What’s New? 28/02/2019

Von T. Coraghessan Boyle

Deutsch von Ulrich Tepelmann

 

Okay, nach Deutschland zu kommen war vielleicht ein bisschen schwierig für mich, aber es hat sich gelohnt, wie Ihr auf dem Foto hier sehen könnt. Warum war das schwierig? Weil hier ein Sturm wütete und schon wieder für einen Erdrutsch sorgte, der die Weiterfahrt auf der einzigen Straße nach Süden verhinderte, dem Freeway 101 (und der auch die Eisenbahn blockierte), so dass ich nicht nach LA zum Flughafen konnte, um meinen Swiss Air-Flug nach Berlin zu erreichen. Nachdem die Polizei uns zum Umkehren gezwungen hatte, fuhren wir nach Norden zum Santa Barbara Airport, von wo es nur noch einen Flug nach LA gab, und der war natürlich ausgebucht. Dann haben wir einen Hubschrauber gemietet, doch zehn Minuten später rief der Pilot an und sagte ab; er gab an, es sei zu gefährlich durch den Sturm zu fliegen. Dann sind wir neunzig Meilen nordwärts bei Regen und Wind nach San Luis Obispo gefahren, wo wir einen United Airlines-Flug gebucht haben, der uns nach LA bringen sollte, wo wir zwei Stunden vor Abflug unseres Swiss Air-Fluges ankommen würden. Ja, schön. Klar doch. Nur war es leider so, dass der Flug nach LA vier Stunden Verspätung hatte, so dass wir dann die Nacht in einem Flughafenhotel in LA verbringen mussten, um dann am nächsten Morgen mit Lufthansa zu fliegen, was bedeutete, dass ich die Live-Radio-Show in Berlin am Nachmittag verpasste und sturmgeschockt und mit Jetlag auf die Bühne musste, vor 1.200 enthusiastischen Fans. Eine Woche später präsentierte mir mein Verleger im Hanser-Verlagshaus in München diese bedeutungsvolle Torte: #1-Bestseller auf der Liste des SPIEGEL. Die Götter haben’s genommen, die Götter haben’s gegeben.
     Inzwischen haben wir die zweite Woche zu Hause, nach der Tour, und es ist fast wieder alles normal. Die Termine für die Amerika-Tour purzeln auf ihre Plätze, und ich werde den Plan hier für Euch posten, wenn er endgültig feststeht. The New Yorker hat Asleep At The Wheel in der Ausgabe vom 11. Februar veröffentlicht, und Esquire bringt What’s Love Got To Do Wih It in der aktuellen (März-)Ausgabe, während ein Auszug aus Das Licht jetzt in Narrative online verfügbar ist.
     Ich habe grad erfahren, dass die Verhandlungen für eine Fernsehserie von América abgeschlossen sind und dass MGM in Kürze eine Pressemitteilung mit Details bringen wird, während ein paar andere Film-Projekte sich schon ankündigen, darunter eine Serie nach der Kurzgeschichte On For The Long Haul und Filme von The Relive Box, Are We Not Men und Wassermusik. Was alles andere angeht, so lese ich, schreibe ich, ruhe mich am Kaminfeuer aus mit Hund, Katze und Frau B. und lausche dem Regen – gesegnet, höflich und in keiner Weise störend – während er beruhigend von den breiten Kupfer-Dachrinnen heruntertröpfelt und seine eigene honigsüße Wassermusik spielt.


Im Original erschien der Text am 28. Februar 2019 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. Foto: T.C. Boyle.


