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	<title>Jubiläum Archive - www.tcboyle.de</title>
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	<description>Die deutschsprachige Website über T.C. Boyle</description>
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	<title>Jubiläum Archive - www.tcboyle.de</title>
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		<title>What&#8217;s New? 31/08/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Aug 2013 21:18:34 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2023/08/news_170i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-7207" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2023/08/news_170i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2023/08/news_170i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Da wir gerade von Jubiläen sprechen und erst vor Kurzem den 14. Jahrestag dieser Website (<a href="https://tcboyle.com/" rel="noopener" target="_blank">www.tcboyle.com</a>) gefeiert haben (am 4. August), würde ich gerne auf einen persönlicheren Jahrestag hinweisen, der heute stattfindet: An diesem Spätsommertag vor zwanzig Jahren sind wir von Los Angeles nach Santa Barbara gezogen, von einem Haus in den Woodland Hills, das damals vierundvierzig Jahre alt war, in dieses, das damals bloß vierundachtzig war. Bevor wir es kauften, war dieses Haus sechs Jahre lang herrenlos und stand daher wunderschön und fröhlich leer. Da wir anfangs über wenig Möbel im Haus verfügten, weil wir den Großteil davon in unserem ehemaligen Haus gelassen hatten, das noch nicht verkauft war (und sich auch vor Dezember nicht verkaufen würde), breiteten wir schließlich Decken auf den Schlafstätten aus – alle fünf von uns, Autor, Frau, Tochter und Söhne – und schliefen selig durch die (weitgehend) moskitofreien Nächte.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das erste Wochenende damals, wie dieses, war Labor Day Feiertag, und es war ungewöhnlich warm für die Jahreszeit, genau wie jetzt. Ich versuchte, einen Überblick über die Lage zu bekommen, sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne, und dachte über all die Arbeit nach, die getan werden musste, und vielleicht blieb ich etwas länger im Bett als gewöhnlich (im Schlafsack eigentlich, weil ich im Laufe der Nacht in den Schlafsack umzog). Ich wurde von den aufgeregten, hohen Stimmen der Kinder geweckt, die riefen: »Daddy, Daddy, es sind Leute hier!« Tatsächlich. Ich kam die Treppe ins Wohnzimmer herunter und begrüßte ein älteres Ehepaar, völlig Fremde, die gekommen waren, um sich das Haus anzusehen, weil sie dachten, dass es immer noch zum Verkauf stand. Woran dachte ich? Dass ich das Schloss an der Tür direkt hinter ihnen reparieren muss. Ich würde gerne erzählen, dass wir mit diesen alten Leuten gefrühstückt haben und sie dann eingeladen haben, bei uns zu wohnen, und das sich Freude ausbreitete wie süßer Kirschsirup in einem Slushie, aber daraus ist nichts geworden. Ich brachte sie zur Tür. Und sie zogen weiter zu neuen Abenteuern, groß oder klein, Abenteuer, von denen ich damals nichts wusste und heute nichts weiß.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Noch eine Sache über das Wochenende damals. Wie gesagt, war es Labor Day, was Touristen in Hülle und Fülle bedeutete, und natürlich war ich, früher Tourist, kein Tourist mehr, sondern eher Besitzer eines eigenen Heimes und ein EINHEIMISCHER, also führte ich mich an den einheimischen Strand um zu sehen, was Sache war. Er war überfüllt. Hunderte rannten fröhlich ins Wasser und wieder heraus, Hunde bellten, Wellen spritzten. Ich, der einzige in der Menge, zog Maske, Schnorchel und Flossen an, um zu sehen, was unter den Wellen verborgen war, die auf meine neuen Ufer schwappten. <em>Mirabile dictu!