Von T. Coraghessan Boyle
Deutsch von Beate Walz
Pues, mi hijo ha regresado de sus aventuras en Costa Rica y todo está bien. Und auch ich bin von meiner Reise zurück. Das heißt: fast. Oder doch soweit, dass ich dort anknüpfen kann, wo ich am 5. Juli aufgehört habe, nämlich: ein Kapitel für den neuen, neuen Roman fertig schreiben; abheften, bündeln und wegpacken, im Wesentlichen. (Hat irgend jemand dort draußen die generelle schleichende Zersetzung bemerkt, das Sickern von Verhängnis, die Fäulnis in allem? Ich meine, verlass dein Haus für eine Woche und es ist baufällig, sei einen Monat weg und du findest eine unbewohnbare Ruine vor.) Wie dem auch sei, ich kehre morgen nach L.A. zurück, auf die vorletzte Präsentation der Lesetour zu Talk Talk bei Book Soup. Auf meinem Weg den Highway 101 hoch, erreiche ich das Ende der Tour, in Thousand Oaks ist der ultimative Auftritt.
Was kann ich sonst noch erzählen? Die Tour – kürzer als gewöhnlich – war weniger anstrengend als die meisten vorher (das heißt, in etwa so entspannend wie der Ritt des »Fliegenmenschen« auf einem Jet-Flügel). Ich aß, ich trank, wachte morgens mobil auf, die Hotels wechselten. Ich traf eine ganze Heerschar von engagierten und dankbaren Leuten, und nicht ein einziges Mal habe ich mich verirrt. Talk Talk wurde sehr positiv bewertet, was mich außerordentlich freut. Also habt Dank, Freunde. Danke, dass Ihr gekommen seid und diese Gigs zu solch einem Spaß gemacht habt. Zu den Gewinnern unseres tcboyle.com-Wettbewerbs möchte ich sagen: Herzlichen Glückwunsch! Sobald mir der Stab Eure Adressen übermittelt hat, werde ich Eure Preise in den Postversand geben.
Und nun das Neueste: Bloomsbury hat Talk Talk in Großbritannien herausgebracht und die Buchbesprechungen, die Mimi im Message Board auflistet, scheinen recht positiv auszufallen (obwohl ich sie noch nicht las; nur überflogen habe ich sie, aus reinem Selbsterhaltungstrieb). Hier in den USA klettert das Buch in den Verkaufslisten immer weiter nach oben, was sehr befriedigend für mich ist – wenn Leute lesen und Gefallen finden an dem, was ich schreibe, dann bin ich zufrieden. Und zufrieden bin ich auch, dass die vielen Exemplare von McSweeney’s #19 weggehen wie warme Semmeln, wegen Dana Halters Geschichte Wild Child. In nicht allzu ferner Zukunft werden weitere Lesereisen folgen, mehr Auftritte (dritte Septemberwoche in Columbia, Missouri, und in meiner alten Heimat in der Prärie, in Iowa City, wenn für América städteweite Lesungen in diesen illustren Städten anstehen), und, wie ich hoffe, mehr Geschriebenes; und etwas Zeit, sich an den Strand zu legen (wie heute nachmittag, nach einem netten, hurtigen Schwimmen im Pazifik), und lesen und Tagträumen in den müßigen Stunden dazwischen, wie ich es immer machte, als ich noch jung und furchtlos und mein Leben um so vieles einfacher war. Hört Ihr das? Das sind die Wellen, die sich am Butterfly Beach brechen. Ich sehe Euch dann dort.
Hasta luego (Oder wie Rob Jordan, der große Gelehrte am Spanisch-Gymnasium, sagen würde: Hasta la Pizza.)
P.S. Ihr wollt also einen lächelnden Autor, richtig? Dann zieht Euch das Foto von Don J. Usner rein, das er bei einem Gig im Mai bei der Lannan Foundation in Santa Fé aufnahm. Haben wir Spaß, oder was?
Im Original erschien der Text am 24. Juli 2006 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Beate Walz. Foto: Don J. Usner