 

What’s New? 25/12/2018

Von T. Coraghessan Boyle

Deutsch von Ulrich Tepelmann

 

In dieser Zeit der Reflektion und des Jubilierens wünsche ich Euch allen ein Füllhorn an Freude. Ich bleibe an den Feiertagen zu Hause, mit der Familie und mit Freunden, ganz zu schweigen von einem dreadlockigen Hund und einer plattohrigen Katze, und wenn ich die verschneite Berglandschaft vermisse, muss ich mit dem Versprechen von ein bisschen Regen hier an der Küste zufrieden sein. Wie jedes Jahr lese ich A Christmas Carol (Eine Weihnachtsgeschichte) in einer wunderschönen Ausgabe, illustriert von Athur Packham, die mir Frau B. im letzten Jahrhundert geschenkt hat. Das Feuer ist angezündet. Alles ist gut.
     Das neue Jahr bringt Euch Outside Looking In, das hier im April (gerade rechtzeitig zum Fahrradtag) und in Deutschland nächsten Monat herauskommt, mit dem Titel Das Licht, was der zweite Titel (The Light) der amerikanischen Ausgabe war, genauso wie Dr. Sex für The Inner Circle. Auszüge erscheinen in Narrative und The Kenyan Review, neue Erzählungen werden in Esquire, im New Yorker und in McSweeney’s abgedruckt, und ich forsche weiter an dem Material, von dem ich hoffe, dass es die Grundlage für den nächsten Roman bilden wird. Verfolgt die Updates, sowohl hier wie auch auf Twitter. Die Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich findet im Februar statt, und falls ich die überstehe, fängt die amerikanische Tour am 9. April an, im 92nd Street Y, eine der wahrhaft großartigen literarischen Einrichtungen in diesem Lande.
     In der Zwischenzeit hebt einen Humpen (oder wenigstens ein Weinglas), schwelgt in den guten Dingen, die uns gegeben sind, und wisset, dass die dunkle Wolke, die über unserer Demokratie schwebt, sich jetzt gerade aufzulösen beginnt. Preiset alle den Frieden, die Liebe und die Freiheit! Der Tag wird kommen. Schönheit, wohin man blickt.


Im Original erschien der Text am 25. Dezember 2018 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. Foto: T.C. Boyle.


 

What’s New? 31/10/2018

Von T. Coraghessan Boyle

Deutsch von Ulrich Tepelmann

 

Mais, où sont les citrouilles d’antan? Das frage ich mich, während ich für das alljährliche Halloween-Porträt posiere, mit einem Paar frischer und noch nicht ausgehöhlter Exemplare. Es ist zu warm hier, zu trocken, und die Nächte ziehen sich hin, weil die Sommerzeit bis Halloween geht und nicht vorher endet, so wie früher. Nichtsdestotrotz bewahre ich mir Halloween wegen des Zaubers, den es für mich hatte, als ich Kind war, und ich habe vor es zu feiern, indem ich an der Ghost-Village-Road-Feier im unteren Dorf teilnehme, bei der Hunderte von Kindern von Geschäft zu Geschäft ziehen, Süßes sonst gibt’s Saures, und Frau B. und ich unsere Masken spenden und in die Nacht hinaus heulen. Wenn dies so ganz anders abläuft als in unserer Kindheit, um so schlimmer – ich werde mich mit Wordsworth trösten.
     Der Herbst war gut zu mir. Seit ich letzten Monat aus den Bergen zurückgekommen bin, hab ich viel gelesen und mir Notizen gemacht für meinen nächsten Roman, und ich hab meine Reisen auf kurze Trips in die Umgebung beschränkt, nachzulesen in meinen täglichen Twitternachrichten. Zwischenzeitlich habe ich einige der Erzählungen und die Roman-Auszüge durchgesehen, in Vorbereitung auf die Veröffentlichung von Das Licht Anfang nächsten Jahres. Die Zeitschrift Esquire wird die neue Erzählung What’s Love Got To Do With It? im März veröffentlichen. Narrative bringt den Auszug The Session und The Kenyon Review Bicycle Day, was als Auftakt zum Roman dient, und wo die Ereignisse im Zusammenhang mit dem ersten LSD-Trip auf diesem Planeten geschildert werden, eingenommen von dem Mann, der die Droge als erster synthetisiert hat, Albert Hofmann.
     Die größte Neuigkeit ist jedoch, jedenfalls von einem denkbaren Standpunkt aus, dass Ratte Nummer 200 aufgetaucht ist und um eine Reise in die umliegenden Berge gebettelt hat, wo die Kojoten schon das Lied ihrer Ankunft singen. Wie Dave LaJoy aus Wenn das Schlachten vorbei ist bin ich so was wie ein Rattenfreund geworden, trotz der Tatsache, dass diese undankbaren und trügerischen Nager neulich ein Loch in eines der Redwood-Bretter unseres Hauses genagt haben, um aus einer Ecke des Kellers eine Ratten-Latrine zu machen, bevor sie darangingen, an den Kabeln von Frau B.’s Auto herumzukauen, nach der Melodie eines 4500 Dollar-Schadens. Klar, wenn sie sich entschließen würden, en masse, anderswo zu wohnen (zum Beispiel in den Häusern und Kraftfahrzeugen von Euch, die ihr dies hier lest), ich würde sie nicht vermissen. Ich werde oft gefragt, wie es kommt, dass diese wohlhabende vorstädtische Enklave so anziehend für Ratten ist, und ich kann mir vorstellen, dass sie aus den gleichen Gründen wie wir hier sind: die angenehmen Temperaturen, die lauen Seewinde, der Überfluss an allem, was Mensch und Ratte nur wünschen können, von Escargots und prallen Valencia-Apfelsinen bis hin zu Bioplastic-ummantelten Kabeln. So ist nun mal das Leben auf der Erde.
     Zum Schluss nur noch dies: Ich werde in der ersten Dezemberwoche für eine Lesung eine kleine Reise nach Iowa City unternehmen, schon in Vorbereitung auf die Tour für den neuen Roman, sowohl hier (im April) als auch in Europa (im Februar). Ich habe den Winter in Iowa nicht mehr erlebt, seit ich vor vielen Jahren als Student in der Schreibwerkstatt war, aber trotz der Erderwärmung erwarte ich ein wenig kühlere Temperaturen als die, an die ich mich hier in Santa Barbara gewöhnt habe. Ich werde vorbereitet sein, im gleichen Outfit wie früher: rote Converse, schwarze Jeans, Kapuzenpulli und Lederjacke. Pustet, ihr Winde, und macht dicke Backen!
     Happy Halloween, Ihr alle!


