. Ich nehme an, es gab in der Vergangenheit unzählige Zyklen von Nässe und Trockenheit, und die einheimischen Arten haben die Fähigkeit erworben, ihre Bestände zu regenieren, wenn die Bedingungen es zulassen. Trotzdem ist es für mich ein ästhetischer Verlust, wenn der Teich austrocknet; für die Tiere bedeutet es den Tod.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die gute Nachricht ist, dass der Berg bleibt, wenigstens solange, bis Wind und Regen ihn zu Staub zermahlen haben. Das wird noch eine ganze Weile dauern, und das ist auch gut so. Bis dahin habe ich Zeit, ein wenig auszuruhen. Meine abgetragenen Reisetaschen, werden bis Mitte Februar im Schrank stehen, wenn die Deutschland-Tournee für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/hart-auf-hart/"><em>Hart auf hart</em></a> ansteht, nach der dann die ausgedehnte Amerika-Tour erst richtig beginnt. Jetzt aber muss ich überlegen, ob ich zurück auf den Berg gehe, und mir steht ausgiebiges Lesen und Schreiben bevor – das bedeutet, die nächsten mehr als zwei Monate werde ich wohl exakt das Leben leben, das dieses großartige und sich wie verrückt ausdehnende Universum für mich vorgesehen hat.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 23. November 2014 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. </span></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-23-11-2014/">What&#8217;s New? 23/11/2014</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 31/01/2013</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-31-01-2013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jan 2013 22:08:22 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-31-01-2013/">What&#8217;s New? 31/01/2013</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2023/01/news_163i1.jpg" alt="" width="225" height="300" class="alignleft size-full wp-image-6975" />Bevor wir mit den News an sich anfangen, würde ich Euch gerne ein kleines Loblied auf die südlichen Sierras singen, wo ich, mit Unterbrechungen, seit Weihnachten war. Für jemanden, der sein Winterwetter mietet, wie ich, hätte das Wetter nicht erfrischender sein können, rundum schneereich und inspirierend. Am Montagnachmittag habe ich zum Beispiel eine knapp fünf Kilometer lange Wanderung unternommen, mit dem neuen Welpen an meiner Seite, unter einem bedeckten Himmel, bei Temperaturen um die minus fünf Grad und einem strengen Wind (nach der Arbeit natürlich, wobei es sich bei der besagten Arbeit um die ersten zwei Kapitel des nächsten Romans handelt, mein 25. Werk Belletristik, das da gerade entsteht). Wir hatten ordentlich Schnee, es fing am Weihnachtsabend an zu schneien und hielt ganze vierundzwanzig Stunden an, dann folgten mehrere kleine Stürme im Lauf des nächsten Monats. Letzte Woche hat es geregnet, zwei Tage lang, die Temperatur nie unter dem Gefrierpunkt, nicht einmal nachts. Der Regen hat den Schnee verdichtet und danach setzte ein harter Frost ein, wodurch man auf der Oberfläche laufen konnte, was mir die Freiheit verschaffte, die von den Schneemobilen geschaffenen Dämme zu verlassen. Jetzt kann ich zwar nicht viel Gutes über diese Maschinen sagen, die Lärm machen, die Luft verschmutzen und weggeworfene Bierdosen (und Schlimmeres) an Orte der Wildnis bringen, aber sie machen es den Wanderern möglich, im Tiefschnee rauszukommen. Ich habe im Lauf der Jahre Geländeski und Schneeschuhe ausprobiert, aber wenn möglich – wenn die Bedingungen stimmen – gehe ich lieber zu Fuß. Und das habe ich getan, nicht nur am Montag, sondern auch mehrmals an anderen Tagen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ach, die hoch aufragenden Wälder, still bis auf das Krächzen der Raben und ihr Flügelschlagen. Die versunkene Landschaft. Die Festung der Fichten. Das Knirschen des Schnees