</em> Verborgen vor den Blicken der Horden über Wasser, fand hier ein Rochen-Treffen statt, sodass der gesamte Meeresboden mit ihnen zugepflastert war und jeder stachlige Stechrochen und ungeschickte Adlerrochen nur auf die Gelegenheit wartete, den nackten Fuß eines herabsteigenden Primaten zu begrüßen. Steckt eine Lehre darin? Ach, ich weiß nicht. Ich nehme an, sie wäre: »Sei vorsichtig!« oder »Geh immer nur vom Schlimmsten aus!« Und natürlich: »Knorpelfische haben auch Feiertage!«<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nun, da dieser Blog angeblich über Neuigkeiten meiner neuesten Unternehmungen berichtet, wende ich mich wohl besser ihnen zu. Ihr werdet das Foto anbei bemerkt haben, das mich in Dom Camardella’s Sound Design Studio hier in Santa Barbara zeigt, wo ich mich sehr wohlfühle, da ich in den letzten Jahren mit Dom an einer Reihe von Projekten zusammengearbeitet habe, von der Aufnahme von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/america/" rel="noopener"><em>América</em></a> und <a href="https://www.tcboyle.de/werke/talk-talk/" rel="noopener"><em>Talk Talk</em></a> für Blackstone und <a href="https://www.tcboyle.de/werke/wild-child/" rel="noopener"><em>Wild Child</em></a> für Penguin Audio über meine Kommentaren vor Kurzem für die BBC und NPR bis hin zu den Geschichten für die Onlineausgabe des New Yorker. Woran ich gerade arbeitete, als Dom den Anlass mit diesem Foto verewigte, war die Aufnahme des letzten – und völlig neuen – Teils von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/t-c-boyle-stories-ii/" rel="noopener"><em>T.C. Boyle Stories II</em></a>, für die Veröffentlichung im Oktober, wenn das Buch erscheint. Dieser Teil enthält vierzehn Geschichten, die eine neue Sammlung namens <em>A Death in Kitchawank</em> darstellen, aber da Dom und ich zuvor schon vier davon für den New Yorker aufgenommen hatten, konnten wir diese verwenden und unser Arbeitspensum auf zehn Geschichten reduzieren (elf eigentlich, da die Titelgeschichte neu aufgenommen werden musste). Wir wurden, zum Glück, in drei Tagen fertig.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zum Glück, ja, weil diese drei Tage von der Zeit abgingen, die ich meinem neuen Roman widme, mein fünfundzwanzigstes belletristisches Werk (<a href="https://www.tcboyle.de/werke/hart-auf-hart/" rel="noopener"><em>Hart auf hart</em></a>), das ich mich beeile fertig zu schreiben, bevor ich Ende nächster Woche nach Österreich und dann Deutschland aufbreche. Wie ich hier bereits erwähnt habe, ehren mich die Wiener mit ihrer Wahl von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/america/" rel="noopener"><em>América</em></a> als ihr Buch des Jahres (<a href="https://einestadteinbuch.at/" rel="noopener" target="_blank">Eine Stadt, Ein Buch</a>). Und so kann ich, wenn ich das neue vor meiner Abreise fertig bekomme, all die Österreicher und Deutschen unter Euch, die das hier gerade mit den reinsten Herzen und aufgeschlossensten Sinnen lesen, unterhalten, anstatt mein sorgenvolles Selbst von einer Bühne auf die nächste zu schleppen, während das unvollendete Buch wie das Schicksal über mir hängt. Aber keine Sorge. Ich werde fertig werden. Auch wenn ich eine Nacht durcharbeiten muss. Oder zwei. Oder drei.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Also, auf Wiedersehen für heute. Das war nett zum Aufwärmen, aber wenn Ihr mich entschuldigen wollt, ich muss arbeiten.</p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 31. August 2013 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