Im Original erschien der Text am 31. Oktober 2018 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann. Foto: T.C. Boyle.


 

What’s New? 06/09/2000

Von T. Coraghessan Boyle

Deutsch von Ulrich Tepelmann

 

Ab jetzt herrscht Krieg. Vor ein paar Jahren – ich glaube, es war während der Tour für América, vielleicht in der achten Woche – hat irgendjemand irgendwo zu mir gesagt: »Hey, Glückwunsch.« Ich war einigermaßen verblüfft: »Glückwunsch, wofür?« wollte ich wissen. »Dein neues Buch – Glückwunsch!« »Oh«, sagte ich, »ach ja, das.« Ich hatte völlig vergessen, dass das Erscheinen eines Buches ja Grund zur Freude ist – stattdessen wird es für mich immer mehr wie in den Krieg zu ziehen. Und zwar deswegen, weil ich glaube, der Autor (in diesem Fall ich) versucht, etwas unter Kontrolle zu haben, was sich vollkommen der Kontrolle entzieht – nämlich wie sein oder ihr Buch aufgenommen wird. Du kannst das Buch genau so schreiben, wie du es willst, du bist Gott in deinem eigenen Universum, aber wenn das Buch einmal draußen ist, sei auf der Hut (und geh in Deckung).
     Was ich sagen will, ist: Ich komme Euch besuchen. Ja, ich bin sehr gern auf einer Bühne, und ich gebe auch sehr gern Interviews im Radio, im Fernsehen und für Zeitungen, aber immer mehr merke ich, dass der ganze Medienzirkus mich von meiner eigentlichen Arbeit fernhält. Trotzdem kann ich mir ein Leben ohne Tourneen nicht vorstellen, also: da bin ich. Und es wird Spaß machen. Versprochen. Einige frühe Kritiken (vielen, vielen Dank, ihr Mitglieder des Message Boards, dass ihr mich darauf aufmerksam gemacht habt) waren sehr vielversprechend, das macht mir Mut. Die Daten meiner Bühnenauftritte könnt Ihr hier an anderer Stelle erfahren; mein Verlag hat mir gerade einige der Radiosendungen mitgeteilt, an denen ich teilnehme:

  • »Idiot’s Delight«, WNEW Radio, New York, Sonntag, 10.09.; 22:00 – 22:45
  • »The David Brudnoy Show«, WBZ Radio, Dienstag, 12.09.; 21:00 – 22:00 (?)
  • »Public Interest«, WKMU Radio, Washington D.C., Mittwoch, 13.09.; 13:00 – 14:00
  • »City in Exile«, WBAI Radio, New York, 15.09.; 14:00 – 14:30
  • »Mid-Morning Show«, Minnesota Public Radio, Minneapolis; 10:00 – 11:00
  • »The Bill Gallagher Show«, KPAM Radio, Portland, Oregon, Dienstag, 26.09.; 14:00 – 15:00

     Leider kann ich in den nächsten paar Wochen nicht direkt auf Eure Fragen im Message Board antworten, aber Milo wird nach dem Rechten sehen, und natürlich halten Sandye, Jef, Werner und andere Euch dauernd auf dem Laufenden. Und wie versprochen gibt’s auch bald Filmchen (in etwa zwei Wochen, denke ich). Auch sind viele der versprochenen Erzählungen wie angekündigt erschienen, einschließlich Die schwarz-weißen Schwestern im Playboy, Peep Hall in Esquire und Guten Flug im New Yorker. Außerdem habe ich gestern meine Exemplare von Paris Review (Nummer 155) bekommen, mit dem schon lange angekündigten Paris Review Interview (welches ich für ziemlich witzig und auch informativ halte, auch wenn ich einiges von dem erzähle, was schon in meinem Essay This Monkey, my Back steht, aber warum soll man eine Erfolgsmasche nicht beibehalten?)
     Der Erscheinungstermin für Ein Freund der Erde ist der 11. September, aber das Buch wird jetzt wohl in den meisten Läden angekommen sein. Wir werden in den nächsten Wochen unser Bestes geben, es auf die verschiedenen Bestseller-Listen zu bekommen (wohin es gehört, dessen kann ich Euch versichern); das wird jedoch nicht leicht sein, da ja der Schund immer nach oben drängt und besagte Listen verstopft. Ich werde alle Exemplare signieren, einschließlich der alten und zerfledderten, und auch die Neuauflagen meiner älteren Bücher (ich habe heute gerade neu gestaltete Ausgaben von Der Samurai von Savannah und Fleischeslust erhalten). Und damit sage ich gute Nacht, denn ich muss loswackeln und meine Unterwäsche und Zahnbürste einpacken. Wünscht mir alles Gute. Wünscht mir Glück und Frohsinn, ich wünsche Euch das alles auch. Oh, wie macht das Spaß! Ehrlich, gewaltigen Spaß!
     Tschüss!


Im Original erschien der Text am 06. September 2000 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann.


 

What’s New? 17/07/2000

Von T. Coraghessan Boyle

Deutsch von Ulrich Tepelmann

 

