Von T. Coraghessan Boyle
Deutsch von Beate Walz
Nach einem ganzen Tag daheim sitze ich nun an meinem Tisch und beobachte das August-Abendlicht, wie es in den Eukalyptus-Hain beleuchtet, der zwischen hier und den wolkenlosen Hängen des Santa Ynez Gebirges steht. Es ist schön, nach meiner Tour zu Talk Talk wieder daheim zu sein, schön, wieder am neuen Buch zu arbeiten; schön, den Hund zu kraulen, den Teich zu reinigen, ein kleines Abendessen zuzubereiten (obwohl, ich gehe aus heute abend, aber Ihr wisst schon, was ich meine), die Dodgers und die Angels im Fernsehen ohne Ton anzusehen, Musik an und ein Buch in die Hand (ich lese Babbitt noch einmal, ein wahrer Genuss). Wegen des Teiches: Wir haben plötzlich Egel – groß wie Einmachgummis – und ich weiß nicht, wo die herkommen, wenn man bedenkt, dass ich der Gott und Schöpfer dieses Teiches bin, der die meiste Zeit seiner sechsjährigen Existenz egelfrei gewesen ist. Wurden sie am Fuß eines Watvogels eingeschleppt? Oder aus den erbärmlichen zwei Gallonen des Tule-Flusswassers, in dem sich die Döbel des Baches tummelten, die nun glücklich in dem nicht ganz so trüben Wasser des Teiches leben? Ah, die Mysterien der Natur.
Hinsichtlich meiner Publikationen gibt es hauptsächlich News zu dem neuen Roman Talk Talk, der in den Niederlanden in der Ambos/Anthos-Edition bereits im Juni erschienen ist, im Spät-Juli bei Bloomsbury in Großbritannien und im August beim Hanser Verlag. Außerdem: Eine neue Kurzgeschichte, The Unlucky Mother of Aquilles Maldonado, erscheint in der September-Ausgabe des US-Playboy, und die Aufnahmen der ungekürzten Hörbuchfassung für Books on Tape (Talk Talk) und Blackstone Audio (The Tortilla Curtain) sind inzwischen zu beziehen. Und schließlich gab ich letzte Woche einen kurzen Kommentar für NPR All Things Considered ab, der auf der NPR-Website angehört werden kann oder in unserem Message Board.
Highlights der Tour? Das Eröffnungs-Event in Rhinebeck, New York, war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit reinstes Vergnügen – eine verschlafene, famose kleine Touristenstadt mit einer antiken Hotelbar und einer enormen und enthusiastischen Menschenmenge – und der Gig im Rockit Room in San Franzisco bei Green Apple Books erzeugte ein Gefühl wie die Reinkarnation von Lenny Bruce. Bei einem Klub wie diesem wünschte ich, ein wenig mehr Musik gemacht zu haben und etwas weniger von allem anderen. Und dann war da natürlich das Essen im Flugzeug (sie geben dir lediglich einige Päckchen Gulden’s Senf und lassen dich dazu deine Socken lutschen).
Also dann. Das war’s für heute. Schlaft gut, lasst Euch nicht Eure Identität klauen, und bitte, versucht bei Anbruch des Tages wieder aufzuwachen. Ich für meinen Teil, werde dasselbe tun.
Im Original erschien der Text am 24. August 2006 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Beate Walz.