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		<title>What&#8217;s New? 04/08/2011</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-04-08-2011/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 17:24:15 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-04-08-2011/">What&#8217;s New? 04/08/2011</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2021/08/news_145i1.jpg" alt="" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-5966" srcset="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2021/08/news_145i1.jpg 300w, https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2021/08/news_145i1-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Während ich diesen neusten Eintrag zur Feier des zwölfjährigen Jubiläums von tcboyle.com online stelle, bereite ich mich schon wieder darauf vor, in den großen, kreischenden Stahlvogel zu steigen und zu ertragen, wie all diese Stunden elend zerrinnen auf meinem Weg über die braune Leere Amerikas und die monotone, graue Platte des Atlantiks. Aber Halleluja! Zwölf Jahre! Und das macht mich, worauf ich oft mit der größten Bescheidenheit hingewiesen habe, zu einem der allerersten Blogger, obwohl ich den Begriff bis vor ein paar Jahren natürlich noch nicht einmal gehört hatte – es gab ihn damals nicht – und ich konnte mir nicht vorstellen, mir Zeit von meiner Arbeit zu nehmen, um täglich oder sogar wöchentlich einen Blogeintrag zu schreiben, was Ihr mir hoffentlich verzeiht. Tweets? Vergesst es. Ich warte nur auf das Gehirnimplantat.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Was ich zur Feier dieses glücklichen Anlasses getan habe, ist, mir den allerersten Eintrag anzuschauen, vom 4. August 1999 (Ihr könnt dasselbe tun, indem Ihr <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-04-08-1999/">hier auf das Nachrichtenarchiv</a> klickt). Meine Nachricht damals war, dass ich gerade meinen neuesten Roman, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/ein-freund-der-erde/"><em>Ein Freund der Erde</em></a>, fertig geschrieben hatte und mich darauf freute, dass die gesammelten Kurzgeschichten, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/t-c-boyle-stories/"><em>T.C. Boyle Stories</em></a>, als Taschenbuch erschienen, und außerdem war ich gerade dabei, die nächste Sammlung zusammenzustellen, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/schluss-mit-cool/"><em>Schluss mit cool</em></a>. Ach, das ist Geschichte. Aber hier und jetzt befinde ich mich in einer ähnlichen Lage. Ich habe den neuen Roman, <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a>, oben auf dem Berg am 21. des letzten Monats fertig geschrieben, und freue mich darauf, ihn zu überarbeiten und in einem Monat oder so an meinen Agenten und Verleger zu schicken, und danach kann ich mich hoffentlich meinen Kurzgeschichten widmen, mit der Aussicht, die nächste Sammlung fertig zu stellen, <em>A Death in Kitchawank and Other Stories</em>, die vermutlich in Band II der Gesammelten aufgehen wird, damit dieser Band genauso dick und reichhaltig wird wie der erste.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich habe lange geschuftet, und mit Vollgas, um mich durch die Tour von <a href="https://www.tcboyle.de/werke/wenn-das-schlachten-vorbei-ist/"><em>Wenn das Schlachten vorbei ist</em></a> zu kämpfen und <a href="https://www.tcboyle.de/werke/san-miguel/"><em>San Miguel</em></a>, das Gegenstück dazu, bis zu meiner selbst auferlegten Frist, zum 31. Juli, fertig zu schreiben, und ich bin erschöpft. Und doch hatte ich, seit ich den neuen Roman fertig habe, meine ersten paar freien Tage seit langem und alles lief glänzend und glatt. Am Donnerstag letzte Woche war ich um neun Uhr in der Früh, anstatt an meinem Schreibtisch gefangen zu sein, mitten im Wald im Sequoia Nationalpark, untersuchte frischen Bärenkot, fütterte die Moskitos und hing der Frage nach, wo die Enten von unserem See ihren Tag verbringen (im Unterlauf des Holby Creek Flusses, in dem Sumpfgebiet dort, wo sie essen, paddeln und sich nervös über die Schultern schauen). Ich sprang in einen eiskalten Fluss und schwamm im See. Ich las. Wanderte. Sonnte mich. Genoss es. Und dachte nicht einmal an den gerade zu Ende geschriebenen Roman. Oder jedenfalls nicht viel.