unter deinen Schuhen. Und dann nach Hause zum Holzofen, ein Buch, ein Glas Wein und die Spaghetti-Sauce, die ich vor zwei Wochen zubereitet habe, aber die dank der Dienste des Gefrierschranks in der Hütte halbwegs genießbar geblieben ist. War mir langweilig? Sicher, nach einer Weile. Aber was für eine Idylle, solange sie anhielt! Natürlich gibt es hier prosaische Probleme wie zum Beispiel, dass wir in der zweiten Woche dieses Monats ein oder zwei Tage früher als geplant fahren mussten, weil der Energieversorger beschloss, den Strom von acht Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags wegen Leitungsarbeiten abzuschalten, als der Frost gerade einmal länger anhielt (unter null in der Nacht und nur wenig drüber am Tag – und warum konnten sie damit nicht bis Juli warten?), was sich noch durch meine Entdeckung verschlimmerte, dass wir kein Gas mehr zum Heizen und für heißes Wasser hatten.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eine Kleinigkeit. Wir hätten es aushalten können – wir hatten schließlich den Holzofen, und wer muss sich schon waschen, wenn man sein Gesicht einfach in den Schnee stecken kann? – aber ich hatte das Gefühl, dass es vielleicht ganz nett wäre, für ein paar Tage nach Santa Barbara ans Meer zurückzukehren. Hier war es auch kältlich, aber wir hatten Strom, Erdgas und eine ganze Stadt voll Annehmlichkeiten, einschließlich, aber nicht nur, Restaurants (vergesst die uralte Spaghetti-Sauce), Bars, Geschäfte (zu Frau Boyles Freude), Theater und Kino.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;So. Das hat mich Ende Dezember und diesen glänzenden Monat des neuen Jahres, der jetzt zu Ende geht, beschäftigt. In der Zwischenzeit haben sich alle möglichen berichtenswerten Dinge zusammengebraut. Erstens sollte ich Euch alle darauf aufmerksam machen, dass ich am 16. Februar um halb zwei am Nachmittag auf dem Savannah Buch Festival in der Telfair Rotunda auftreten werde, und dass ich am 19. März am Harper College auftrete und an der Texas University in Austin am 21. Darüber hinaus habe ich meinem Verleger die redigierten Manuskripte der <a href="https://www.tcboyle.de/werke/t-c-boyle-stories-ii/"><em>T.C. Boyle Stories II</em></a> zurückgegeben – vor und in gespannter Vorfreude auf den Erscheinungstermin im Oktober. Neue Geschichten aus dieser Sammlung erscheinen in <em>Harper’s</em> (<em>Sic Transit</em>); im <em>Playboy</em> (<em>The Marlbane Manchester Musser Award</em>) und in <em>McSweeney’s</em> (<em>Burning Bright</em>). Es ist noch zu früh für den Tourenplan, aber sobald er Gestalt annimmt – wahrscheinlich im Laufe des Sommers – veröffentliche ich ihn hier für Euch. Und zu guter Letzt habe ich gerade vom Hanser Verlag gehört, dass ich im September in Deutschland sein werde für die zeitgleiche Veröffentlichung der gebundenen Ausgabe meines neusten Romans, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a>, und meines ersten, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/wassermusik/"><em>Wassermusik</em></a>, in einer neuen Übersetzung von Dirk van Gunsteren. In Wien wird außerdem eine Feier für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a> stattfinden, das zum Buch des Jahres dieser erhabenen Stadt gewählt wurde. Mehr darüber, sobald die Details eintrudeln.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und jetzt, da ich wieder zu Hause im sonnigen Santa Barbara bin, muss ich mit einer ganzen Reihe Aktivitäten weitermachen, wie mich tiefer in den neuen Roman einwühlen, mich um die verschiedenen umgestürzten und verrottenden Bäume und die Erziehung des Welpens kümmern, der drei Monate alte Pulli, der mich mal wieder nach all den Jahren zu einem Vertrauten von Exkrementen gemacht hat. Braver Hund. Ganz braver Hund. Und lass uns lernen, unsere Ablagerungen draußen zu verrichten, nicht?