So, hier bin ich, zurück von meiner Abenteuerreise nach Alaska. Mein Dank gilt allen Alaskern da draußen – ihr habt unter einem ewigen Winter zu leiden und jetzt auch noch unter meinen blöden spontanen Witzen. Und danke an den Elch, dass ich ohne Sattel auf dir reiten durfte, und an die Grizzlys – besonders an dich, Ginger. Am Tag der Sommersonnenwende befand ich mich nördlich des Polarkreises und habe bis halb zwei Uhr morgens die Sonne betrachtet. Ein paar Tage später habe ich Bergsteigern in Talkeetna zugehört, die die Bezwingung des McKinley planten, habe dazu Guiness getrunken und die Musik von Yukon Ryder ertragen.
     Was die Neuigkeiten betrifft: da gibt’s einiges. Die August-Ausgabe der Zeitschrift Outside ist jetzt erhältlich, mit einem längeren Auszug aus Ein Freund der Erde (gestern hab ich meine Exemplare erhalten). Der Auszug freut mich ganz besonders, denn Elisabeth Hightower von Outside hat alles selbst ausgeschnitten und eingefügt, und sie gibt uns damit einen guten Einblick in das Buch. Das ist viel besser als einfach nur das erste Kapitel abzudrucken, wie es sonst bei Auszügen häufig gemacht wird. Liest sich gut, sieht toll aus, ich bin überglücklich. Das Buch wird wohl irgendwann im nächsten Monat zu haben sein, obwohl der offizielle Erscheinungstermin Anfang September ist. Der Großteil der Tourneedaten steht fest, und Sandye hat sie hier an anderer Stelle gepostet. Ich werde versuchen, Euch eine komplette Liste der Auftritte zu geben, bevor ich Anfang September aufbreche. Was noch bevorsteht: Peep Hall, über die Website eines Voyeurs, wird in der nächsten Ausgabe von Esquire (September?) erscheinen; Guten Flug, über Randale im Flugzeug, kommt wahrscheinlich in der übernächsten Woche im New Yorker; und die sehr skurrile Geschichte Die schwarz-weißen Schwestern ist für den Playboy im September vorgesehen.
     Dank der Arbeit von Sandye, Jeff Tombeur, Werner Richter, Milo und vielen anderen – tatsächlich von Euch allen, die aus dem Message Board so ein lebendiges Forum gemacht haben – ist unsere Website von einer französischen Online-Publikation zur Literaturseite der Woche (letzter Woche?) ernannt worden. Das einzig Negative an unserer Vier-Sterne-Website war, dass sie noch nicht vollständig war (mea culpa). Seitdem habe ich die Abteilung mit Buchauszügen fertiggestellt, da kann man jetzt jedes Buchcover anklicken. Ich hoffe, ich kann bald noch mehr machen, das heißt, Hinweise für Leser von Riven Rock, und die Auflistung (wenn auch nicht die Verlinkung) von herausragenden Rezensionen eines jeden Buches. Und da wir uns dem ersten Jahrestag dieser Website nähern, hoffe ich, dass ich zu Eurer Freude endlich ein paar Videos hochladen kann. In einem Wort: Oh, was für ein Spaß!
     Und nun ins Ausland: Ich hab jetzt erfahren, dass Hanser, mein langjähriger Verlag in Deutschland, im Frühjahr Ein Freund der Erde herausbringt, in der Übersetzung von Werner Richter, und dass das Buch bei Bloomsbury, meinem hochgeschätzten britischen Verlag, diesen Herbst erscheint. (Ich hab mal nachgefragt, ob sie damit rechnen, dass sich mein Buch besser verkaufen wird als dieses Kinderdingens von einer ihrer Autorinnen, einer gewissen Ms. Rowling, aber ehrlich gesagt glauben sie das nicht.)
     Wie viele von Euch mitbekommen haben (im Message Board ging es hoch her, nicht?), bin ich jetzt auch offiziell ein Gartenexperte. Das Interview mit Ketzel Levine, das gestern in der Morning Edition im National Public Radio ausgestrahlt wurde, war eine nette Überraschung. Normalerweise gebe ich ja Interviews, um Werbung für ein Buch zu machen, aber diesmal sind Ketzel und ich einfach nur durch meinen Garten (Dschungel) geschlendert und haben über das Leben und den Tod diskutiert. Das hat Spaß gemacht. Und dann habe ich noch herausgefunden, dass ich auch ein Experte in Sachen Sex bin. Der History Channel war letzte Woche hier, um mit mir zum Thema »Sex im zwanzigsten Jahrhundert« zu sprechen, und ich konnte ihnen mit einem gewissen Grad an Vertraulichkeit verraten, dass ich tatsächlich im zwanzigsten Jahrhundert mindestens ein paarmal Sex hatte, obwohl meine Erinnerung daran doch sehr verschwommen ist. Der Beitrag wird im Februar gesendet, so wurde mir gesagt, und ich hoffe, bis dahin bin ich auch auf einigen anderen Gebieten Experte.
     Gute Nacht und auf Wiedersehen, und Danke an Euch alle, Ihr macht mich so glücklich.


Im Original erschien der Text am 17. Juli 2000 auf www.tcboyle.com. Veröffentlichung des Textes auf www.tcboyle.de mit freundlicher Genehmigung von T.C. Boyle. Verwendung der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Tepelmann.