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jetzt muss ich in eine ganz andere Art von Medium springen: das literarische Leben. Ich werde am 10. August beim Kilkenny Festival auftreten, wo der brillante Colm Tóibín mich vorstellen wird (wenn Ihr sein vorzügliches <em>Brooklyn</em> oder <em>The Master</em> oder <em>Mothers and Sons</em> noch nicht gelesen habt, erwartet Euch eine besondere Freude), und dann am 13. beim Edinburgh Festival. Dazwischen werde ich hoffentlich ein paar alte Freunde in Irland wiedersehen und ein klein bisschen Spaß haben. Dann heißt es wieder zurück an die Arbeit.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Fürs Erste aber hebt ein Glas zur Feier des Tages. Diese Internetseite hat mir so viel mehr Freude bereitet als ich mir je hätte vorstellen können, als ich sie am Anfang einrichtete, und ich bin Euch allen sehr dankbar. Und immer auch Milo, der das alles möglich gemacht hat.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<em>Slainte</em></p>
<p>P.S. Ich bitte alle Australier unter Euch um Entschuldigung. Mir ist aufgefallen, dass ich schon damals, 1999, angekündigt hatte, dass ich für einen Besuch zu Euch reisen würde, aber die Umstände haben es verhindert. Ich hoffe, dass ich es bald schaffe. Und in der Tat bin ich in Verhandlungen mit Eurem literarischen Establishment, Euren führenden Politikern und Diplom-Geologen getreten, um den Kontinent wenigstens ein paar tausend Kilometer näher an Kalifornien heran zu rücken. Das wäre die Krönung für mich.  </p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 04. August 2011 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-04-08-2011/">What&#8217;s New? 04/08/2011</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>What&#8217;s New? 09/08/2009</title>
		<link>https://www.tcboyle.de/whats-new-09-08-2009/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[T.C. Boyle]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Aug 2009 10:07:22 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: center;">Von T. Coraghessan Boyle</h5>
<p style="text-align: center;"><em>Deutsch von Sabine Anders</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.tcboyle.de/wp-content/uploads/2019/08/news_123i1.jpg" alt="" width="300" height="225" class="alignleft size-full wp-image-2916" /><em>Bienvenidos, amigos.</em> Ich fühle mich etwas ertappt hier draußen angesichts der Tatsache, dass ich die letzten fünf Tage geschwänzt habe, während der ganze Rest von Euch das zehnjährige Jubiläum dieser Seite (<a href="http://www.tcboyle.com/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">www.tcboyle.com</a>) gefeiert hat. Ich wollte bei Euch sein, nicht nur um der tiefen Bindungen zu gedenken, die zwischen so vielen regelmäßigen Besuchern dieser Website entstanden sind, sondern auch um ein Glas auf meinen Sohn Milo zu trinken, der als Zehntklässler an der Laguna Blanca Highschool beschlossen hat, dass sein armer alter Papa einen Internetauftritt braucht.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sein Vater konnte kaum ahnen, dass er in Ermangelung eines anderen Kandidaten einer der ersten Blogger im Netz werden würde, ungefähr sechs oder sieben Jahre, bevor er den Begriff überhaupt zum ersten Mal hörte. Und er konnte auch kaum ahnen, was für eine Freude dieses Forum so vielen Leuten bereiten würde. Deshalb stoße ich also, mit einiger Verspätung, mit einem Glas Flor de Cana Siete Anos auf Milo und Euch alle, die diese Seite so reichhaltig und tiefsinnig und lohnend gemacht haben, an.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ach ja &#8211; aber was ist meine Entschuldigung? Was könnte mich nur vom Computer und unserer virtuellen Feier weggezogen haben? Vielleicht gibt der oben erwähnte Rum Aufschluss. Nein, ich war nicht in Nicaragua, woher dieses wundervolle Getränk stammt, sondern in dem kleinen Land gleich südlich davon: Costa Rica.