</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 31. Januar 2013 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-31-01-2013/">What&#8217;s New? 31/01/2013</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 24/05/2012</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-24-05-2012/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2012 21:09:50 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-24-05-2012/">What&#8217;s New? 24/05/2012</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2022/05/news_155i1.jpg" alt="" width="300" height="225" class="alignleft size-full wp-image-6497" />Wie ich Eileenz erst gestern im Forum erzählt habe, bekam ich vor zwei Wochen den Frühling zu sehen, wie er in all seiner Pracht in Österreich, Deutschland und der Schweiz hervor sprießte, und ich freue mich darauf, bald zu erleben, wie die Jahreszeit auf 2.194 Metern Höhe in der kalifornischen Sierra den Bäumen Blätter verleiht und die Fortpflanzungstriebe verschiedener Kreaturen belebt. Wie Fons und Holger pflichtgetreu berichtet haben, war die Tour eine ausverkaufte Freude, aber, wie üblich, habe ich mich hinterher so ausgelaugt gefühlt wie Dracula von der Sonne erwischt. Höhepunkte? In Wien begeisterter Applaus, der fünf Minuten anhielt, plus Schnitzel in einem Café im Freien mit Milo; das Wiedersehen mit Jan Josef Liefers in Hamburg (ach und wie dieser flussartige See – die Alster – geglänzt hat, während die Schwäne keine zehn Meter vom Verkehrsgewühl entfernt ihre Nester bauten) und mit David Eisermann an zwei schönen Orten, darunter Deutschlands selbsternannte grünste Stadt, Freiburg; und, zu guter Letzt, eine Seilbahnfahrt auf einen Berg mit Sicht auf Zürich für ein Essen im Freien in gutaussehender und brillanter Gesellschaft (darunter ein Paar nicht so brillante Pfarrkühe im Gras am Rand).<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und dann der Rückflug, schlappe zwölfeinhalb schlaflose Stunden in der Luft, die mich gerade rechtzeitig nach L.A. zurückbrachten, um Spencer Boyles Abschluss der USC Cinema School (Prüfung im Spezialfach Drehbuchschreiben) zu verpassen und ihn zum Essen auszuführen, bevor ich ihm ein dickes Bündel Geldscheine aushändigte. Ich hielt bis zehn oder so durch und fiel dann im Figueroa Hotel in einen Jetlag-Schlummer. Von dem ich um sechs Uhr früh durch überlaut verstärkte Sprechchöre geweckt wurde. Am Samstagmorgen. Und wer war das mit den Sprechchören? Streikende, die gegen die Bedingungen in dem Hotel gegenüber protestierten. Warum nur beschallten sie mit ihren Sprechchören eine leere Straße um diese Uhrzeit? Ein Geheimnis, das sich um halb acht lüftete, als ein großer Kran mit angebautem Presslufthammer anfing, den Parkplatz aufzureißen. Na schön. Schlafen war also aussichtslos. Ich beschloss, hinunter zum Frühstück zu gehen. Es war eine einzige Frau im Aufzug, als ich ihn betrat. Ich sagte zu ihr: »Good Morning.« Sie sagte zu mir: »Guten Morgen.« Als ich unten ankam, war alles, was ich hörte, Deutsch (hundert Touristen, der Reisebus parkte vor dem Figueroa wie eine transportierbare Wand). Wunderseltsam. Für einen verwirrten Moment dachte ich, ich wäre immer noch in Europa, aber dann sah ich einen Kerl, der mit einem Schlauch den Poolbereich säuberte, und als ich »Buenos Días« zu ihm sagte, sagte er »Buenos Días« zu mir, und ich wusste, dass ich zu Hause war.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Neuigkeiten von der Veröffentlichungsfront, bereits im Forum angekündigt, lauten: Der <em>New Yorker</em> wird die dritte der neuen Geschichten veröffentlichen, <em>Birnam Wood</em>, irgendwann im Juli, <em>Narrative</em> wird bald einen Auszug aus <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a> bringen und ich habe soeben die Geschichte, die von der Deutschlandtour unterbrochen wurde, fertiggeschrieben (erfolgreich, zumindest in meinen Augen), eine komische Geschichte mit einem bissigen Unterton und dem Titel <em>The Marlbane Manchester Musser Award</em>. Es ist eine der äußerst wenigen Geschichten, die ich geschrieben habe, in denen ein Schriftsteller vorkommt, aber hey, warum nicht? Ich hoffe immer noch, dass ich noch ein paar Geschichten schreiben werde, um die nächste Sammlung, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/t-c-boyle-stories-ii/"><em>T.C. Boyle Stories II</em></a>, zu vervollständigen, bevor ich, wie ich sehnsüchtig hoffe, in den langen, dunklen Brunnen des nächsten Romans abtauche. Und das war&#8217;s so in etwa, außer ich habe etwas vergessen (und selbst wenn ich das habe, kann ich mich für den Blogeintrag nächsten Monat für Euch wieder daran erinnern). Tschüss.</p>
<p>PS: Das Foto anbei ist eins (von zweien), die mein Herausgeber für die Umschlaginnenseite von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a> ausgesucht hat. Spencer hat es vor ein paar Tagen nebenan aufgenommen, die Haustür stand offen, die Stufen warfen ein seltsames Licht von einer mürrischen Sonne zurück. Neue Bilder. Wir können sie immer brauchen. Gott segne das digitale Zeitalter. </p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 24. Mai 2012 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-24-05-2012/">What&#8217;s New? 24/05/2012</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<title>What&#8217;s New? 09/08/2004</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-09-08-2004/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2004 21:29:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Tja, der Sommer nähert sich seinem Ende. Für mich persönlich waren die letzten zwei Monate sehr ruhig und erfreulich produktiv. Ich verbrachte den Monat Juni auf dem Berg in der südlichen Sierra, wo ich meine Haxen nach Herzenslust umhertollen und hüpfen ließ, aber sachte, sachte ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Beate Walz</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/08/news_64i1.jpg" alt="" width="725" height="380" class="aligncenter size-full wp-image-7832" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/08/news_64i1.jpg 725w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2024/08/news_64i1-480x252.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 725px, 100vw" /></p>
<p>Tja, der Sommer nähert sich seinem Ende. Für mich persönlich waren die letzten zwei Monate sehr ruhig und erfreulich produktiv. Ich verbrachte den Monat Juni auf dem Berg in der südlichen Sierra, wo ich meine Haxen nach Herzenslust umhertollen und hüpfen ließ, aber sachte, sachte, mit gemäßigtem Temperament. Ich mache keine Tierwaterschen Experimente. Ich doch nicht. Während der überraschend kalten Morgende machte ich vorweg Feuer, blies darauf und bestückte es, damit es vorhielt während der Vorbereitungen für den Grobentwurf der Architektur des Romans, den ich zur Zeit schreibe. Durch glückliche Umstände beschert, begannen die Charaktere Gestalt anzunehmen und der Plot entwickelte sich. Für morgen hoffe ich, die abschließenden Ausbesserungen in Teil I hinzuzufügen, der einen Umfang von etwas über siebzig Seiten hat, in sechs handlichen Kapiteln. Der Arbeitstitel lautet <a href="https://www.tcboyle.de/werke/talk-talk/"><em>Talk Talk</em></a>, nach der englischen Übersetzung des ASL in der Bedeutung von »sehr gesprächig sein« oder »viel schwätzen« oder »reden wie ein Wasserfall«. Der Roman ist in der Gegenwart angesiedelt und wird vermutlich sowohl komisch als auch tragisch. Wir werden sehen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Was habe ich gelesen? Blake Baileys