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Normalerweise geht es mir &#8211; magenmäßig gesehen &#8211; in den Tropen nicht so gut, und ich hatte ein oder zwei Tage lang einen kleinen Kampf mit aufdringlicher innerer Flora, aber es war die Freude an den Erlebnissen mit den Tieren im Freien, die mich wieder gesund machte. (Glaubt mir, wann immer Ihr an dem erkrankt, was in Mexico Montezumas Rache heißt, schmeißt einfach einen lebenden Skorpion ein, oder zwei &#8211; sie sind nicht nur lecker und proteinhaltig, sondern sie vertreiben auch sehr schnell sämtliche inneren Dilemmas, die Ihr haben könntet.) Es war ein Familienausflug, wir fuhren eine Woche lang über Straßen, die WIRKLICH EIN BISSCHEN BESSER SEIN KÖNNTEN UND NÄCHSTES MAL WERDE ICH DIE HANDYNUMMER VOM COSTARICANISCHEN PRÄSIDENT VERLANGEN ODER ICH KOMME EINFACH NICHT, LEUTE, und dann ließen wir uns in einem rustikalen Dschungelhotel nieder, das einem Freund von mir gehört. Das Hotel ist in Cabo Matapalo, an der Spitze der Osa Halbinsel, und es ist ein kleines Wunder. Überall Wildnis, Agoutis, Coatis, die vier Affenarten, Baumfaultiere, Schmetterlinge, Schlangen, Eidechsen und zahllose Vögel, und während keine der Katzen (Margay, Ozelot, Jaguarundi, Puma, Jaguar) sich sehen ließ, waren sie da draußen im Urwald, vermehrten sich, schissen und töteten. Was, für mich zumindest, ein sehr beruhigender Gedanke ist. Hinaus zu gehen (oder sogar nach innen &#8211; siehe der oben genannte Skorpion) heißt, zu jeder Tages- und Nachtzeit Lebewesen zu begegnen, ein Wunder in dieser traurigen alten heruntergekommenen Welt.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ich werde mir nicht die Mühe machen, detailliert vom Kampf auf Leben und Tod zu erzählen, den wir in tiefster Nacht draußen im Golfo Dulce ausfochten, als der Motor vom Boot meines Freundes ausfiel und wir durch die Unendlichkeit humpelten, ohne Radio- oder Handyempfang, während Dinge in der Größe von Booten um uns herum auftauchten, oder von den angeschwollenen Flüssen, die wir auf der Route 126 nach La Paz mit dem Auto durchwateten, und von seiner arbeitenden Bevölkerung und den matschigen, aufgeblähten Hügeln, die mich an die Unterseite meiner Geschichte <em>La Conchita</em> erinnerten. Nein. Das würde dem Geiste der Unternehmung nicht gerecht. Also was soll&#8217;s, wenn ich fünfzig Tode starb und meine mageren Glieder zum Ergötzen von Insekten darbot, die noch nicht einmal entdeckt wurden? So etwas nennt man Abenteuer.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und jetzt bin ich wieder da. Meine nächste Reise wird nicht ganz so abenteuerlich werden, dünkt mich. Und höffte mich. Am 16. Oktober werde ich auf dem New Yorker Festival sein und zusammen mit Mary Gaitskill lesen, und am darauffolgenden Abend werde ich im Paramount Theater in meiner Heimatstadt Peekskill meine Show abziehen, wo die ganze Gemeinde <a href="https://www.tcboyle.de/romane/worlds-end/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>World&#8217;s End</em></a> gelesen hat, und danach wird es eine kostenlose Vorführung von Alan Parkers Verfilmung von <a href="https://www.tcboyle.de/romane/willkommen-in-wellville/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Willkommen in Wellville</em></a> geben. Ich habe nicht vor, zumindest während ich dies schreibe noch nicht, auf der Bühne lebende Skorpione zu verspeisen, obwohl ich, wenn ich in der richtigen Stimmung bin, vielleicht ein oder zwei Hühnern den Kopf abbeißen werde.<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wir sehen uns dann dort, meine Freunde. </p>
<hr />
<p><span class="note">Im Original erschien der Text am 09. August 2009 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Sabine Anders.</span></p>
<hr/>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tcboyle.de/whats-new-09-08-2009/">What&#8217;s New? 09/08/2009</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tcboyle.de">www.tcboyle.de</a>.</p>
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