faszinierende (man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen) Biographie über Richard Yates: <em>A Tragic Honesty</em>. Yates scheint in jedem Moment seines Leben unerbittlich armselig gewesen zu sein, und für die unter uns, die weniger erbärmlich über einen so langen Zeitraum gewesen sind, ist es eine wahre Freude, sein Leben mit unserem zu vergleichen. Außerdem kam ich dazu, John Krakauers großartiges <em>Under the Banner of Heaven</em> zu lesen (ich begann das Buch mit geringen Kenntnissen über Mormonen und ohne irgendwelche Vorurteile; nun denke ich, wir sollten eher Utah statt den Irak bombardieren). Oliver Sacks <em>Seeing Voices</em> und Henry Kisors <em>What&#8217;s That Pig Outdoors?</em> &#8211; beide speisten die Recherchen für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/talk-talk/"><em>Talk Talk</em></a> (ein Buch, das zufälligerweise von der Frage nach Identität handelt, auch wenn die Story selbst einen Identitätsverlust beschreibt). Vorher schon kam ich in den Genuss von Paul Therouxs <em>Dark Star Safari</em> (und falls Ihr bisher nicht seinen Bericht über seine Freundschaft mit V.S. Naipaul &#8211; <em>Sir Vidia&#8217;s Shadow</em> &#8211; gelesen habt, dann freut Euch auf ein Schmankerl: Es ist sarkastisch und urkomisch). Achja, und ich las auch Belletristik. Ron Loewinsohns <em>Magnetic Field(s)</em> sind gerade druckfrisch erschienen, und es ist ein magisches Buch. Ein Hoch auf Stewart O&#8217;Nan und seine Speed Queen.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und hier nun die neuesten Neuigkeiten von mir: neue Kurzgeschichten im <em>Playboy</em> (im September, glaube ich, und später werden sie außerdem <em>The Swift Passage of the Animals</em> drucken), <em>McSweeney&#8217;s</em>, <em>Zoetrope</em>. Die Weihnachtsgeschichte sucht noch immer ein Zuhause. Mein einziger öffentlicher Auftritt seit Mai war das letzte Wochenende vor Skylight Books in L.A. (wie von DMAC im Message Board von tcboyle.com berichtet), wo ich mir die Bühne mit Brigid Hughes teilen durfte und darüber sprach, welche Bedeutung in den letzten Jahren die <em>Paris Review</em> und George Plimpton für mich hatten. Die Erwähnung von öffentlichem Auftritten erheischt natürlich die Frage nach dem US-Tourplan für <a href="https://www.tcboyle.de/werke/dr-sex/"><em>Dr. Sex</em></a>. Er ist nun komplett und ich werde ihn sehr bald hier in einem What&#8217;s-New-Special bekanntgeben, obschon viele der Daten (Danke, Sandye) bereits im Message Board notiert wurden. Damit Schluss für heute, aber ich werde mich bald wieder melden, und sei es nur ein Lebenszeichen; keine große Lücke wie diese letzte. Ich habe die endgültige Fassung der Buchausgabe von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/dr-sex/"><em>Dr. Sex</em></a> erhalten, als krönender Abschluss für diese neuesten Informationen. Ta-ta.</p>
<p>P.S. Fast hätte ich es vergessen: Es liegt ein neuer Wettbewerb zum Erscheinungtermin von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/dr-sex/"><em>Dr. Sex</em></a> in der Luft, und dieser Tage wird Milo die umfangreichen und ästhetischen Änderungen enthüllen, die er diesen Seiten angedeihen lassen wird. Ihr werdet sehen, es wird etwas ganz Besonderes.</p>
<p>P.P.S. Ich glaube, ich habe den Tag unseres fünfjährigen Bestehens, den 4. August, versäumt. Aber hey! &#8211; die Vergangenheit ist tot. Und wir leben im Hier und im Jetzt. </p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 09. August 2004 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Beate Walz. </span></p>
<hr/>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-09-08-2004/">What&#8217;s New? 09/08/2004</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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